9. November 2017

Strategieplan Pace vorgelegt Opel verzichtet auf Kündigungen

PSA-Chef Carlos Tavares und Opel-Chef Michael Lohscheller.
PSA-Chef Carlos Tavares und Opel-Chef Michael Lohscheller. © dpa

Opel will bis 2020 wieder in die Gewinnzone zurückkehren. Dank Synergiegeschäfte innerhalb der PSA-Gruppe sollen Kosten ebenso gesenkt werden wie auch bei den neuen Lohnmodellen. Auf betriebsbedingte Kündigungen soll verzichtet werden.




Das Ziel ist Opel seit Jahren kein neues. Auch unter der ehemaligen Mutter General Motors sollte die Rückkehr in die Gewinnzone geschafft werden. 100 Tage nach der Übernahme durch PSA Peugeot Citroen will der Autohersteller aus Rüsselsheim mit dem neuen Strategieplan Pace wieder eine gesunde finanzielle Basis herstellen.

„Pace wird für einen sofortigen Leistungsschub sorgen. Davon profitieren das Unternehmen Opel/Vauxhall und natürlich auch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, sagt Opel-Chef Michael Lohscheller.


Ab 800.000 Einheiten in die Gewinnzone

Bis 2020 wird eine Marge über zwei Prozent angesteuert, die auf sechs Prozent bis 2026 anwachsen soll. Dank Synergien innerhalb der PSA-Gruppe sollen bis 2020 1,1 Milliarden Euro sowie bis 2026 1,7 Milliarden Euro pro Jahr eingespart werden, sodass Opel/Vauxhall dann bereits bei 800.000 jährlichen Verkäufen die Gewinnzone erreicht. Im vergangenen Jahr hatte der Hersteller 1,16 Millionen Einheiten abgesetzt.

Für die Zielerreichung sieht Pace vor, alle Werke in Europa zu behalten und betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden, wie Opel mitteilte. Allerdings wird auch bei den Lohnkosten eine nachhaltige Reduzierung greifen, die über Angebote für Altersteilzeit sowie innovative Arbeitszeitkonzepte und freiwillige Programme erreicht werden soll. Hier stehen Gespräche mit der Gewerkschaft an. Bis zum Ende des nächsten Jahres sind alle 19.000 deutschen Opel-Mitarbeiter geschützt – und auch danach soll der zum Teil befürchtete Kahlschlag ausfallen.

Elektrifizierung der Baureihen

Der Grandland X erhält einen Plugin-Hybrid-Antrieb
Der Grandland X erhält einen Plugin-Hybrid-Antrieb © Opel

„Pace wird unser ganzes Potenzial freisetzen! Dieser Plan ist von zentraler Bedeutung, um unser Unternehmen und unsere Mitarbeiter auch unter schwierigen Bedingungen zu schützen und Opel/Vauxhall in ein nachhaltiges, profitables, elektrisches und globales Unternehmen zu verwandeln“, so Lohscheller weiter.

Bei der Produktion schwenkt der deutsche Hersteller auf die bestehenden PSA-Plattformen um, sodass der noch von Chevrolet stammende Opel Ampera-e ebenso keine Zukunft mehr hat wie der bereits fast in den Startlöchern stehende Corsa. Der nunmehr für 2019 terminierte Kleinwagen wird auf neuer Plattform eine der ersten vier Baureihen sein, die bis 2020 elektrifiziert sein werden. Bis 2024 soll es dann in jeder Baureihe einen Plugin-Hybrid oder einen reinen Elektroantrieb neben den Verbrennungsmotoren geben. Bereits auf der IAA im September hatte Lohscheller die Plugin-Variante des Grandland X angekündigt.

Rüsselsheim als Kompetenzzentrum



Die Entwicklung neuer Modelle soll weiterhin in Rüsselsheim stattfinden, das zudem zum globalen Kompetenzzentren für die gesamte Groupe PSA ausgebaut wird. Die Entwicklung von Brennstoffzellen sowie Assistenzsystemen und Technologien zum automatisierten Fahren sind die ersten Aufgaben für die Entwickler, deren Ergebnisse ab 2022 auf bis zu 20 neuen Exportmärkten fahren sollen.

„Damit wird unsere Zukunft gesichert und zugleich die Entwicklung der Groupe PSA durch deutsche Ingenieurskunst bereichert. Die Umsetzung hat bereits begonnen. Alle Teams sind fest entschlossen, die Ziele zu erreichen“, sagt Lohscheller. (AG/TF)



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