28. Juli 2014

Auch ohne Tempolimit Zu hohe Geschwindigkeit führt zu Mitschuld

Die Richtgeschwindigkeit sollte nicht zu weit überschritten werden.
Die Richtgeschwindigkeit sollte nicht zu weit überschritten werden. © dpa

Tempo 130 gilt in von Limit befreiten Zonen auf den Autobahnen als Richtgeschwindigkeit. Wer sich von dieser weit entfernt, ist mitschuldig an einem Unfall, auch wenn den Verstoß ein anderer Verkehrsteilnehmer begangen hat.




Ist ein Autofahrer schneller als mit der Richtgeschwindigkeit von 130 km/h unterwegs, kann er mitschuldig an einem Unfall sein, obwohl er keinen eigenen Verkehrsverstoß begangen hat. Das Oberlandesgerichts Koblenz hat entschieden, dass ein Autofahrer, der mit 200 km/h auf einer Autobahn ohne Tempolimit unterwegs war, zu 40 Prozent bei einem Unfall mithaftet.


Hohe Geschwindigkeit erhöht Unfallgefahr

Und das, obwohl das Fehlverhalten eines anderen Autofahrers ursächlich für den Zusammenstoß war. Der war nämlich beim Auffahren auf die Autobahn grob verkehrswidrig unmittelbar von der Einfädelspur auf die linke Spur gewechselt. Dabei kam es zur Kollision mit dem von hinten mit hoher Geschwindigkeit heranfahrenden Pkw.

Die von der hohen Geschwindigkeit ausgehende Gefahr habe wesentlich zum Unfall beigetragen, zitiert der Deutsche Anwaltverein aus dem Urteil. Bei Einhaltung der Richtgeschwindigkeit hätte der Fahrer bereits durch eine mittelstarke Bremsung den Unfall vermeiden können (AZ: 12 U 313/13). (SP-X)



Lesen Sie mehr aus dem Ressort Recht



Mehr aus dem Ressort

Polizei Kontrolle neu Aufmacher dpa
Gesetzentwurf wird diskutiertRichtervorbehalt für Blutprobe soll wegfallen

Bislang durfte die Polizei eine Blutprobe nur auf eine richterliche Anordnung durchführen. Doch das soll sich ändern. Ein entsprechender Gesetzentwurf wurde gerade im Rechtsausschuss des Bundestages diskutiert.


Marvin N. (Mitte) und seine Verteidiger.
Trotz angekündigter RevisionBerliner Raser bleiben in Untersuchungshaft

Die zwei wegen Mordes verurteilten Berliner Raser bleiben in Untersuchungshaft. Daran ändert auch die Ankündigung der Verteidigung nichts, gegen das Urteil des Landgerichts Berlin Revision einzulegen.


 Der Richter Willi Thoms (l) und der Vorsitzende Richter Ralph Ehestädt
Mord-Urteil gegen Raser begrüßtPolitik will bereits Teilnahme an Autorennen unter Strafe stellen

Die Raser in Berlin sind wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das aufsehenerregende Urteil wurde von der Politik begrüßt, die nun härtere Strafen allein schon für die Teilnahme an Autorennen fordert.