11. Februar 2011

Fahrbericht Rüsselsheimer Spritsparmodell Opel Astra ecoFlex: Ein Hauch von Öko

Derr Opel Astra ecoflex
Derr Opel Astra ecoflex © Opel

Quer durch alle Modellreihen entscheiden sich bei Opel mittlerweile über 40 Prozent der Kunden für ein besonders verbrauchsgünstiges ecoFlex-Modell. Von uns getestet wurde der Astra mit dem 1.4 Liter-Benziner und 87 PS.




Von Frank Mertens

Es hat sich mittlerweile herumgesprochen: Besonders spritsparende Autos tragen bei Opel den Zusatz ecoFlex in der Modellbezeichnung. Wer angesichts der drastisch gestiegenen Spritpreise besonders auf den Verbrauch achtet, entscheidet sich bei den Rüsselsheimern für ein ecoFlex-Modell. Im zurückliegenden Jahr waren es quer durch alle Modellreihen bereits über 40 Prozent aller Kunden, Tendenz steigend.


Opel Astra überzeugt mit Laufruhe

Neben dem Kleinwagen Corsa liegt ein Fokus der Kunden dabei auf dem Astra, dem Kompaktmodell von Opel. Ihn gibt es sowohl als 1.3 CDTI ecoFlex mit 95 PS als auch als 1.4 Liter-Benziner mit 87 oder 100 PS. Von uns getestet wurde der Fünftürer mit dem kleinen Benziner.

Die Mittelkonsole im Astra ist überfrachtet mit Knöpfen
Die Mittelkonsole im Astra ist überfrachtet mit Knöpfen © Opel

Der Vierzylinder macht im Stand zunächst einmal durch seine Laufruhe positiv auf sich aufmerksam; man hört so gut wie nichts. So muss es sein. Wer die ersten Kilometer mit dem 1.4er zurücklegt, sollte nicht überrascht sein, dass er hier mit keinem Temperamentsbolzen unterwegs ist. So braucht dieser Astra auch gemütliche 15,1 Sekunden bis Tempo 100. Als Spitzengeschwindigkeit stehen 168 km/h im Leistungsblatt, was dann auch mehr als ausreicht.

Ein feiner Begleiter

Das ecoFlex-Logo am Heck des Astra
Das ecoFlex-Logo am Heck des Astra © Opel

Wer ein ecoFlex-Modell kauft, will vor allem eines: möglichst verbrauchsoptimiert unterwegs sein. Wem der Sinn nach Sportlichkeit steht, dem offeriert Opel am oberen Ende der Skala den 1.6 Turbo mit 180 PS. Doch es gibt auch Autofahrer, die geduldiger von A nach B kommen wollen – für dieses Klientel ist der Opel Astra 1.4 ecoFlex ein feiner Begleiter.

Verzichten muss man indes auf ein Sechsganggetriebe, es steht nur ein manuelles Fünfganggetriebe zur Verfügung – aber das ist bei den Spritsparmodellen anderer Hersteller nicht anders. Dafür verrichtet es einen guten Job, die Gänge lassen sich sauber einlegen. Ebenso wenig zu beanstanden ist die direkt ansprechende Lenkung. Sieht man einmal von dem fehlendem sechsten Gang und seiner Langatmigkeit bei Überholvorgängen ab, gibt es an diesem Spar-Astra kaum etwas auszusetzen. Sein Fahrwerk ist straff, aber nicht unkomfortabel. Man liegt mit dem fast 1400 Kilogramm schweren Eco-Modell satt auf der Straße.

Verbrauch über sieben Liter

Das Hinterteil des Opel Astra
Das Hinterteil des Opel Astra © Opel

Doch wie schaut es nun mit dem Verbrauch aus: Versprochen werden 5,5 Liter im kombinierten Verbrauch, was einem CO2-Ausstoß von 129 Gramm pro Kilometer entspricht. Besser entsprechen würde, denn von diesem Wert ist der Astra deutlich entfernt. Bei den Testfahrten im winterlichen Berlin genehmigte sich der Astra locker zwei Liter mehr – bei normaler Fahrweise. Richtig sparsam ist der Astra ecoflex damit nicht, aber sein Wert ist für ein Kompaktmodell, wenn nicht gerade überwältigend, dann doch zumindest akzeptabel. Und wer besonders ökologisch fährt, für den dürfte am Ende des Tages ein Wert von sieben Litern möglich sein.

