PSA-Chef Tavares: Opel bleibt deutsch

Übernahme perfekt

Opel-Chef Michael Lohscheller (l.) und PSA-Chef Carlos Tavares.
Opel-Chef Michael Lohscheller (l.) und PSA-Chef Carlos Tavares. © Opel

Der Verkauf von Opel an den PSA-Konzern ist abgeschlossen. Opel-Chef Michael Lohscheller sprach von einem historischen Tag und Carlos Tavares gab ein Versprechen ab.

Die Übernahme ist perfekt: Der Rüsselsheimer Autobauer Opel gehört nun zum französischen PSA -Konzern. Die Verträge mit dem Verkäufer General Motors seien abgeschlossen, teilte am Opel am Dienstag in Rüsselsheim mit. Mit der Übernahme entsteht gemessen an den Absatzzahlen der nach Volkswagen zweitgrößte Autokonzern Europas mit einem Marktanteil von rund 17 Prozent.

Opel hatte seit 1929 zu General Motors gehört und war zeitweise der größte Autobauer in Deutschland. Seit 1999 hatten die Rüsselsheimer mit ihrer britischen Schwestermarke Vauxhall allerdings keinen operativen Jahresgewinn mehr abgeliefert.

Bei Opel steht jetzt eine Sanierung an, die PSA-Chef Carlos Tavares dem deutschen Management überlassen will. Die Neuaufstellung werde nicht von Paris aus gesteuert, hatte Tavares stets betont. Der Sanierungsplan werde unter Aufsicht des neuen Opel-Chefs Michael Lohscheller erstellt und soll innerhalb von 100 Tagen vorliegen. Ab 2020 soll eine Gewinnspanne von zwei Prozent erreicht werden, die bis 2026 auf sechs Prozent ansteigen soll. Der bisherige Vorstandschef Karl-Thomas Neumann verlässt das Unternehmen. Für seinen Nachfolger Lohscheller kommt der bisherige PSA-Controller Philippe de Rovira als Finanzchef in den Vorstand. Auch drei neue Bereichsvorstände wurden berufen.

Tavares: Opel bleibt deutsch

"Opel bleibt deutsch und Vauxhall bleibt britisch. Sie ergänzen unser bestehendes Portfolio aus den französischen Marken Peugeot, Citroën und DS Automobiles perfekt", erklärte Tavares. Es entstehe ein "europäischer Champion". Die EU-Kommission hat der seit März verhandelten Übernahme kartellrechtlich zugestimmt. PSA zahlt für das GM-Europa-Geschäft inklusive der britischen Opel-Schwester Vauxhall und der Finanzsparte rund 2,2 Milliarden Euro. GM-Finanzvorstand Chuck Stevens hat die Kosten für den Verkauf auf 5,5 Milliarden Dollar (4,7 Mrd Euro) beziffert, weil GM noch Pensionsverpflichtungen für die Mitarbeiter übernimmt. Opel/Vauxhall beschäftigt etwa 38 000 Mitarbeiter in sieben europäischen Ländern, die Hälfte davon in Deutschland.

"Dies ist ein historischer Tag. Wir sind stolz darauf, Teil der PSA-Gruppe zu sein. Nach 88 Jahren bei General Motors schlagen wir nun ein neues Kapitel in unserer Geschichte auf. Dabei setzen wir unseren Weg fort, Technologie 'made in Germany' für alle zugänglich zu machen“, sagte Lohscheller. „Mit der Bündelung all unserer Stärken werden wir Opel und Vauxhall in ein profitables Unternehmen verwandeln. Wir haben uns selbst das klare Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020 wieder profitabel zu sein."

Opel und PSA arbeitenn bereits seit 2012 zusammen. Im Rahmen dieser Kooperation wurde vier Fahrzeuge konzipiert, darunter Opel Crossland X, der seit Ende Juni bei den Händlern steht. Danach folgt im Herbst der Opel Grandland X, bevor 2018 der Opel Combo und 2019 die nächste Generation des Bestsellers Opel Corsa kommt. (AG/FM/dpa)

Opel auf dem Autosalon Genf

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Nach dem Sport- und Publizistikstudium hat er sein Handwerk in einer Nachrichtenagentur (ddp/ADN) gelernt. Danach war er jahrelang Sportjournalist und hat drei Olympische Spiele (Sydney, Salt Lake City, Athen) als Berichterstatter begleitet. Bereits damals interessierten ihn mehr die Hintergründe als das bloße Ergebnis. Seit 2005 berichtet er über die Autobranche. Neben der Autogazette verantwortet er auch den redaktionellen Teil des Magazins electrified (Print und Online).