14. Februar 2017

Einigung noch ungewiss Opel-Mutter GM will Europageschäft an PSA verkaufen

PSA will Opel übernehmen.
PSA will Opel übernehmen. © dpa

Nun hat auch General Motors die Gespräche mit dem PSA-Konzern bezüglich eines möglichen Verkaufs des Europageschäfts an die Franzosen bestätigt. Beide Autobauer arbeiten bereits seit 2012 bei verschiedenen Projekten zusammen.




Der traditionsreiche Autobauer Opel könnte bald ein Teil des französischen Autokonzerns PSA Peugeot Citroën werden. PSA sowie der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) bestätigten am Dienstag Gespräche über einen Verkauf des GM-Europageschäfts an die Franzosen. Zum Europageschäft von General Motors gehören Opel sowie die britische Schwestermarke Vauxhall.

Die Konzerne loten verschiedene Möglichkeiten zur Expansion und Kooperation aus, wie es hieß. Es sei jedoch noch ungewiss, ob eine Einigung erzielt werde. Die beiden Autohersteller arbeiten bereits seit 2012 bei verschiedenen Projekten in Europa zusammen. Opel schreibt trotz Fortschritten seit Jahren rote Zahlen. Die Betriebsräte sehen sich bei den Verkaufsgesprächen mit PSA übergangen. Der für die deutschen Opel-Werke zuständige IG-Metall-Bezirk Mitte in Frankfurt sprach von einer «beispiellosen Verletzung» sämtlicher deutscher wie europäischer Mitbestimmungsrechte. Gleichzeitig erklärte die Gewerkschaft aber ihre Bereitschaft zur vorbehaltlosen Prüfung der Vorschläge.


Gemeinsame Produkte werden

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hofft, dass eine mögliche Übernahme von Opel durch PSA keine negativen Folgen für den Standort Kaiserlautern hat. Der Autobauer hat in Deutschland außerdem Standorte am Stammsitz Rüsselsheim sowie in Eisenach. Opel hat rund 35 600 Mitarbeiter in Europa, davon mehr als die Hälfte in Deutschland. Das Traditionsunternehmen wurde 1862 in Rüsselsheim bei Frankfurt gegründet und 1929 vom US-Konzern General Motors übernommen.

Aus der gemeinsame Produktion von Opel und PSA laufen derzeit die ersten Gemeinschaftsautos von den Bändern und sollen die Angebotslücke von Opel bei den auf städtische Belange getrimmten Mehrzweckfahrzeugen (SUV/CUV) schließen. Die Adam Opel AG hat seit 1999 keinen Gewinn mehr bei GM in Detroit abgeliefert und auch 2016 die Rückkehr in die Gewinnzone nicht geschafft. Stattdessen betrug der operative Verlust für 2016 rund 257 Millionen US-Dollar (241 Mio Euro). Das war immerhin eine deutliche Verbesserung nach 813 Millionen Dollar Verlust im Jahr zuvor.

Das Unternehmen musste in den vergangenen Jahren den Wegfall des kompletten russischen Marktes wie auch die Folgen der Brexit-Entscheidung für den größten Einzelmarkt Großbritannien verkraften. Werke in Antwerpen und Bochum wurden geschlossen. Ein Gewinn ist nun erst für 2018 geplant.

Bereits 2009 Verkaufsgespräche

Zentrale von GM in Detroit
Zentrale von GM in Detroit © dpa

2009 war General Motors infolge der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise schwer angeschlagen. Opel arbeitete anschließend an einem Konzept zur Trennung von dem Mutterkonzern. Im Sommer 2009 hatten sich Bund, Länder, GM und das US-Finanzministerium nach langem Poker mit dem österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna auf ein Rettungskonzept geeinigt - im November dann beschloss GM, Opel doch zu behalten.

Bei PSA Peugeot Citroën mit Sitz in Paris fuhr Konzernchef Carlos Tavares in den vergangenen Jahren einen harten Sanierungskurs - unter anderem mit Werkschließungen und Jobabbau. Um das vor drei Jahren stark angeschlagene Unternehmen zu retten, schoss unter anderem der französische Staat Geld zu und hielt zuletzt rund 14 Prozent der Anteile. Der Konzern beschäftigte zuletzt rund 184.000 Mitarbeiter. (dpa)



Lesen Sie mehr aus dem Ressort Unternehmen



Mehr zur Marke Opel

«Erste konstruktive Signale für Beschäftigte»Dudenhöffer: Jeder dritte Opel-Job in Gefahr

Bis zum Beginn des Automobilsalons in Genf in zweieinhalb Wochen sollen die Übernahmegespräche zwischen PSA Peugeot Citroen und Opel per Vertrag abgeschlossen sein. Danach beginnt der große Zittern der rund 19.000 deutschen Opel-Beschäftigten.


Neues SUV der RüsselsheimerOpel Crossland X: Mit Synergien Erfolgskurs fortsetzen

Das Tagesgeschäft für Opel muss weitergehen. Daran ändert auch der mögliche Kauf durch den PSA-Konzern nichts. Schließlich will man in diesem Jahr sieben neue Modelle auf den Markt bringen. Dazu gehört auch der Crossland X – ein Gemeinschaftsprodukt mit den Franzosen.


Möglicher Opel-Verkauf an PSAAuch Vauxhall-Mitarbeiter sorgen sich um ihre Jobs

Ein möglicher Verkauf von Opel an den PSA-Konzern wird in Großritannien zur Chefsache. Premierministerin Therasa May wurde von PSA-Chef Tavares zum Gespräch eingeladen. Die Mitarbeiter von Vauxhall sorgen sich um die Jobs.



Mehr aus dem Ressort

Herbert Diess
IG Metall moniert VerstoßVW-Markenchef Diess prüft Gewerkschaftsbonus

Herbert Diess prüft mögliche Vorteile der Gewerkschaftszugehörigkeit bei Beförderungen. Laut der IG Metall verstößt der VW-Markenchef dabei gegen das Arbeitsrecht.


BMW Hybrid CO2 neu Aufmacher dpa
Klimaschädliches KohlendioxidCO2-Flottenwert: BMW erreicht fast Niveau von Daimler

BMW hat den CO2-Grenzwert seiner Autos im Vorjahr in Europa um zwei Gramm reduzieren können. Mit einem Flottenwert von 124 g/km liegt man fast auf dem Wert von Daimler.


Neumann soll Opel-Chef bleibenBundesregierung rechnet mit Opel-Übernahme

Die bereits fortgeschrittenen Vertragsverhandlungen zwischen dem französischen Autokonzern PSA Peugeot Citroen und Opel deuten auf eine Übernahme des Herstellers aus Rüsselsheim hin. Bundeskanzlerin Angela Merkel macht sich für den Erhalt der Arbeitsplätze stark.