Imelda Labbé verlässt Skoda mit Rekordzahlen

Jürgens ab 1. September neuer Deutschlandchef

Imelda Labbe leitet zukünftig das globale Aftersalesgeschäft von VW.
Imelda Labbe leitet zukünftig das globale Aftersalesgeschäft von VW. © Skoda

Imelda Labbé hat Skoda auf weiteren Wachstumskurs gebracht. Zum 1. September übergibt die Deutschland-Chefin ihr Amt an Frank Jürgens. Sie übergibt ihm eine Marke, die sich von einem erfolgreichen Importeur zu einem Volumenhersteller entwickelt hat.

Von Frank Mertens

Imelda Labbé stand drei Jahre an der Spitze von Skoda Auto Deutschland. In dieser Zeit hat die Managerin die tschechische Marke von Jahr zu Jahr zu neuen Absatzbestwerten geführt. Zum 1. September übergibt Labbé ihr Amt an Frank Jürgens (50), der zuletzt den Service von Volkswagen auf dem heimischen Markt verantwortete.

Jürgens übernimmt von Labbé, die ab dem kommenden Monat das globale Aftersales-Geschäft von Volkswagen leitet, eine Marke auf Erfolgskurs. Nachdem Skoda im Vorjahr fast 180.000 Fahrzeuge verkaufen konnte, werden es in diesem Jahr um die 185.000 Fahrzeuge sein, wie Labbé bei ihrer Abschiedsrede in Darmstadt sagte. Das nächste Ziel für die VW-Tochter steht dabei auch fest: mittelfristig sollen es 200.000 werden. Wann genau? „Noch nicht im nächsten Jahr“, sagte Labbé. Wann dann? Es könnte bereits 2018 der Fall sein, sagte die Managerin.

Nächstes Ziel: 200.000 Einheiten

Die Chancen, dass Skoda 2018 dieses Ziel von 200.000 Einheiten erreicht, stehen gut. Das Portfolio der Tschechen kommt bei den Kunden an. Und das, was an neuen Modellen kommt, wird das Wachstum von Skoda weiter befördern. So wird am 1. September in Berlin der Skoda Kodiaq seine Weltpremiere feiern. Es ist ein siebensitziger SUV, der in einem Boomsegment unterwegs ist.

Entsprechend haben die Verantwortlichen am Firmensitz in Mlada Boleslav hohe Wachstumsziele an ihr kommendes Modell, dem weitere SUVs folgen werden. Nachdem sich die Marke in der Vergangenheit immer damit rühmte, erfolgreichster Importeur zu sein (was man bereits acht Jahre in Folge ist), haben sich die Ziele mittlerweile verschoben. Skoda ist nicht mehr nur eine erfolgreiche Importeursmarke. „Inzwischen spielen wir in einer Liga mit den Volumenmarken Opel und Ford“, sagte Labbé. So wie der Skoda weltweit nach den ersten sieben Monaten seinen Absatz auf über 653.000 Fahrzeuge (+ 4,1 Prozent) steigerte, legte die Marke in Deutschland um 3,1 Prozent auf über 110.000 Fahrzeuge zu.

Hoher Auftragsbestand

Frank Jürgens
Frank Jürgens übernimmt das Steuer Skoda

Eine Zahl, die eigentlich noch höher ausfällt. Denn der Auftragsbestand liegt derzeit bei 35 Prozent, wie Labbé sagte. Die Nachfrage nach den Modellen der Tschechen ist so hoch, dass die Lieferzeit beispielsweise nach dem Skoda Superb, dem Flaggschiff der Marke, zwischen sechs und neun Monaten liegt. Ruft das nicht Verärgerung beim Kunden hervor: Nein, glaubt Verkehr. Der Kunde wisse ja, dass die Lieferzeiten lang sind, entsprechend könne er sich darauf einstellen. „Die Nachfrage nach unserem Flaggschiff übertrifft unsere kühnsten Erwartungen. Mit mehr als 14.800 neu zugelassenen Modellen hat sich unser Newcomer in seinem Segment bis einschließlich Juli von Rang 16 auf Platz acht katapultiert. Per Juli sind die Neuzulassungen der Limousine um fast 3 75 Prozent von 1545 auf 2698 Fahrzeuge gestiegen.“

Nach wie vor bei den Kunden am beliebtesten sind der Octavia und der Fabia. „Sie sind die beliebtesten Importmodelle in Deutschland.“ Beim Octavia stiegen die Neuzulassungen per Juli um 2,4 Prozent auf 34.713 Fahrzeuge. Jürgens übernimmt also ein gut bestelltes Feld von seiner Vorgängerin, die auch den neuen Markenauftritt der bundesweit 560 Händlerbetriebe mit ihrer „charmanten aber konsequenten Art“ erfolgreich umsetzte, wie Skoda-Händler Jochen Schandert in der Vorwoche betonte.

Jürgens übernimmt also eine gut aufgestellte Marke, wird sich aber auch an dem messen lassen müssen, was seine Vorgängerin geleistet hat. Der 50—Jährige jedenfalls freut sich auf seine neue Aufgabe. Er wechselt vom „Tanker VW zum Schnellboot Skoda“. Zu seinen Zielen und Vorstellungen in seiner neuen Position sagte Jürgens an diesem Freitag noch nichts. Ihm wird eine 100-Tagesschonfrist eingeräumt, um sich erst einmal in seine neue Position einzuarbeiten. Doch eines steht schon jetzt fest: Auf dem obligatorischen Jahresabschlussgespräch der Marke Mitte Dezember wird Jürgens auch für 2016 einen neuen Absatzrekord vermelden können. Für 2017 wird Jürgens vom Absatzpush des Kodiaq und dem weiteren Wachstum im Geschäft mit Gewerbekunden profitieren. Auch für dieses Klientel ist der Kodiaq ein interessantes Fahrzeug. Bereits heute entfallen 40 Prozent des Gesamtabsatzes von Skoda auf Gewerbetreibende.