Staubelastung in Stuttgart am höchsten

TomTom Congestion Index

Autobahnverkehr
Autobahnverkehr © dpa

Stuttgart ist die staureichste Stadt Deutschland. Das geht aus dem aktuellen Stau-Index des niederländischen Navigationsherstellers TomTom hervor. Dahinter folgen Hamburg und Berlin.

Die Autofahrer in Stuttgart leiden deutschlandweit am stärksten unter der Verkehrsbelastung. Wie aus dem aktuellen Stau-Index des niederländischen Navigationsherstellers TomTom hervorgeht, fließt der Verkehr in der baden-württembergischen Landeshauptstadt mit einem so genannten Congestion-Index von 30 Prozent am langsamsten. Dahinter folgen Hamburg (29 Prozent), Berlin (28 Prozent) und München (24 Prozent) auf den Plätzen zwei bis vier. Auf den weiteren Plätzen in der Top Ten befinden sich Frankfurt/Main (22 Prozent), Köln (21), Düsseldorf (19), westliches Ruhrgebiet (16), östliches Ruhrgebiet (15) und Bremen (12). TomTom hat bei seiner Erhebung eine durchschnittliche Fahrzeit von 30 Minuten zu Grunde gelegt. Weltweit gesehen gibt es die schlimmsten Staus Die schlimmsten Staus in Moskau (65) gefolgt von Istanbul (57 Prozent) und Rio de Janeiro (50 Prozent).

Pro Tag neun Minuten Verzögerung

Das bedeutet mit Blick auf die Stauzeit in Stuttgart und den Index-Wert von 30 Prozent, dass sich die Autofahrer dort pro Tag auf eine durchschnittliche Verzögerung von neun Minuten einstellen müssen. Die Stuttgarter kommen pro Jahr damit auf Verzögerungen von 86 Stunden. Kleiner Trost: Die Verkehrsbelastung in Stuttgart, die im Jahr 2012 auch staureichste Stadt Deutschland war, ist im Vergleich zur Erhebung von TomTom zum ersten Quartal leicht um drei Prozent zurückgegangen. Der staureichste Tag in Stuttgart war dabei nach der Erhebung der Niederländer der 8. Mai. Während des Berufsverkehrs am Morgen herrscht die höchste Belastung übrigens am Dienstag, die geringste am Freitag. In den Nachmittags- und Abendstunden rollt der Verkehr am besten montags, besonders langsam geht es donnerstags zu.

Wer in Hamburg unterwegs ist, der Stadt mit der zweithöchsten Verkehrsbelastung, der steht dort pro Tag durchschnittlich neun Minuten im Stau, pro Jahr sind es 78 Stunden. Im Vergleich zur letzten Messung konnte sich auch die Hansestadt um drei Prozentpunkte beim Congestion-Index verbessern. Verschlechtert hat sich indes die Verkehrsbelastung in Berlin: in der deutschen Hauptstadt erhöhte sich der Index um ein Prozent. Das bedeutet eine tägliche Stauzeit von acht Minuten; pro Jahr summiert sich das auf 74 Stunden.

Doch diese Werte sind Durchschnittswerte. So ist gerade im Berufsverkehr mit noch mehr Geduld und Verzögerungen zu rechnen. Laut TomTom benötigen Stuttgarts Autofahrer für eine Fahrt, die unter normalen Umständen 30 Minuten dauert, während der Stoßzeiten am Morgen und am Abend sogar 50 Minuten.

Umdenken erforderlich

Straßenbahn in Stuttgart
Unterwegs in Stuttgart: Lieber Straßenbahn als Auto dpa

Wie TomTom mitteilt, stellt der Stau-Index das genaueste Barometer für die Belastung durch den Verkehr in Innenstädten dar. Mittels GPS werden die Daten in mehr als 160 Städten auf fünf Kontinenten ausgewertet, die im gesamten Straßennetz zu den unterschiedlichsten Zeiten angefallen sind. Der Congestion-Index setzt dabei die Reisezeiten während Phasen ohne Verkehrsbehinderungen in Beziehung zu Fahrzeiten während der höchsten Verkehrsbelastung. Dabei wird sowohl der Verkehr auf innerstädtischen Straßen als auch auf Autobahnen gemessen.

„Die herkömmlichen Reaktionen, um Verkehrsprobleme zu lösen - etwa der Neubau von Straßen oder die Erweiterung bestehender Straßen - zeigen keine Wirkung mehr. Es muss ein grundlegendes Umdenken bei der Frage stattfinden, wie Verkehr in Zukunft gemanagt werden kann“, sagte der TomTom-Vorstandschef Harold Goddijn. Wie er hinzufügte, würden die Ergebnisse des Stau-Indexes zeigen, „dass Echtzeit-Verkehrsinformationen das Potential haben, die Verkehrsbelastung in Ballungsgebieten zu reduzieren, indem Autofahrer um Verkehrsinfarkte herum geleitet werden und Pendler dabei unterstützen, unterwegs bessere Entscheidungen zu treffen“.

Wie der Leiter des Produktmanagements von TomTom, Andreas Erwig , kurz vor der Bekanntgabe des neusten Stauindexes der Autogazette gesagt hat, könne man den Kommunen mit seinen Daten „wichtige Hinweise geben, wie Staus während des Berufsverkehrs im Idealfall vermieden werden können“. Seit dem August des vergangenen Jahres arbeitet TomTom beispielsweise mit der Verkehrsmanagementzentrale Berlin (VMZ) Berlin zusammen. Der VMZ werden Verkehrsechtzeit-Informationen übermittelt, damit dort der Verkehr optimal geleitet werden kann. (AG/FM)