11. Februar 2009

Fahrbericht Fahrbericht Opel Zafira 1.6 CNG Turbo Ende der Wartezeit beim Überholen

Der Opel Zafira CNG Turbo
Der Opel Zafira CNG Turbo © Foto: Opel

Auf Opels neuen Erdgas-Turbo gründet der Hersteller einige Hoffnungen. Das deutlich leistungsstärkere Fahrzeug soll endlich auch den Fahrspaß mit dem Alternativantrieb verknüpfen.




Von Martin Woldt
Nichts weniger als eine neue Ära verspricht Opel mit seinem neuesten Erdgas-Fahrzeug, dem Zafira 1,6 CNG Ecoflex Turbo. Und es ist das neue Wort «Turbo» im Namen, worauf sich diese Hoffnung gründet. Denn einen Zafira ohne gibt es bereits seit April 2006. 16.000 Stück, also rund 5500 pro Jahr, hat Opel davon bislang verkauft. Das schreit nicht gerade nach einem Erfolgsmodell und ist doch das meistverkaufte Erdgasfahrzeug in Deutschland.


Gute Gründe

Es mag viele Gründe geben, warum der Zuspruch bislang nicht größer war. Fahrzeugspezifisch lässt sich die zögerliche Kundenresonanz noch am plausibelsten an den bisherigen Leistungsdaten festmachen. 94 PS waren einfach zu wenig. Ein Beschleunigungsvermögen von 17 Sekunden (null auf hundert) das etwa dem des indischen Billigpioniers Tata Nano entspricht, deuten auf mangelnde Leidenschaft hin. Und tatsächlich dürfte man dem bisherigen Erdgas-Zafira am häufigsten wohl als Taxi begegnen, dort wo Zweckmäßigkeit und Kraftstoffkosten die Hauptrolle spielen.

Mehr Luft

Der Opel Zafira CNG Turbo
Der Opel Zafira CNG Turbo © Foto: Opel

Nun also ein Turbo. Der sorgt dafür, dass der Motor bei gleich großem Hubraum mit mehr Luft für die Verbrennung versorgt wird. Der Effekt ist allein an den nackten Zahlen ablesbar. Die Leistungsausbeute steigt auf 150 PS. Das Beschleunigungsvermögen sinkt auf 11,5 Sekunden für den Standardsprint. Das ist jetzt so flott wie ein Zafira mit einem 140 PS starken 1,8 Liter Benziner, der dabei allerdings keine vier Unterflurtanks zwischen den Achsen mitwuchten muss. Und zudem kann er nicht auf ein Drehmoment von 210 Newtonmeter (175 Nm) verweisen, das der Erdgas-Turbo hervorzaubert.

Mehr Luft im Brennraum

210 Newtonmeter, das sind 87 mehr als im bisherigen Erdgas-Zafira. Und es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn man diesen Unterschied nicht auf der Straße bemerken sollte. Man spürt ihn, und man spürt ihn deutlich. Da, wo der Fahrer bislang mit dem Überholmanöver am liebsten bis zu einer geraden, abschüssigen Gefällestrecke wartete, traut man dem Motor nun sofort zu, den Moment zu nutzen. Klebte ein gut besetzter Erdgas-Zafira bislang wie Blei auf dem Asphalt, wirkt der neue Turbo wie befreit. Man glaubt ihm aufs Wort, dass sein Sympathisantenkreis Zuwachs verdient.

Neue Sprintqualitäten

Allerdings braucht es für die neuen Sprintqualitäten auch einen gewissen Anlauf. Zwar soll das maximale Drehmoment eigentlich schon bei 2300 Kurbelwellenumdrehungen anliegen. So richtig munter wird die Maschine nach unseren ersten Fahreindrücken aber erst oberhalb von von 3000 Touren. Das könnte daran liegen, dass Opel, anders als Volkswagen, die im Passat jetzt auch einen Erdgas-Turbo anbieten, auf einen Kompressor verzichten, der den niedrigen Drehzahlbereich überbrücken hilft. Zwar ist es übertrieben beim Zafira von einem Turboloch zu sprechen. Aber auffällig ist schon, dass sich die eigentliche Leistungsentfaltung sehr weit oben abspielt. Das hat den angenehmen Effekt, dass man bei 150km/h auf der Autobahn spürt: hoppla hier geht ja noch ordentlich was. Tatsächlich reicht es noch hinauf bis zu 200 km/h. Im alten Zafira war schon bei 165 km/h Schluss.

Mehr Reichweite?

Opel hat für den kraftvolleren Gesamteindruck allerdings in Kauf genommen, dass sich der Verbrauch geringfügig erhöht. War der Vorgänger noch mit fünf Kilogramm Erdgas auf 100 Kilometern unterwegs, wird der Turbo nun mit 5,3 Kilogramm angegeben. Das erhöht seine CO2-Emissionsrate geringfügig von 138 auf 144 Gramm pro Kilometer. Wie das mit der Reichweitenangabe von 400 Kilometern zusammen passen soll, wäre noch bei einem gründlicheren Test aufzuklären. Das Tankvolumen hat sich mit 21 Kilogramm Erdgas gegenüber früher nicht verändert. Da allerdings wurde die Reichweite noch mit 380 Kilometern angegeben. Auch weiterhin gibt es für den Fall des Falles, dass man sich in einer Lücke im mittlerweile 824 Erdgas-Säulen umfassenden Tankstellennetz bewegt, einen 14 Liter umfassenden Benzin-Reservetank, der für 150 zusätzliche Kilometer auf klassische Art ausreichen soll.

Die Preise

Opel bietet den neuen Zafira ecoflex Turbo zu einem Preis von 25.430 Euro an und wirbt damit, dass dies 780 Euro weniger als die Anschaffungskosten für einem gleichstarken Turbodiesel wären. Der Erdgasvorgänger wurde zuletzt für 22.420 Euro offeriert, enthielt aber dafür keine Klimaanlage in der Serienausstattung.






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