«Du hast eine Nachricht von Susanne»

Vernetzter Opel Adam

Opel Adam Intelli-Link
Mit BringGo bietet Opel für den Adam auch eine Navigations-App. © Opel

Der Opel Adam ist der bestvernetzte Kleinwagen im Segment. Mit dem Infotainment-System Intelli-Link bietet er dem Fahrer viele nützliche Features. Dazu gehört auch die Sprachsteuerung Siri Eyes Free. Wir haben das System getestet.

Von Frank Mertens

Der Trend ist klar: Das Smartphone hat Einzug ins Auto gehalten und wird immer mehr Infotainment-Funktionen übernehmen und den Fahrer durch eine Vielzahl von Features entlasten und damit zu einer Erhöhung der Fahrsicherheit beitragen.

Dass die Vernetzung des Fahrzeuges mit dem Smartphone eine sinnvolle und durchaus auch kostengünstige Angelegenheit sein kann, beweist der Autobauer Opel mit seinem Kleinwagen Adam, in dem erstmals das Infotainment-System Intelli-Link zum Einsatz kommt.

Intuitiv zu bedienendes System

Es ist das erste Infotainment-System in einem Modell des Rüsselsheimer Autobauers, das statt auf eine Vielzahl von verwirrenden Tasten auf einen intuitiv zu bedienenden 7 Zoll großen Touchscreen setzt. Dass das System den Nerv der Kunden getroffen hat, zeigt die Einbaurate des gerade einmal 300 Euro teuren System: es liegt beim Adam bei 70 Prozent. Opel, das sich mit einem derartigen System auch als trendige und technikaffine Marke präsentieren will, bietet Intelli-Link mittlerweile auch im Mokka und im Insignia an, dem Flaggschiff des Unternehmens.

Opel hat erkannt, dass neben einem trendigen Fahrzeug mit Zehntausenden an Individualisierungsmöglichkeiten die junge Kundschaft auch nach einem innovativen Infotainmentsystem verlangt, das auf Smartphones mit unterschiedlichen Betriebssystemen funktioniert. Was Intelli-Link im Adam zu bieten hat, zeigt unser Alltagstest mit dem System.

Betriebssystem des Smartphones

Intelli-Link ist für den Einsatz von Smartphones mit dem Betriebssystem Android und Apples iOS ausgelegt. Um die dort verfügbaren Apps wie beispielsweise das Navigationssystem BringGo nutzen zu können, benötigt man mindestens Android 2.3 beziehungsweise Apples iOS 6.X oder eine höhere Version. Weitere Informationen zu Betriebssystemen und unterstützten Geräten erfährt man auf der Bringgo-Seite.

Wie funktioniert Intelli-Link?

so sieht der Startbildschirm beim Intelli-Link-System von Opel aus.
So sieht der Startbildschirm bei Intelli-Link aus Opel

Intelli-Link unterstützt eine Vielzahl tragbarer Bluetooth-, USB- und auch Audio-Gerätn. Auf dem 7 Zoll großen Startbildschirm sind die Grundfunktionen für Audio, Galerie, Telefon, Apps und Einstellungen in Symbolform zu sehen. Sie können über den berührungsempfindlichen Startbildschirm schnell mittels eines leichten Fingerdrucks aufgerufen werden. Intelli-Link kann auch über die Lenkradfernbedienung angesteuert werden. Das System ermöglicht für Apple-Nutzer auch eine Sprachsteuerung mittels Siri. Doch dazu unten mehr.

Wie klappt die Verbindung mit dem Smartphone?

Bestens. Bei unserem Test erfolgte die Verbindungsaufnahme zur Freisprechfunktion per Bluetooth schnell und ohne Probleme, so muss es sein. Die Verbindung kann aber natürlich auch über ein USB-Kabel erfolgen, je nachdem, was einem lieber ist.

Telefonieren und Freisprechen

Per Knopfdruck wird Intellilink im Opel Adam aktiviert.
Über das Lenkrad kann die Sprachsteuerung aktiviert werden Opel

Das Telefonieren über Intelli-Link gestaltet sich unproblematisch. Anrufe können über die Tasten am Lenkrad des Opel Adam getätigt und auch beendet werden. Hierüber können dann auch Telefonbuch und die Anruferliste aufgerufen werden. Insgesamt, so verspricht Opel, können bis zu fünf Smartphones mit dem System verbunden werden. Nicht optimal gelöst ist das Führen eines Telefonats mit einem Teilnehmer, dessen Nummer nicht im Adressbuch hinterlegt ist: Hierzu muss die Nummer auf dem Zahlenfeld händisch eingetippt werden. Anders sieht das schon bei Apple-Nutzer aus, die auf Siri zurückgreifen können.

Siri Eyes Free

Im Opel Adam kommt Siri Eyes Free zum Einsatz.
Per Sprachbefehl kann Intelli-Link bedient werden. Opel

Für eine deutliche Erhöhung der Fahrsicherheit sorgt im Opel Adam für alle Apple-User Siri Eyes Free. Denn ohne die Hände vom Lenkrad zu nehmen, kann der Fahrer nach der Aktivierung der Sprachsteuerung für die entsprechende Lenkradtaste Siri beispielsweise auffordern, einen Musiktitel abzuspielen, ein Telefonat zu führen, eine SMS zu schreiben oder sich eine SMS vorlesen zu lassen. Das hört sich nicht nur cool an, sondern funktioniert in der Praxis bei deutlicher Aussprache zumeist ganz hervorragend.

