So setzt sich der Benzinpreis zusammen

57 Prozent Steuern

Benzin ist so günstig wie zuletzt im Jahr 2010. © dpa

Die steigenden Kraftstoffpreise erzürnen die Autofahrer. Die Mineralölkonzerne und der Staat dagegen freuen sich.

Der Benzinpreis, den der Autofahrer an der Tankstelle bezahlt, besteht weit überwiegend aus Steuern und dem Einkaufspreis für das Benzin am europäischen Großmarkt für Ölprodukte in Rotterdam. Bei einem Preis von 1,601 Euro für einen Liter Superbenzin, wie ihn das Statistische Bundesamt für den Hochpreis-Monat April ermittelte, kassiert der Staat mit jedem Liter insgesamt 91,1 Cent Steuern, das sind knapp 57 Prozent des Endpreises. Dabei ist die Mineralölsteuer von 65,5 Cent je Liter festgeschrieben, die Mehrwertsteuer von 19 Prozent bringt dem Staat dagegen bei höheren Endpreisen auch mehr ein. Im April waren es 25,6 Cent je Liter.

Angepeilter Gewinn: ein Cent pro Liter

Für den Einkauf des Benzins mussten die Tankstellen 57,3 Cent je Liter aufwenden, das sind fast 36 Prozent des Endpreises. Dieses Geld erhalten die Raffinerien und Ölgroßhändler, die das Benzin herstellen oder handeln.

Bei den Tankstellen bleiben dann noch 11,7 Cent je Liter oder 7,3 Prozent des Endverbraucherpreises. Das ist aber nicht gleichzusetzen mit dem Gewinn. Aus diesem sogenannten Deckungsbeitrag sind die Kosten für die Tankstelle, Transport, Lagerung, Verwaltung, Werbung und die Beimischung von Biokomponenten zu bestreiten. Als Gewinn streben die Ölgesellschaften einen Cent je Liter an. (dpa)