Opel-Chef Neumann: «Chance auf einen europäischen Champion»

PSA-Forderung: Bis 2020 profitabel

Mary Barra, Carlos Tavarez, Karl-Thomas Neumann
Mary Barra, Carlos Tavarez, Karl-Thomas Neumann © dpa

Nach der Übernahme durch PSA Peugeot Citroen peilt Opel-Chef Karl-Thomas Neumann hohe Ziele an. Der PSA-Finanzchef stellt einen Drei-Jahres-Plan für den Autohersteller aus Rüsselsheim auf.

Die Übernahme von Opel durch PSA verschafft dem Rüsselsheimer Autobauer nach Einschätzung von Opel-Chef Karl-Thomas Neumann neue Wachstumschancen. "Aus der heutigen Ankündigung entsteht die Chance, einen wirklichen europäischen Champion zu schaffen", betonte Neumann am Montag in einer Botschaft an die Opel-Mitarbeiter. "Fast 17 Prozent gemeinsamer Marktanteil - das bedeutet Rang zwei in Europa. Wir würden von der neuen Größe profitieren, aber auch von einer gemeinsamen Fahrzeugentwicklung und der Stärke zweier Unternehmen mit hoch motivierten und hoch qualifizierten Mitarbeitern."

Die Opel-Mutter General Motors (GM) und der französische Autokonzern PSA Peugeot Citroën hatten zuvor ihre grundsätzliche Einigung auf den Milliarden-Deal verkündet. Die Wettbewerbshüter müssen der Übernahme der GM-Europasparte mit den Marken Opel und Vauxhall noch zustimmen. Bis Ende des Jahres soll das Geschäft unter Dach und Fach sein.

Tavares lobt Neumanns Arbeit

"Heute ist ein historischer Tag für Opel und Vauxhall", befand Neumann. Opel werde nach Abschluss der Transaktion "ein integraler Teil der PSA-Gruppe". PSA-Chef Carlos Tavares sagte, dass Neumann als Opel-Chef weitermachen solle. Er lobte dessen "exzellente Arbeit".

Opel und PSA hätten bereits in den vergangenen Jahren gezeigt, dass sie erfolgreich zusammenarbeiten könnten "und dass aus dieser Teamarbeit fantastische Autos entstehen", meinte Neumann. "Das ist ein sehr gutes Zeichen für die Zukunft."

PSA-Forderung: Ab 2020 profitabel

Nach jahrelang roten Zahlen soll Opel im PSA-Konzern bis 2020 profitabel werden. Dafür soll es einen Drei-Jahres-Plan geben. «Wir streben eine strukturelle und dauerhafte Verbesserung an», sagte PSA-Finanzchef Jean-Baptiste de Chatillon am Montag am Rande einer Pressekonferenz seines Unternehmens in Paris.

Da der Verkauf von Opel erst Ende des Jahres abgeschlossen werde, greife der Plan von 2018 an. Er müsse vom Opel-Management selbst kommen. De Chatillon unterstrich, dass ein Unternehmen profitabel sein müsse. Opel hatte es wegen der Brexit-Entscheidung im vergangenen Jahr nicht geschafft, wieder in die schwarzen Zahlen zu kommen. In Großbritannien ist die Schwestermarke Vauxhall beheimatet. (dpa)

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Der diplomierte Religionspädagoge arbeitete neben seiner Tätigkeit als Gemeindereferent einer katholischen Kirchengemeinde in Berlin in der Sportredaktion der dpa. Anfang des Jahrtausends wechselte er zur Netzeitung. Seine Spezialgebiete waren die Fußball-Nationalelf sowie der Wintersport. Ab 2004 kam noch das Autoressort hinzu, ehe er 2006 die Autogazette mitgründete. Seit Beginn 2018 ist er als freier Journalist unterwegs.