Wer beispielsweise sich seine Kurznachrichten von Siri vorlesen lassen will, braucht dafür nur die Aufforderung „Lies SMS“ sprechen, schon liest Siri die eingegangenen SMS vor. „Du hast eine Nachricht von Susanne. Kannst Du heute die Kinder um 14 Uhr aus der Schule abholen?“ Wer nicht weiß, ob er zu dieser Uhrzeit einen Termin hat, kein Problem. Er braucht Siri nur fragen: „Habe ich heute um 14 Uhr einen Termin?“ Dann antwortet Siri beispielsweise: „Du hast an diesem Nachmittag keine Termine im Kalender. Soll ich einen Eintrag erstellen?“ Nach der Antwort „Ja“ oder „Nein“ kann sofort Susanne informiert werden, dass die Kinder aus der Schule abgeholt werden können oder nicht. Dazu sagt man einfach: „Schicke SMS an Stefanie“ und gibt dann die Nachricht mündlich ein. Mit diesem System wird Siri zu einem fahrenden Büro und entlastet den Fahrer auf unkomplizierte Weise – und sorgt zugleich davor, keine Punkte für die unerlaubte Nutzung des Handys zu bekommen. Derzeit gibt es die Sprachsteuerung leider nur für Nutzer eines iPhone (ab 4s) und eines iPads.

Radio und Musik

Musik auf dem Handy kann problemlos über Intelli-Link abgespielt werden Opel

Das Radio CD 3.0 BT gehört in allen Adams der Varianten Jam, Glam und Slam zur Serie, für die Einstiegsvariante Adam kostet es einen Aufpreis von 250 Euro. Hier stehen beim Radio AM, FM und optional DAB (Aufpreis 200 Euro) zur Verfügung. Gesteuert werden kann es über den Touchscreen über den Menü-Punkt Audio. Auf der Oberfläche des Radios kann der Sendersuchlauf über die Pfeiltasten gestartet werden, aber auch die Bedienung über das Lenkrad ist möglich. Natürlich lässt sich die Musik wie beispielsweise MP3-Files vom Smartphone ins Intelli-Link-System unproblematisch übertragen. Hier kann der Fahrer sein eigener DJ sein. Natürlich lassen sich die Musiktitel im Display anzeigen.

Welche Apps stehen zur Verfügung?

Nicht alle Apps laufen auf Intelli-Link. Es funktionieren nur die, die von Opel bisher ausgewählt wurden. Dazu gehören das Webradio Stitcher, über das man Internet-Radio-Podcasts empfangen kann. Mit Tun-In-Radio kann unter 70.000 Sendern gewählt werden. Zugleich gibt es die Navigations-App BringGo. Opel verspricht, dass es zukünftig noch weitere Apps für das System geben wird.

Fotos und Videos

Auch Bilder lassen sich bei Intelli-Link anzeigen.
Bilder vom Smarthphone können Opel

Wer möchte, der kann sich über die vorhandene USB- beziehungsweise die Aux-in-Schnittstelle natürlich auch die auf dem Smartphone angespeiecherten Fotos oder auch Videos auf dem Bildschirm des Intelli-Link-Systems anzeigen lassen.

Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die notwendigen Dateiformate unterstützt werden. Aus Sicherheitsgründen können Videos nur beim stehenden Fahrzeug abgespielt werden.

Welchen Eindruck hinterlässt die Navigations-App?

Einen guten. BringGo stammt von dem koreanischen Hersteller Engis Technologies und lässt sich im App-Store oder bei Google Play herunterladen. Sie kostet für eine 30-tägige Probezeit 0,99 Euro. Nach der Testphase werden 50 bis 60 Euro fällig, je nachdem, ob man sich für die Version mit oder ohne Kartenupdates entschieden hat. Nachdem man sich die App aus dem Store heruntergeladen hat, erscheint das BringGo-Symbol sowohl im Smartphone als auch auf dem breiten Bildschirm des Infotainmentsystems angezeigt. Von hier aus werden sie dann auch gesteuert. Auf dem Bildschirm erscheinen die Symbole der Navigations-App wie beispielsweise Route, Punkte auf der Karte, Letzte Ziele, Adresse oder Sonderziele gestochen scharf.

Dabei offeriert das System nach der Adresseingabe zugleich drei Routenvorschläge (Empfohlene, Kürzeste, Eco) und liefert, wie man es von anderen Anwendungen kennt, Entfernung und Fahrzeit gleich für die Auswahlentscheidung mit. Die Strecken werden unter Einbeziehung von Verkehrs-Echtzeitinformationen erstellt. Beim Antippen der Symbole beziehungsweise der Eingabe der Adresse merkt man nicht, dass sich die App auf dem Smartphone befindet.

Die Darstellung der Karte mag manchen vielleicht etwas verspielt, vielleicht auch etwas zu bunt erscheinen, aber das ist nur Geschmacksache. Dafür glänzt die Navi-App mit einen detailgenauen Darstellung und einer guten optischen und akustischen Zielführung. Dazu trägt beispielsweise eine 3D-Map-Darstellung bei, die dem Fahrer ein realistisches Fahrgefühl vermittelt. Zu den Features der BringGo-App gehört auch eine Warnung bei überhöhter Geschwindigkeit.

Fazit

Das neue Intelli-Link-System im Opel Adam ist eine Empfehlung. Für den Preis von gerade einmal 300 Euro bietet es eine Vielzahl von Optionen, die das Fahren noch angenehmer machen. Das trifft dank Siri Eyes Free insbesondere auf die Sprachsteuerung zu. Jetzt kann man nur hoffen, dass es ein solches System auch in naher Zukunft für die Nutzer von Android-Telefonen gibt. Nicht zuletzt dürfte es Opel mit Intelli-Link gelingen, gerade jüngere Kunden anzusprechen, die auch im Auto die Funktionen ihres Smartphones auch im Auto nutzen wollen.