30. Dezember 2013

Auswertung des ADAC Staubilanz: 830.000 Kilometer Stillstand

Der ADAC hat seine Staubilanz für 2013 vorgelegt.
Der ADAC hat seine Staubilanz für 2013 vorgelegt. © dpa

Auf deutschen Autobahnen kam es in 2013 zu 415.000 Staus mit einer Gesamtlänge von 830.000 Kilometern. Das ist deutlich mehr als im Vorjahr. Doch der Grund dafür liegt nicht in einem höheren Verkehrsaufkommen.




Deutschlands Autofahrer standen in diesem Jahr in rund 415.000 Staus mit einer Gesamtlänge von 830.000 Kilometer. So viele Staus mit einer solchen Länge hat es bislang nicht gegeben, wie aus der Auswertung der Verkehrsdatenbank des ADAC hervorgeht. Im Vorjahr hatte es auf den deutschen Autobahnen noch 285.000 Staus mit einer Gesamtlänge von 595.000 Kilometern gegeben.

Der Anstieg der Staus liege jedoch nicht an einem sprunghaften Anstieg des Verkehrs- und Stau-Aufkommens, sondern an einer deutlich verbesserten Datenerfassung, wie der Automobilclub am Montag mitteilte. Wie aus der Datenerfassung des ADAC hervorgeht, entfalle gut die Hälfte aller Staumeldungen auf die Bundesländer Nordrhein-Westfalen (29 Prozent), Bayern (15 Prozent) und Baden-Württemberg (11 Prozent).


Meiste Staukilometer in NRW

Auch mit Blick auf die Staukilometer ergibt sich ein ähnliches Bild: Nordrhein-Westfalen liegt hier mit einem Anteil von 27 Prozent vor Bayern (18 Prozent) und Baden-Württemberg (13 Prozent). Im Gegensatz dazu entfielen auf die fünf ostdeutschen Bundesländer lediglich sieben Prozent der Staumeldungen und -kilometer. Im Oktober dieses Jahres gab es übrigens den staureichsten Monat dieses Jahres, als der ADAC rund 90 000 Kilometer Stau registrierte.

Aufgrund dieser Staubilanz sieht der ADAC einen großen Handlungs- und Nachholbedarf bei der Engpassbeseitigung im Autobahnnetz. So waren laut einer Studie zur Verkehrsqualität auf deutschen Autobahnen im Jahr 2010 rund 1600 Kilometer Autobahn regelmäßig überlastet, bis zum Jahr 2025 wird ein Anstieg auf rund 2 000 Kilometer vorhergesagt. (AG)



Lesen Sie mehr aus dem Ressort Politik



Mehr aus dem Ressort

Bundeskanzlerin Angela Merkel
«Zukunftspakt für Mobilität» gefordertMerkel für vernünftigen Übergang zu alternativen Antrieben

Drohende Fahrverbote in den Städten will Angela Merkel abwenden. Nach dem zweiten Dieselgipfel kritisierte die Opposition die große Nachgiebigkeit der Bundeskanzlerin gegenüber der Autoindustrie.


Angela Merkel vor dem Diesel-Gipfel
Weitere 500 Millionen Euro für KommunenZweiter Dieselgipfel ohne praktische Hilfestellungen

Mit einer Zusage über zusätzliche 500 Millionen Euro für die Kommunen ist der zweite Dieselgipfel geendet. Kritik hagelte es erneut von den Umweltschutzverbänden, da auch vor dem dritten Gipfel im November praktische Vorschläge zur Reinhaltung der Luft ausblieben.


LKW Stauende
Erstes Halbjahr 2017Deutlicher Anstieg der Verkehrstoten

Im ersten Halbjahr ist die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland deutlich gewachsen. Sie stieg nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes um 6,2 Prozent.