8. Februar 2016

Hilfreiches Telematiksystem Opel mit OnStar auf dem Weg zur globalen Welt

Jeder zweite Kunde hat OnStar in seinem Opel.
Jeder zweite Kunde hat OnStar in seinem Opel. © Opel

Opel bietet OnStar mittlerweile für alle Modelle des Unternehmens an. Das neue Telematiksystem wird von den Kunden dabei nicht nur als Helfer für die Navigation angesehen, sondern kontrolliert auch das Auto selbst.




Von Thomas Flehmer

In den USA feiert OnStar in diesem Jahr bereits seinen 20. Geburtstag, in Deutschland ist das Telematiksystem seit dem vergangenen Jahr mit der Einführung des neuen Astra auf dem Markt. „Die Vernetzung ist eines der drei großen Themen beim Auto und da ist Opel ganz vorn dabei“, sagte Andreas Marx der Autogazette.

Der Opel-Marketingdirektor freut sich, dass schon nach sehr kurzer Zeit der kleine Helfer in den Fokus der Kunden geraten ist. „Heute hat jeder zweite Opel-Kunde die OnStar-Funktionalität im Auto, sei es als Serienausstattung oder optional. Wir haben in den oberen Ausstattungsvarianten OnStar in Serie, weil wir wissen, dass es in den höherwertig ausgestatteten Modellen genutzt und weitergetragen wird“, so Marx.



Notrufsystem ab 2018 in der EU Pflicht

Dabei erfüllt OnStar, das mittlerweile für alle Modelle angeboten wird, verschiedene Funktionen. Ganz weit oben steht dabei das Notrufsystem ecall, das ab April 2018 Pflicht für alle neu zugelassenen Fahrzeuge in der EU sein wird und im Falle eines Unfalls die Daten des Fahrzeugs an die betreffenden Stellen weitergibt. Bei Opel wird das System automatisch ausgelöst, nachdem ein Insasse den Notrufknopf gedrückt hat oder nachdem mindestens ein Airbag aufgegangen ist. „Im Falle eines Unfalls wählen wir uns direkt zum Auto ein. Wenn sich dort niemand meldet, wird sofort der Notarztwagen gerufen“, sagt Marx.

Zugleich versucht einer der bisher 120 Opel-Mitarbeiter aus dem Call-Center im britischen Luton nördlich von London Kontakt aufzunehmen. „Gerade beim Thema Notruf haben wir speziell geschulte Mitarbeiter, die in psychologisch schwierigen Situationen entsprechend auf die Insassen einwirken können“, sagt der Marketing-Direktor. Vier Prozent der bisherigen Anrufe im Norden Londons entfielen auf Notruf-Calls.

Auto wird technisch überprüft

120 Mitarbeiter kümmern sich um das Wohl der Insassen
120 Mitarbeiter kümmern sich um das Wohl der Insassen © Opel

Die meisten der Anrufer ließen sich von einem Service-Mitarbeiter – das Wort Concierge-Dienst wird in Rüsselsheim vermieden – sich das ausgewählte Ziel heraussuchen und auf das Navigationsgerät speichern. Das klingt zunächst etwas komisch, sich auch diese Arbeit abnehmen zu lassen, wird aber kontinuierlich genutzt. „Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Wer einmal den Online- und Serviceassistent in Anspruch genommen hat, wird nie mehr selbst sein Navigationsziel eintippen, sondern immer den Service anrufen“, sagt auch aus eigener Erfahrung Opel-Pressesprecher Patrick Munsch, der somit die Hände vom Navi weglässt.

An zweiter Stelle der gewünschten Dienste liegt die Überprüfung des Autos. „In der Fahrschule haben wir früher gelernt, das Auto vor dem Losfahren zu überprüfen. Heute macht das kein Mensch mehr. Wenn Sie OnStar haben, übernimmt der nette Herr oder die nette Dame im Callcenter in Luton die Überprüfung und wünscht Ihnen dabei sogar noch einen guten Morgen“, sagt Marx.

Keine Probleme mit dem Datenschutz

OnStar bietet auch einen WLAN-Hotspot an
OnStar bietet auch einen WLAN-Hotspot an © Opel

Aber auch zum Auffinden des Autos – sei es nach einem Diebstahl oder wenn der Besitzer vergessen hat, wo er den Opel hingestellt hat – bietet OnStar Hilfe an. Ein Anruf oder eine Anfrage über die App genügt und schon wird das Auto aufgespürt. Knapp 50 Mal mussten in den vergangenen Monaten die Fahrzeuge gesucht werden. Und auch der Weg zum nächsten Restaurant oder zur Tankstelle kann erfragt werden.

