28. Juli 2015

Mit Erdgas durch Europa Für rund 49 Euro von Berlin nach Dijon

Die GNV-Station in Dijon begehrt bei der Müllabfuhr.
Die GNV-Station in Dijon begehrt bei der Müllabfuhr. © AG/Mertens

Das war knapp. Fast zeitgleich mit dem Umspringen vom Erdgas- auf den Benzinbetrieb haben wir am Beginn des zweiten Tages unserer Fahrt von Berlin nach Ribadeo im Skoda Octavia G-TEC eine CNG-Station in Dijon erreicht.




Tag eins unserer Fahrt von Berlin in die spanische Kleinstadt Ribadeo liegt hinter uns. Von den 2400 Kilometern, die der Routenplaner für die Strecke berechnet hat, haben wir 844 Kilometer absolviert. Unsere Fahrt führte uns vom Start in Berlin über Erfurt, Frankfurt, Mainz via Saarbrücken ins französische Nancy mit seinem mondänen Place Stanislas, der 1983 auf die Liste des Weltkulturerbes der Unesco aufgenommen wurde.


Durchschnittsverbrauch von 4,2 Kilogramm Erdgas

Der Weg dorthin gestaltete sich mit dem Skoda Octavia G-TEC dabei problemlos. Die komplette Strecke sind wir ausschließlich mit Erdgas unterwegs gewesen. Kein Wunder, denn Deutschland besitzt mit über 950 Erdgastankstellen ein gut ausgebautes Netz. Zwar haben wir den Durchschnittsverbrauch von 3,5 Kilogramm nicht unterbieten können, doch mit 4,2 Kilogramm waren wir letztlich ganz anständig unterwegs, wenn man bedenkt, dass der Kofferraum des Kombis nicht nur vollgepackt war, sondern wir auch mit insgesamt drei Personen diese Strecke zurückgelegt haben.

Auf dem Weg in die Avenue de la Liberation in Nancy – der Adresse unserer Pension - haben wir insgesamt drei Tankstopps eingelegt, nachdem wir Berlin mit vollen Tanks (14,20 Euro) verlassen haben. In Drei Gleichen in der Nähe von Erfurt haben wir die zwei Erdgastanks unseres bivalenten Skoda Octavia G-TEC mit 13,71 Kilo CNG zu einem Kilopreis von 1,089 Euro (Gesamtpreis 14,93 Euro) betankt. Danach folgten Tankstopps in Alzey (11,59 kg/1,139 Euro/13,20 Euro) und noch einer in St. Ingbert. Hier war unser Tank zwar noch gut gefüllt, doch wir haben die Chance genutzt, noch einmal vollzutanken (6,44 kg/0,999 Cent/6,43 Euro). Schließlich gibt es in Nancy keine öffentliche Erdgastankstelle.

Restreichweite von 230 Kilometer

Das Kilo Erdgas kostete in Dijon 1,23 Euro
Das Kilo Erdgas kostete in Dijon 1,23 Euro © AG/Mertens

Bei unserer Ankunft in Nancy waren die beiden Erdgastanks noch zu rund Dreiviertel gefüllt. Der Bordcomputer zeigte eine Restreichweite im Erdgasbetrieb von 230 Kilometern an, gerade noch genug, um die 220 Kilometer entfernte GNvert-Station in der Chemine des Lentilleries in Dijon zu erreichen. Das das war die Theorie - wie wir am heutigen Dienstag feststellen mussten.

Denn eine Straßensperrung in Dijon führte zu einer Umleitung und damit zu einer Verlängerung der zuvor berechneten Strecke von acht Kilometern. Das hätte fast schon am zweiten Tag unserer Reise dazu geführt, dass wir in den Benzinbetrieb hätten wechseln müssen - was wir doch möglichst selbst in einem mit Erdgastankstellen so rar gesätem Land wie Frankreich vermeiden wollen.

Erdgas schont Urlaubskasse

Doch quasi mit dem Erreichen der GNVERT-Station wechselte der Antrieb auf Benzin - und das bei Kilometer 1061 und einem Durchschnittsverbrauch von 4,2 Kilogramm. Für die bisherige Wegstrecke dann gerade einmal 48,76 Euro bezahlen. Das ist eine Summe, die deutlich unter dem liegt, was man bezahlt hätte, wäre man in einem reinen Benziner mit einem Durchschnittsverbrauch von sieben Litern unterwegs gewesen. Dann hätte man für diese Strecke bei einem Durchschnittspreis von 1,46 Euro pro Liter Super E10 mal locker mehr als 108 Euro bezahlen müssen. Damit hat Erdgas schon einmal die Urlaubskasse geschont.

Dass wir die Strecke bis Ribadeo gänzlich mit Erdgas absolvieren, dürfte aber unwahrscheinlich sein. Denn unsere Streckenführung haben wir eben nicht nach dem unterentwickelten Erdgastankstellennetz in Frankreich ausgerichtet, sondern nach der Attraktivität der Route. Wenngleich: Liegt eine Erdgasstation etwas abseits, fahren wir sie an, auch wenn das einen kleinen Umweg bedeutet.

Warten auf die Müllabfuhr

Ankunft in Nancy am Montag
Ankunft in Nancy am Montag © AG/Mertens

Fahren mit Erdgas bedeutet schließlich nicht Verzicht. Vor allem dann nicht, wenn man wie wir mit einem bivalenten Fahrzeug unterwegs sind, dass uns eine Reichweite im Benzinbetrieb von 670 Kilometer ermöglicht. Also damit eine Urlaubsfahrt ohne Einschränkungen ermöglicht. Mit einem bivalentem Auto wie dem Octavia entscheidet halt nicht die Infrastruktur über die Reiseroute, sondern die persönlichen Präferenzen der Reisenden. Nur so und mit einer ausgereiften Technologie wie im Skoda Octavia kann man dieser effizienten und damit umweltschonenden Antriebsart schließlich zu einer größeren Verbreitung verhelfen.

Der Tankstopp heute in Dijon an der in einer Seitenstraße befindlichen GNVERT-Station war übrigens eine besondere Erfahrung. Denn statt anderer Autos wurden dort während unseres Halts die Fahrzeuge der örtlichen Müllabfuhr betankt. In Frankreich erfreut sich Erdgas zumindest bei Müllfahrzeugen seit geraumer Zeit wachsender Belliebtheit. (AG/FM)



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