20. Mai 2011

Fahrbericht Hoher Verbrauch Renault Clio: Kleinwagen für Sanftmütige

Der Renault Clio soll vor allem bei Frauen beliebt sein.
Der Renault Clio soll vor allem bei Frauen beliebt sein. © Renault

Der Renault Clio überzeugt mit seinem Raumangebot. Damit braucht sich der kleine Franzose gegenüber der Konkurrenz nicht zu verstecken. Das kann man von seinen Fahreigenschaften und seinem Verbrauch aber nicht sagen.




Von Frank Mertens

Ist das nun wirklich ein Frauen- oder eher ein Männerauto? Glaubt man den Zahlen, dann entscheiden sich für den Renault Clio in Europa zum Großteil Frauen. In Deutschland liegt der Anteil der weiblichen Kunden bei 54 Prozent. Den Kleinwagen damit jedoch als Frauenauto (was ist das überhaupt, ein Frauenauto?) zu bezeichnen, geht zu weit.

Der Clio ist schlicht ein Auto für die, die nach einen bezahlbaren Cityflitzer suchen. So steht der von uns getestete Clio mit dem 1.2 Liter großen Reihenvierzylinder mit 75 PS in der Ausstattungslinie Dynamique mit 14.900 Euro in der Preisliste. Günstig ist das nicht, doch im Wettbewerbsumfeld macht der Franzose damit keine schlechte Figur.


Geräumiger Innenraum

Vor allem mit Blick auf den Innenraum braucht sich der Clio nicht verstecken. Mit einer Länge von 4,03 Meter, einer Breite von 1,72 Meter und Höhe von 1,49 Meter bietet er ausreichend Platz für vier Erwachsene. Dabei müssen sich selbst Großgewachsene im Fond nicht verrenken. Sie haben sowohl ausreichend Knie - als auch Kopffreiheit. Dass das Kompromisse bedarf, versteht sich von selbst – und das sieht man dann beim Gepäck. Im Kofferraum stehen 288 Liter zur Verfügung, das sind zwölf Liter weniger als beispielsweise beim Kleinwagen Skoda Fabia.

Das Cockpit ist übersichtlich gestaltet im Clio
Das Cockpit ist übersichtlich gestaltet im Clio © Renault

Der Innenraum des Clio ist übersichtlich gestaltet, auf allzu viel Plastik wurde verzichtet, sodass der Franzose einen durchaus wertigen Eindruck hinterlässt. Auch das Cockpit mit seiner klaren Instrumentierung ist akzeptabel. Das kann man von den deutlich zu weichen Sitzen nicht sagen. Sie bieten bei Kurvenfahrten kaum Seitenhalt, hier wünscht man sich deutlich straffere Polster.

Der Kofferraum im Renault Clio
Der Kofferraum im Renault Clio © Renault

Straffer wünscht man sich beim Clio auch die Lenkung, die man leider nur als schwammig bezeichnen kann. Hier wünscht man sich eine straffere Abstimmung mit einer besseren Rückmeldung. Auch das Fahrwerk des Clio ist doch zu sehr auf Komfort getrimmt, was nichts anderes bedeutet, dass Stöße zwar gut abgefedert werden, in Kurven aber alles andere als eine satte Straßenlage gegeben ist. Das machen ein Skoda Fabia oder auch ein Opel Corsa besser.

Clio lässt aufhorchen

Die Seitenlinie des Clio von Renault
Die Seitenlinie des Clio von Renault © Renault

Wer mit dem Clio auf den Autobahn unterwegs ist und sich jenseits der 130 km/h befindet, muss sich zudem damit abfinden, dass der kompakte Franzose kein Leisetreter ist. Er verrichtet seine Arbeit doch arg vernehmlich. Und wie schaut es mit den Fahrleistungen aus: Wer sich für den 1.2 Liter entscheidet, der erwartet vom Clio keinen Hang zur Sportlichkeit – den bekommt er auch nicht. Dafür voll und ganz zufriedenstellende Leistungswerte. Den Sprint auf Tempo 100 verrichtet der Clio in für ein Auto mit dieser PS-Zahl in akzeptablen 13,4 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit endet bei 167 km/h.

Das Heck des Renault Clio
Das Heck des Renault Clio © Renault

Mehr braucht man nicht, mehr mag man von der Geräuschentwicklung her auch seinen Ohren nicht zumuten. Einen guten Eindruck hinterlässt das manuelle Fünfganggetriebe. Die Gänge lassen sich ohne Beanstandungen einlegen. Womit wir beim Verbrauch angelangt sind. Als Durchschnittsverbrauch werden 5,8 Liter angegeben, was mit der Realität indes nichts zu tun hat. Am Ende zeigte der Bordcomputer bei durchaus nicht flotter Fahrweise 6,8 Liter an – was deutlich zu viel ist. Vor allem für ein Auto, das den Zusatz eco in der Modellbezeichnung trägt.






Mehr zur Marke Renault

20 Fahrzeuge für sechs RennwochenendenRenault belebt Alpine Cup neu

Die neue Alpine A110 ist noch nicht auf dem Markt. Mutter Renault denkt aber bereits an einen Neuanfang des Markenpokals, der vor knapp 30 Jahren nach drei Saisons ein Ende fand.


Zur Saison 2018/2019Nissan übernimmt Formel E-Lizenz von Renault

Nissan steigt ab der fünften Saison in die Formel E ein. Die Japaner übernehmen dann die Lizenz vom Allianzpartner Renault.


Neue Strategie «Alliance 2022»Renault-Nissan-Allianz strebt in Richtung weltgrößter Autohersteller

Die Renault-Nissan-Allianz will bis 2022 14 Millionen Autos pro Jahr verkaufen. Gemeinsam mit Mitsubishi sollen in diesem Zeitraum zehn Milliarden Euro an Synergien pro Jahr eingespart werden.



Mehr aus dem Ressort

Ssangyong hat den Rexton komplett neu gestaltet
Vierte Generation des FlaggschiffsSsangyong Rexton: Neue Proportionen

Ssangyong fährt den Rexton in die vierte Auflage. Dabei hat das Flaggschiff eine komplette Umwandlung erhalten, bei der nur noch der Name übrig blieb.


Der Opel Insignia Country Tourer mag die rustikale Art
Dritte Variante des FlaggschiffsOpel Insignia Country Tourer: Ein wenig Freiheit und Abenteuer

Trotz des Booms bei den SUV gibt es auch noch Anhänger rustikaler Kombis. Opel schickt erneut die Offroad-Variante Country Tourer in den Schnee und Matsch.


Mitsubishi steigt mit dem Eclipse Cross in den Markt der SUV-Coupes ein
Auf der Plattform des OutlanderMitsubishi Eclipse Cross: Erhellender Lückenfüller zum Jubiläum

Mitsubishi startet ins Segment der SUV-Coupés. Mit dem Eclipse Cross wird zum hundertjährigen Jubiläum der Autosparte auf die Vergangenheit verwiesen und die Zukunft bemüht.