Probleme mit dem Datenschutz haben die Kunden dabei nicht. „Seit der bisher kurzen Zeit der Einführung haben 70 Prozent der Kunden das System aktiviert“, sagt Marx. Beim Kauf werden die Händler speziell darauf eingeschworen, auf die Aktivierung hinzuweisen, die der Kunde dann selbst vornehmen muss. „Das heißt, die Kunden, die das System haben, die nutzen es auch“, so Marx, „wir gehen davon aus, dass bis zum Sommer hin zwischen 80 und 90 Prozent der Kunden mit OnStar-Vorrüstung das System aktivieren werden.“

Gute Erfahrungen aus Nordamerika

Per Knopfdruck kommt Hilfe
Per Knopfdruck kommt Hilfe © Opel

Opel hat deshalb auch das Telematiksystem in die neue Opel Flat miteingebaut. Dann ist der Dienst drei Jahre kostenfrei, ansonsten fallen pro Jahr 99 Euro an. Neben den OnStar-Diensten ist dann natürlich auch WiFi umsonst. „Und die Kunden wollen es dann auch nutzen.“ Ob noch weitere Dienste hinzukommen werden, kann Marx noch nicht sagen. „Heute sind wir noch sehr Autokonzentriert, aber in fünf oder zehn Jahren kann sich das Leben ganz anders darstellen.“

Als Vorteil sieht Marx an, dass das System in Nordamerika bereits seit zwei Dekaden benutzt wird. In rund sieben Millionen Fahrzeugen des GM-Konzerns ist OnStar installiert. „Auf diesen Erfahrungen konnten wir aufbauen und haben es auf unser Angebot transferieren können. Es gibt kaum Unterschiede in den Verhaltensweisen der Menschen in verschiedenen Kulturkreisen. Da wird die Welt globaler.“



Lesen Sie mehr aus dem Ressort Navigation



Mehr zur Marke Opel

Tavares versprichtPSA will Opel nicht zu französischem Autobauer machen

Opel soll auch nach einer möglichen Übernahme ein deutsches Unternehmen bleiben. Das versprach PSA-Chef Carlos Tavares bei der Vorlage der Jahreszahlen in Paris. Schließlich würde es Kunden geben, die kein französisches Auto fahren wollten.


Nach Gesprächen mit PSA-SpitzeOpel-Arbeitnehmervertreter vertrauen Tavares Aussagen

PSA-Chef Carlos Tavares will im Zuge einer möglichen Übernahme Opel als eigenständiges Unternehmen belassen. Auch die bestehenden Vereinbarungen mit den Arbeitnehmern sollten unangetastet bleiben.


«Erste konstruktive Signale für Beschäftigte»Dudenhöffer: Jeder dritte Opel-Job in Gefahr

Bis zum Beginn des Automobilsalons in Genf in zweieinhalb Wochen sollen die Übernahmegespräche zwischen PSA Peugeot Citroen und Opel per Vertrag abgeschlossen sein. Danach beginnt der große Zittern der rund 19.000 deutschen Opel-Beschäftigten.



Mehr aus dem Ressort

BMW präsentiert die Studie eines holographischen Bedienkonzeptes
Holographische Bedienkonzept-StudiePremiere auf CES: BMW auf Star Wars-Kurs

Prinzessin Leia sonderte per Holographie einen Notruf über R2D2 ab. BMW könnte die Fahrer mit dem neuen Bediensystem gedanklich ganz nah an den ersten Star Wars-Film Ende der siebziger Jahre zurückbeamen.


Opel stattet den Mokka X mit IntelliLink und OnStar aus.
IntelliLink und Onstar an BordOpel vernetzt neuen Mokka X

Für Opel ist die Überarbeitung des Mokka zum Mokka X nicht auf optische Reize beschränkt. Neben einem neuen Turbo-Benziner fährt das Mini-SUV aus Rüsselsheim voll vernetzt vor.


Auch VW führt Online-Dienste und Notruf ein.
Premiere im TiguanVW Car-Net: Nachricht für Papa

Online-Dienste halten mehr und mehr Einzug in das Auto. Volkswagen macht nun den Anfang im Tiguan – allerdings nicht unbedingt nur zur Freude von jüngeren Fahrern.