Ghosn gibt Vorstandsamt bei Nissan auf

Automanager bleibt aber Präsident

Allianz-Präsident Carlos Ghosn
Allianz-Präsident Carlos Ghosn © dpa

Carlos Ghosn trennt sich von einem seiner vielen Ämtern in der Renault-Nissan-Mitsubishi-Allianz. Trotz des Verzichtes als Co-Vorstandschef bei Nissan bleibt der 62-Jährige weiterhin an der Spitze des zweitgrößten Autoherstellers in Japan.

Beim japanischen Autohersteller Nissan gibt Co-Vorstandschef Carlos Ghosn nach 18 Jahren diesen Posten auf. Vom 1. April an werde das Unternehmen von Hiroto Saikawa allein geführt, teilte Nissan am Donnerstag mit. Der in Brasilien geborene Ghosn bleibe aber Präsident des zweitgrößten Autobauers in Japan.

«Ich werde die Firma weiterhin betreuen und lenken, sowohl eigenständig als auch innerhalb der Allianz von Renault-Nissan-Mitsubishi», sagte Ghosn. Saikawa ist derzeit Co-Vorstandschef und Vorsitzender des Verbandes der japanischen Automobilhersteller. Der 62-jährige Ghosn betonte, er sei zuversichtlich, dass das von ihm aufgebaute Management-Team bei Nissan das Talent und die Erfahrung habe, die operativen und strategischen Ziele des Unternehmens zu erreichen.

Seit Dezember Chef von Mitsubishi

Nissan ist seit 1999 mit dem französischen Konzern Renault in einer Allianz verbunden. Von Renault kommend, übernahm Ghosn damals die Spitze von Nissan, um den verschuldeten Konzern aus der Krise zu führen. Er ist nach wie vor Vorstandschef von Renault und seit Dezember auch von Mitsubishi. Nissan erwarb im vergangenen Jahr 34 Prozent der Mitsubishi-Anteile.

Mitsubishi ist der sechstgrößte Autohersteller Japans. Das Unternehmen hatte im April eingestanden, jahrelang Verbrauchswerte bei vier Kleinstwagen für den japanischen Markt manipuliert zu haben. Zwei davon wurden für Nissan produziert. Nissan und Mitsubishi arbeiten bereits seit langem in diesem Segment zusammen.

Der Skandal weitete sich auf andere in Japan verkaufte Wagen aus. Manipulationen wurden an 20 Modellen vorgenommen, die in den vergangenen zehn Jahren verkauft wurden, wie der Konzern im Juni mitteilte. (dpa)