Weiter hohe Rabatte beim Neuwagenkauf

Car-Studie

Schlechte Nachricht für Autobauer: Autos werden immer älter.
Schlechte Nachricht für Autobauer: Autos werden immer älter. © dpa

Die Zeiten für Käufer eines Neuwagens bleiben gut. So gewähren die Autohersteller nach einer aktuellen Studie nach wie vor hohe Preisnachlässe, wie aus der CAR-Studie hervorgeht.

Das Rabattniveau auf dem deutschen Neuwagenmarkt bleibt hoch. Gegenüber dem Vormonat hat sich der Preiskampf im Mai nicht verschärft, wie aus der monatlich veröffentlichten Rabatt-Studie des Center of Automotive Research (CAR) an der Universität Duisburg-Essen hervor geht. Im Vergleich mit dem Vorjahr liegt der ermittelte Indexwert aber deutlich höher: bei 131 zu 126 Punkten.

Im Mai haben die Autohersteller ihre Pkw vor allem mit Sonderaktionen in den Markt gedrückt. 422 unterschiedliche Angebote zählten die Experten, im Schnitt lag der Kundenvorteil gegenüber dem Listenpreis bei 13,1 Prozent. Besonders günstig – mit einem Nachlass von umgerechnet 8.587 Euro - war im Rahmen einer Sonderfinanzierung das Mittelklassemodell Hyundai i40 zu haben. Auch für Klein- und Kleinstwagen wie Seat Mii, Peugeot 208, Citroen C1 und Fiat Punto gab es günstige Aktionsangebote.

19,7 Prozent Nachlass bei Internethändlern

Geld sparen ließ sich zudem bei Online-Neuwagenvermittlern, die im Schnitt 19,7 Prozent günstiger waren als der Listenpreis. In der Spitze gab es sogar noch höhere Rabatte, etwa mit 37 Prozent inklusive Eintauschprämie auf den Kleinwagen Skoda Fabia. Auch wer keinen Altwagen zur Inzahlungnahme hatte, konnte sparen, etwa 30,5 Prozent beim Fiat 500 oder zwischen 26 und 28 Prozent bei Hyundai i10, Renault Clio und Opel Corsa.

Schnäppchenjäger sollten zudem den Markt für junge Gebrauchte im Auge behalten. Händler und Hersteller haben im Mai erneut mit zahlreichen Eigenzulassungen für Nachschub beim Fahrzeugangebot gesorgt. So liegt die Quote der Neuzulassungen, hinter denen kein echter Kunde steht, im laufenden Jahr stabil bei rund 30 Prozent.

Wer vor dem Hintergrund der aktuellen Diesel-Diskussionen auf hohe Skandal-Rabatte hofft, wird jedoch bislang enttäuscht. So waren laut CAR keine besonderen Rabatte oder Incentives bei den Diesel-Neuwagen beobachtbar, trotz negativer Berichterstattungen über hohe Stickoxid-Emissionen, Fahrverbote, staatsanwaltliche Ermittlungen bei Autobauern und zuletzt US-Klagen gegen GM und Fiat. Gebrauchte Diesel gingen hingegen schlechter „weg“, die Standzeiten der Fahrzeuge auf den Händler-Gebrauchtwagenplätzen würden länger, so CAR-Leiter Ferdinand Dudenhöffer. Das Interesse von Neuwagenhändlern zur Inzahlungnahme von Diesel-Altwagen könnte dadurch sinken. (SP-X)

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Nach dem Sport- und Publizistikstudium hat er sein Handwerk in einer Nachrichtenagentur (ddp/ADN) gelernt. Danach war er jahrelang Sportjournalist und hat drei Olympische Spiele (Sydney, Salt Lake City, Athen) als Berichterstatter begleitet. Bereits damals interessierten ihn mehr die Hintergründe als das bloße Ergebnis. Seit 2005 berichtet er über die Autobranche. Neben der Autogazette verantwortet er auch den redaktionellen Teil des Magazins electrified (Print und Online).