Takata schließt Vergleich mit US-Justiz

Streit um defekte Airbags

Takata-Airbags bereiten VW Probleme
Takata-Airbags bereiten VW Probleme © dpa

Die US-Justiz hat sich mit dem Autozulieferer Takata auf einen Vergleich geeinigt. Zudem wurdem im Zusammenhang mit dem Airbag-Debakel drei Strafanzeigen gegen Manager des Unternehmen gestellt.

Der japanische Autozulieferer Takata hat sich mit der US-Justiz auf einen Vergleich im Streit um defekte Airbags geeinigt. Das Unternehmen habe kriminelle Vergehen eingestanden und zahle Strafen in Höhe von einer Milliarde Dollar (940 Millionen Euro), teilte das US-Justizministerium am Freitag mit. Zudem wurden Strafanzeigen gegen drei Manager gestellt.

Den langjährigen Takata-Angestellten wird Betrug und Verschwörung vorgeworfen. Die laut Anklageschrift bis 2015 in Japan und den USA für das Unternehmen tätigen Mitarbeiter sollen mit manipulierten Testergebnissen bewusst die Risiken mangelhafter Airbags verschleiert haben, die mit mehreren tödlichen Unfällen in Zusammenhang stehen. «Autozulieferer, die Produkte zum Schutz der Verbraucher vor Verletzungen oder tödlichen Unfällen verkaufen, müssen die Sicherheit vor den Profit stellen», erklärte Bundesanwältin Barbara McQuade aus Michigan. «Wenn sie sich stattdessen für Betrug entscheiden, werden wir die verantwortlichen Personen und Unternehmen zur Rechenschaft ziehen.»

Entschädigungstopf eingerichtet

Die US-Justiz wirft Takata vor, über ein Jahrzehnt lang systematisch Ergebnisse von Sicherheitstests manipuliert zu haben. Takata bestätigte die Einigung auf einen Vergleich. Die Vereinbarung sei ein «wichtiger Schritt» auf dem Weg zur Lösung der Thematik. Takata habe die Vorfälle bereits eingeräumt und bedauere diese zutiefst.

Im Zuge der Vereinbarung zahle Takata ein Bußgeld in Höhe von 25 Millionen Dollar. Außerdem richte das Unternehmen einen Entschädigungsfonds in Höhe von 125 Millionen Dollar für Einzelpersonen ein, die durch eine fehlerhafte Auslösung eines Takata Airbag-Gasgenerators Verletzungen erlitten hätten. Zudem lege Takata einen Entschädigungsfonds in Höhe von 850 Millionen Dollar zugunsten der Autohersteller auflegen, die verfälschte Testdaten und -ergebnisse erhalten oder die betreffenden Airbag-Gasgeneratoren von Takata erworben haben. Als Reaktion auf die Vorfälle habe Takata bereits verstärkt in die eigene Daten- und Produktsicherheit sowie -qualität investiert. Takata verpflichte sich weiterhin, alle notwendigen Schritte zu unternehmen, um die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer zu erhöhen.

Defekte Airbags des japanischen Zulieferers machen der Autoindustrie schon seit Jahren zu schaffen. Die Mängel haben in den USA zum Rückruf von fast 70 Millionen Airbags geführt. 42 Millionen Fahrzeuge diverser Hersteller sind betroffen. Die US-Verkehrsaufsicht geht von mindestens elf Todesfällen und 184 Verletzten in den Vereinigten Staaten aus, die im Zusammenhang mit dem Problem gebracht werden. (dpa)

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Nach dem Sport- und Publizistikstudium hat er sein Handwerk in einer Nachrichtenagentur (ddp/ADN) gelernt. Danach war er jahrelang Sportjournalist und hat drei Olympische Spiele (Sydney, Salt Lake City, Athen) als Berichterstatter begleitet. Bereits damals interessierten ihn mehr die Hintergründe als das bloße Ergebnis. Seit 2005 berichtet er über die Autobranche. Neben der Autogazette verantwortet er auch den redaktionellen Teil des Magazins electrified (Print und Online).