15. September 2017

Neue Strategie «Alliance 2022» Renault-Nissan-Allianz strebt in Richtung weltgrößter Autohersteller

Renault-Nissan-Präsident Carlos Ghosn
Renault-Nissan-Präsident Carlos Ghosn © Renault

Die Renault-Nissan-Allianz will bis 2022 14 Millionen Autos pro Jahr verkaufen. Gemeinsam mit Mitsubishi sollen in diesem Zeitraum zehn Milliarden Euro an Synergien pro Jahr eingespart werden.




Die Renault-Nissan-Allianz setzt sich neue und ambitionierte Ziele. Mit der am Freitag verkündeten Strategie «Alliance 2022» greift das französisch-japanische Unternehmen nach der Krone des weltgrößten Autoherstellers.

«Wir setzen heute einen Meilenstein für unser Unternehmen und ihre Mitglieder», sagte Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn am Freitag in Paris, «bis 2022 sind 14 Millionen verkaufte Einheiten pro Jahr vorgesehen, die Umsätze sollen auf 240 Millionen Euro jährlich ansteigen.» Die Alliance verkaufte im ersten Halbjahr 5,27 Millionen Fahrzeuge, der Volkswagen-Konzern setzte knapp sechs Millionen Einheiten ab. Im vergangenen Jahr verkaufte die Renault-Nissan-Alliance, zu der auch noch Dacia oder Lada gehören, knapp zehn Millionen Fahrzeuge.


Zwölf Elektroautos bis 2022

Neben der Verkaufs- und Umsatzsteigerung erwartet Ghosn durch die Nutzung gemeinsamer Plattformen, Antriebsstränge und Technologien Synergien von zehn Milliarden Euro pro Jahr. Derzeit werden rund fünf Milliarden eingespart. Die französisch-japanische Allianz hatte im vergangenen Jahr den japanischen Mitbewerber Mitsubishi eingegliedert, nachdem dort Unregelmäßigkeiten bei der Fertigung von Nissan-Modellen bekannt geworden waren.

Zugleich kündigte Ghosn an, in den kommenden fünf Jahren insgesamt zwölf rein batteriebetriebene Autos im Portfolio zu haben und somit die Marktführerschaft auf dem Elektrosektor zu untermauern. Ab 2020 soll eine komplett neue Elektromotoren-Familie Reichweiten von bis zu 600 Kilometern bieten.

Logo neu - Name bleibt bestehen

Mitsubishi erscheint nun auch im Logo der Renault-Nissan-Allianz
Mitsubishi erscheint nun auch im Logo der Renault-Nissan-Allianz © Renault

Zusätzlich werden 40 Modelle mit autonomen Fahrfunktionen entwickelt. Im Zuge der Strategie soll 2022 ein so genanntes Roboter-Auto ohne eigenen Fahrer selbstständig vorfahren. Auch soll die Allianz in diesem Jahr dann zu einem der wichtigsten Anbieter von Robot-Taxi-Services avancieren.

Zugleich ziert nun ein neues Logo die Allianz, auf der nun auch der Name Mitsubishi Platz findet. Der Name der seit 1999 bestehenden Renault-Nissan-Allianz bleibt aber auf Anfrage der Autogazette unangetastet und Mitsubishi außen vor. Vor allem auch deshalb, weil Ghosn weiter Partnerschaften nicht ausschließt. «Wir wachsen mit drei eigenen Unternehmen mit der Effizienz von einer Gesellschaft. Bis 2022 wollen wir weiter wachsen mit drei Unternehmen oder mehr.» (AG/TF)



Lesen Sie mehr aus dem Ressort Unternehmen



Mehr zur Marke Renault

Trophy-Variante kommt 2018Renault enthüllt neuen Mègane RS

Renault schickt die neue Generation des Mègane RS ins Rennen. Der sportliche Kompakte erhält im kommenden Jahr noch eine leistungsstärkere Version zur Seite gestellt.


Studie SymbiozRenault verknüpft Auto und Wohnzimmer

Ausdrucksstarke Studie hat Renault in den letzten Jahren immer wieder gezeigt. Auf der diesjährigen IAA präsentieren die Franzosen gleich eine neue Ausrichtung des Mobils.


Vorgänger des TalismanGebrauchter Renault Laguna zumeist ohne Fortune

Der Renault Laguna gilt auch in seinen letzten beiden Auflagen nicht gerade zuverlässig. Den jüngeren Modellen sollte dabei der Vorzug gegeben werden.



Mehr aus dem Ressort

VW-China-Chef Jochem Heizmann
In Indien und ChinaVolkswagen bringt Billigauto ab 2020

Der Volkswagen-Konzern wird in Indien und China trotz geplatzter Kooperationen den Einstieg ins Segment der Billigautos vollziehen. In etwa drei Jahren kämen dann zwei neue Modellgruppen zum Einsatz.


Keine Veränderungen für SkodaVW-Betriebsratschef: Elektroauto-Produktion in nur einem Werk

Bernd Osterloh will die Risiken beim Neuanlauf der Produktion von Elektroautos minimieren. Zudem werden markenübergreifend die Kapazitäten einzelner Standorte überprüft.


Der Polestar 1 kommt 2019 auf den Markt
Erste Modelle ab 2019Volvo setzt Polestar unter Strom

Volvo elektrisiert seinen sportlichen Ableger Polestar. Mit dem Polestar 1 startet die Tuning-Tochter des schwedischen Autoherstellers in eine elektrische Zukunft. Zwei weitere Modelle stehen bereit.