31. Januar 2011

Fahrbericht VW-Tochter setzt auf Flottengeschäft Seat Exeo ST: Der Kombi startet durch

Der Seat Exeo ST macht einen guten Eindruck
Der Seat Exeo ST macht einen guten Eindruck © AG/Mertens

Seat setzt verstärkt auf das Flottengeschäft. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Exeo ST. Der Kombi der Spanier bringt als 2.0 TDI alles mit, um die Absatzzahlen der VW-Tochter zu steigern.




Von Frank Mertens

Das Jahr eins nach der Abwrackprämie war auch für Seat nicht einfach. Bei einem Gesamtabsatz von über 50.000 Einheiten in 2010 stand am Ende ein Minus von 27,3 Prozent. Da kann sich die spanische VW-Tochter nur damit trösten, dass es anderen Herstellern nicht besser erging.


Steigende Zulassungen bei gewerblichen Nutzern

Doch trotz dieser negativer Absatzzahlen gibt es für Seat auf dem deutschen Markt auch einen Lichtblick bei den gewerblichen Neuzulassungen. Hier wurde der Marktanteil von 0,6 auf 0,95 Prozent gesteigert werden – und mit dem Aufschwung soll es auch in diesem Jahr weitergehen. Besonders beliebt waren bei den Geschäftskunden dabei die Ibiza Baureihe sowie die Mittelklasse-Fahrzeuge Exeo und Exeo ST. Mit Blick auf den Kombi, der bei Seat das Kürzel ST in der Modellbezeichnung trägt, kann man nach einer ausgiebigen Testfahrt mit dem 2.0 TDI mit 120 PS nur sagen: zu Recht.

Denn der 4,66, Meter lange Exeo ST bringt alles mit, um auch längere Fahrten erholt hinter sich zu bringen. Da ist zunächst einmal der wertige Innenraum, der sich deutlich von dem absetzt, was man in der Vergangenheit gelegentlich bei den Spaniern vorfand. Also vorbei die Zeiten, in denen die Mittelkonsole einen Plastikcharme versprühte, auf den man auch hätte verzichten können. Die Materialien im Exeo sehen nicht nur gut aus, sondern fühlen sich auch ebenso an.

Wenig Platz im Fond

Der 2.0 TDI im Seat Exeo ST hat 120 PS
Der 2.0 TDI im Seat Exeo ST hat 120 PS © AG/Mertens

Die Sitze bieten selbst Großgewachsenen eine ausreichend lange Auflagefläche für die Oberschenkel, sodass man sich nach dreistündiger Fahrt nicht verkrampft aus dem Sitz quälen muss. Die Instrumente sind klar strukturiert und entsprechend gut ablesbar – so muss es sein. Wenn es denn im Innenraum etwas gibt, was einen Hauch besser sein könnte, dann ist es der Platz im Fond.

Seitenline des Seat Exeo ST
Seitenline des Seat Exeo ST © Seat

Gut, der durchschnittsgroße Mitreisende findet hier bequem Platz, doch wer größer als 1,80 Meter ist, der wünscht sich etwas mehr Kniefreiheit, wenn vor ihm ein etwas größerer Fahrer beziehungsweise Beifahrer Platz genommen hat. An der Kopffreiheit gibt es nicht zu mäkeln, sie ist ausreichend. Das trifft auch auf den Kofferraum zu. Hier findet sich Platz für 442 Liter Gepäck, ein für diese Klasse guter Wert. Dem Weg in den Familienurlaub steht mit dem Exeo ST nichts entgegen.

So überzeugend wie die Wertigkeit des Innenraum sind auch die Fahrleistungen des 120 PS starken Einstiegsdiesels. Das moderne Commonrail-Aggregat überzeugt im Stand zunächst einmal durch seine Laufruhe. Und nach den ersten Testkilometern freundet man sich schnell mit diesen Exeo an. Das manuelle Sechsganggetriebe arbeitet präzise, lässt sich fast schon sportlich schalten. Dazu passt prima die direkt ansprechende Lenkung und ein durchaus sportlich getrimmtes Fahrwerk, mit dem sich flott Kurven nehmen lassen.

