19. März 2016

Marktdurchdringung als Ziel Notbremsassistent ab 2022 in USA Pflicht

Notbremsassistent bei Volvo.
Notbremsassistent bei Volvo. © Volvo

In den USA sollen Notbremsassistenten ab 2022 Pflicht werden. Das Ziel: die Marktdurchdringung dieses Sicherheitssystems.




Notbremsassistenten sollen in den USA ab 2022 zur Standardausstattung von Neuwagen werden. Darauf haben sich nun die Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA, das Verkehrssicherheits-Forschungsinstitut der Versicherungswirtschaft (IIHS) sowie 20 Autohersteller geeinigt. Die Unternehmen decken 90 Prozent des Marktes ab, zu ihnen zählen auch die deutschen Marken Audi, BMW, Mercedes, Porsche und Volkswagen.

Das freiwillige Abkommen soll laut NHTSA drei Jahre früher für eine Marktdurchdringung der Sicherheitstechnik sorgen als es eine gesetzliche Regelung könnte. Allein in diesen drei Jahren könnte die Technik laut der Behörde 28.000 Unfälle mit 12.000 Verletzten verhindern.


In Europa keine derartige Vereinigung

In Europa gibt es keine derartige Vereinbarung. Stattdessen sorgt die Crashtest-Organisation EuroNCAP in dieser Hinsicht für Druck auf die Hersteller. Aktuell erreicht ein neues Pkw-Modell die prestigeträchtige Höchstwertung von fünf Sternen nur noch, wenn der Großteil der in Europa verkauften Neuwagen über einen Notbremsassistenten verfügt. In der Folge waren 2015 bereits acht Prozent aller in Deutschland zugelassenen Neuwagen mit einem derartigen Helfer ausgestattet. In der Bestandsflotte liegt die Quote bei rund fünf Prozent. So bieten Hersteller wie beispielweise Skoda, Opel oder auch VW Notbremsassistenten selbst für Kleinwagen an.

Bei Skoda zum Beispiel gehört das Frontradar mit seiner in Notfällen automatischen Notbremsfunktion beim neuen Fabia (ab Ausstattungsvariante Ambiente) als auch beim Flaggschiff Superb zur Serienausstattung. Die Versicherer berücksichtigen solche Systeme bereits. Sie führen zu einer niedrigeren Typklasseneinstufung bei den Versicherern.

Notbremsassistenten verringern das Unfallrisiko laut einer aktuellen Studie deutlich. Allein die radar- oder videogestützte Warnung vor einem drohenden Aufprall auf den Vordermann reduziert die Zahl der tatsächlichen Unfälle um 23 Prozent, wie das Verkehrssicherheitsinstitut der amerikanischen Versicherer (IIHS) kürzlich ermittelt hat. Systeme mit zusätzlicher Notbrems-Funktion drücken die Zahl der Kollisionen gar um 40 Prozent. Ermittelt wurden die Werte durch eine Auswertung der Unfallstatistiken der US-Polizei im Jahr 2013. Dabei wurde die Zahl der gemeldeten Auffahrunfälle von Fahrzeugen mit und ohne entsprechenden Assistenten verglichen.

Als besonders wirkungsvoll loben die Experten die Technik von Volvo. Das sogenannte City-Safety-System mit Notbremsfunktion drückt das Unfallrisiko demnach um 40 bis über 50 Prozent, je nach Straßenart. Untersucht wurden darüber hinaus Assistenten von Acura, Honda, Mercedes und Subaru. Die positiven Ergebnisse der Untersuchung passen zu Plänen von IIHS und amerikanischer Autoindustrie, Notbremsassistenten freiwillig zur obligatorischen Standard-Ausstattung von Neuwagen zu machen. (AG/FM/SP-X)



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