Gute Sitze

Wer im Innenraum des Astra immerhin 4,42 Metern langen Astra Platz nimmt, wird sich auf Anhieb wohl fühlen. Die Materialien machen einen guten Eindruck und fühlen sich auch an. Die Sitze sind hervorragend – und verfügen sogar über das Gütesiegel Aktion Gesunder Rücken (AGR). Sie sind unter orthopädischen Gesichtspunkten aufgrund der Vielzahl der Einstellmöglichkeiten für gut befunden worden. Dafür ruft Opel für Fahrer und Beifahrer 685 Euro auf, gut investiertes Geld. Dringend zu empfehlen ist auch eine Einparkhilfe, denn die Sicht nach hinten ist doch arg eingeschränkt. Wenn es im Innenraum des Astra noch etwas zu beanstanden gibt, dann ist es die doch arg überfrachtete Mittelkonsole. Hier wäre weniger wirklich mehr gewesen.

Die Sietenlinie des Astra
Die Sietenlinie des Astra © Opel

Mit Blick auf den Platz bietet der Astra davon nicht nur Fahrer und Beifahrer ausreichend, sondern auch den Passagieren im Fond, so sie denn keine Sitzriesen sind.

Für Normalgewachsene steht ausreichend Kopf- und Kniefreiheit zur Verfügung. Der Kofferraum bietet Raum für 370 Liter Gepäck, ein guter Wert in der Kompaktklasse. Wer Interesse an diesem Astra hat, muss dafür mindestens 15.990 Euro auf den Tisch des Händlers legen.






Mehr zur Marke Opel

Sanierungsplan vorgelegtPSA-Chef Tavares: Opel schützt nur gute Performance

Carlos Tavares hat die Opel-Mitarbeiter auf ein hohes Tempo beim Umbau des Unternehmens eingestellt. Man habe auf dem Weg zurück in die Gewinnzone nur fünf Prozent geschafft, sagte der PSA-Chef bei der Vorlage des Sanierungsplans.


Zukunftsplan wird präsentiertJetzt: Opel Pressekonferenz im Livestream

Opel stellt um 9.15 Uhr seinen Zukunftsplan in Rüsselsheim vor. Verfolgen Sie den Auftritt von Opel-Chef Michael Lohscheller und PSA-Chef Carlos Tavares im Livestream.


Strategieplan Pace vorgelegtOpel verzichtet auf Kündigungen

Opel will bis 2020 wieder in die Gewinnzone zurückkehren. Dank Synergiegeschäfte innerhalb der PSA-Gruppe sollen Kosten ebenso gesenkt werden wie auch bei den neuen Lohnmodellen. Auf betriebsbedingte Kündigungen soll verzichtet werden.



Mehr aus dem Ressort

Japaner polarisiertHonda Civic Type R: Fast and Furios

Dieses Auto polarisiert: Die einen fahren auf das Design des Honda Civic Type R ab, für die anderen wirkt es schlicht prollig. Dabei hat der Japaner abseits seines Aussehen viele Stärken.


Der Fiat Fullback Cross fühlt sich abseits der Straßen sehr wohl
Baugleich mit dem Mitsubishi L200Fiat Fullback Cross: Das Problem mit der Verwandtschaft

Das Segment der Pickups bildet noch eine kleine Community in Europa. Der Fiat Fullback Cross trifft dabei auf eine große multikulturelle Verwandtschaft der Lastenträger.


Ssangyong hat den Rexton komplett neu gestaltet
Vierte Generation des FlaggschiffsSsangyong Rexton: Neue Proportionen

Ssangyong fährt den Rexton in die vierte Auflage. Dabei hat das Flaggschiff eine komplette Umwandlung erhalten, bei der nur noch der Name übrig blieb.