Einstiegsdiesel für 26.000 Euro

Der Vierzylinder im Seat bietet ein maximales Drehmoment von 290 Newtonmetern, das zwischen 1750 bis 2500 Umdrehungen in der Minute anliegt. Der rund 26.000 Euro teure Einstiegsdiesel ist zwar kein Ausbund an Sportlichkeit, doch verstecken muss er sich nicht. In 10,9 Sekunden hat man Tempo 100 erreicht, die Spitzengeschwindigkeit liegt bei 196 km/h an. Mehr braucht man nicht, wenn man ehrlich ist.

Das Heck des Seat Exeo ST
Das Heck des Seat Exeo ST © Seat

Ohnehin sollte man mit dem Gasfuß behutsam umgehen, wenn der Verbrauch sich im akzeptablen Rahmen bewegen soll. Als Durchschnittsverbrauch werden 5,3 Liter angeben, doch dieser Wert wurde bei den Testfahrten deutlich verfehlt – bei zugegeben frostigen Temperaturen. Hier standen am Ende 6,5 Liter im Durchschnitt auf dem Bordcomputer, trotzdem noch ein akzeptabler Wert für den rund 1500 Kilogramm schweren Spanier.

Wer am Ende ein geräumiges Auto mit überdurchschnittlich guten Fahreigenschaften sucht, ist mit dem Exeo ST gut beraten. Verständlich, dass die Seat-Verantwortlichen in diesem Jahr einige Hoffnungen auf ein weiteres Plus im Flottengeschäft setzen.






Mehr zur Marke Seat

Spanische Schwester des VW GolfSeat Leon: Jünger ist besser

Der Seat Leon fristet in Deutschland ein Nischendasein im Schatten des Golfs. Dabei entpuppt sich die aktuelle Generation als lohnenswerte Alternative zum Klassiker aus Wolfsburg.


Größte Produktoffensive der MarkeSeat Deutschland auf dem Weg zum Podium

Jahrelang bescherte Seat dem Volkswagen-Konzern rote Zahlen. Doch während jetzt die Kernmarke schwächelt, blüht die Tochter aus Spanien auf und blickt hoffnungsvoll auf die kommenden Jahre – besonders die deutsche Filiale.


Nach Ateca und AronaSeat bringt 2018 drittes SUV-Modell

Seat baut sein Modellangebot aus. Neben dem Ateca und dem noch in diesem Jahr kommenden Arona wird es ab 2018 ein weiteres SUV-Modell geben. Auch wirtschaftlich läuft es rund.



Mehr aus dem Ressort

50 Kilometer rein elektrischPorsche Panamera Turbo S E-Hybrid: Der Familien-Spyder

Porsche setzt seine Elektrifizierung fort. So stellt der Panamera Turbo SE-Hybrid das Topmodell der Baureihe dar. Es soll sich mit einem Verbrauch von 2,9 Liter begnügen. Hört sich gut an. Doch wie schaut die Realität aus?


Briten bringen weiteres SUVRange Rover Velar: Sportlichkeit als große Stärke

SUV liegen bei den Kunden im Trend. Das Segment boomt. Davon profitiert auch Land Rover. Nun bringen die Briten mit dem Velar die vierte Range-Rover-Baureihe auf den Markt.


Porsche Panamera Sport Turismo neu Aufmacher Porsche
Nach Limousine nun auch als KombiPorsche Panamera Sport Turismo: Der schönere Panamera

Braucht man das? Einen Kombi von Porsche? Braucht man nicht, ist die erste Reaktion. Doch wenn man erst einmal im neuen Sport Turismo gesessen hat, ändert man schnell seine Meinung. Auch wegen seines Designs.