1. März 2016

Premiere in Genf Opel GT Concept: Rückkehr der Emotionen

Der Opel GT Concept Fotos ▶
Der Opel GT Concept © AG/Mertens

Wird er gebaut oder wird er nicht gebaut? Wohl eher nicht. Aber wie dem auch sei. Opel ist mit dem GT Concept ein Hingucker gelungen. Die Aufmerksamkeit wird den Rüsselsheimern auch auf dem Autosalon Genf gewiss sein.




Von Frank Mertens

Eines ist Opel gelungen: Die Rüsselsheimer haben vor dem Beginn des Genfer Autosalons gleich zweimal für Schlagzeilen gesorgt. Erst wurde am Montag der Opel Astra zum „Auto des Jahres 2016“ gekürt, dann sorgte der GT Concept für viel Aufmerksamkeit und positive Resonanz. Dabei dürfte dieses Auto wohl nie gebaut werden. Es stellt vielmehr eine Blaupause für zukünftige Modelle von Opel dar.

„Doch wer sagt Ihnen eigentlich, dass dieses Auto nie gebaut wird?“, fragt Friedhelm Engler, bei Opel für das Advanced Design und damit auch für den GT Concept verantwortlich, im Gespräch mit der Autogazette. Kommt es denn? Darüber sei noch nicht entschieden. Es hängt von den Reaktionen auf der Messe ab.“ Diplomatisch ausgedrückt. Denn eine Plattform für dieses Auto mit Frontmittelmotor, sequenzieller Schaltung und Heckantrieb gibt es bisher nicht im Konzernregal. Doch eines ist klar. Designmerkmale dieses Autos wird es auf jeden Fall in künftigen Autos von Opel zu sehen geben.



Vor allem trifft das auf Teile des Innenraums zu. Das Display oder das Human Machine Interface (HMI) wird man in nicht allzu ferner Zukunft in einem Opel wiederfinden, wenn auch in abgewandelter Form. Im GT Concept ist übrigens ein Einliter-Dreizylinder-Turbomotor mit 145 PS Leistung verbaut, der es auf ein maximales Drehmoment von 205 Newtonmeter bringt. Mit seinem Gewicht von unter einer Tonne ist der GT 215 km/h schnell.


Marke Opel emotionalisieren

Aber bei dem GT Concept geht es um mehr, ob er irgendwann auf den Straßen zu sehen sein wird. Opel will die Marke emotionalisieren, sie mit Gefühlen aufladen. Und mit was für einem Auto ließe sich das besser erreichen als mit dem GT? „Dieses Auto ist ein Jungentraum, es ist ein Ausdruck von Lebensgefühl“, sagt Engler. Er selbst ist im Besitz eines Ur-GT, der 1965 von Erhard Schnell designt wurde und mit dem Marktstart 1968 zu einer Design-Ikone wurde.

Erhard Schnell, der Vater des Ur-GT, ließ es sich dann auch nicht nehmen, am Montag selbst in Genf vor Ort zu sein und sich anzuschauen, was seine Nachfolger da auf die Räder gestellt haben. Ganz überrascht wird er indes nicht gewesen sein, denn Engler hat Schnell bereits während der Entwicklung ins Designstudio nach Rüsselsheim eingeladen und ihm die Entwürfe gezeigt. Und, ist Schnell mit der Arbeit des Nachwuchses zufrieden? Ja, ist er. „Meine Bewunderung zu diesem Fahrzeug habe ich bereits mehrfach geäußert.“

Vielleicht mehr als ein Schowcar

Friedhelm Engler neben dem GT
Friedhelm Engler neben dem GT © AG/Mertens

Schnell selbst kann sich vorstellen, dass der GT Concept über den Status eines Showcars hinaus kommt. „Wieso auch nicht“, sagt er. Auch damals, beim Ur-GT, hätte man nicht geglaubt, dass ein solches Auto kommt – doch es ist gekommen. Jetzt also der GT Concept, ein Auto, mit dem Opel in die Zukunft blickt. Wer weiß, was das Messepublikum in den kommenden Tagen sagt – und wie der Businesscase für ein solches Auto ausschaut. Vielleicht straft Opel ja alle die Lügen, die meinen, dieses Auto werde nie gebaut.

Der Aufschlag, den Ur-GT in die Neuzeit zu bringen ohne dabei ins Retrodesign zu verfallen, wie Designchef Mark Adams sagt, ist Engler und seinem Team auf jeden Fall gelungen. Wie Adams sagte, sei der Experimental GT damals Avantgarde gewesen „und der GT Concept ist es heute wieder – absolut klar, minimalistisch, dabei spannend und kompromisslos“. Für ihn zeige dieses zweisitzige Coupé eindrucksvoll die Weiterentwicklung der Design-Philosophie der Marke.

Seit 2014 (in diesem Jahr gab es das 50-jährige Jubiläum des Opel-Designs) haben Engler und 40 Kollegen am GT Concept gearbeitet, „in der Endphase der Entwicklung und während des Baus waren es sogar 100“, wie Engler berichtet. Er selbst ist GT-Fan. Klar, sonst hätte er sich nicht auch privat einen gekauft. Der Reiz des GT geht für Engler auch davon aus, dass der GT seit jeher ein erschwinglicher Sportwagen war. „Er war nahbar, für die Menschen erreichbar.“ Und das soll auch ein Opel sein, „jetzt und in der Zukunft“.



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