Nissan Juke gibt Rätsel auf

Innen wie außen Ton in Ton

Bulliger Crossover: der Nissan Juke © Foto: Nissan

Der Nissan Juke vermag als Funmobil nicht in allen Disziplinen wie Platz oder Stauraum zu überzeugen. Aber als Auto macht er seinem Fahrer durchaus Spaß.

Von Marcel Sommer

Der Nissan Juke spaltet die Nation. Auf der einen Seite, dank einer bulligen aber gleichzeitig niedlichen Linienführung, wirkt er freundlich. Das i-Tüpfelchen besorgt das Dauergrinsen der japanischen Front. Auf der anderen Seite gibt er Rätsel auf. Wie kann es sein, dass ein Auto von außen um so vieles größer wirkt als es im Innenraum ist? Und warum dienten scheinbar kleine Japaner als Norm-Fond-Passagiere? Eines aber direkt vorweg: Er lässt sich gut fahren.

Inspiriert vom Motorradtank

Im Juke Platz genommen, sticht als erstes die wie außen lackierte Mittelkonsole hervor. Hier haben sich laut Nissan die Designer von einem Motorradtank inspirieren lassen. Der Schaltknauf sitzt ein wenig erhöht, was das Schalten innerhalb der sechs Gänge erfreulich erleichtert. In Kniehöhe befindet sich (ab der Ausstattungsversion Acenta) das Nissan Dynamic Control System. Hier können die Klimaanlage oder fahrdynamische Parameter wie Eco oder Sport eingestellt werden. Bei Eco erscheint ein zweidimensionaler Balken, der anzeigt, wie sparsam gerade gefahren wird. Allerdings überkommt den Fahrer schnell das Gefühl, dass er im vom Verkehr ablenkenden Display lediglich die Gaspedalstellung widerspiegelt.

Kunstgriffe am Bordcomputer

Nissan Juke: Vorn ist noch ausreichend Platz Foto: Nissan

Über dem Armaturenbrett sitzt eine Batmans Brustpanzer ähnliche Plastikhutze. Sie sorgt dafür, dass die klaren Ziffern stets deutlich abzulesen sind. Verbesserungswürdig ist die Platzierung der Schalter für den Bordcomputer. Um einen der beiden Knöpfe zu drücken, der die Anzeige zwischen der Restreichweite oder dem Durchschnittsverbrauch hin und her wechseln lässt, muss durch oder knapp über das Lenkrad gegriffen werden. Hat dies der Fahrer geschafft, kann er sich über eine angezeigte Reichweite von ca. 600 Kilometern freuen. Der von Nissan angegebene Normverbrauch von 5,1 Litern auf hundert Kilometern wird allerdings nur schwerlich erreicht. Ein Verbrauch von sechs bis sieben Litern ist jedoch ohne weiteres möglich.

Wenig Platz auf der Rückbank

Der Juke ist 4,14 Meter lang Foto: Nissan

Vor Fahrtbeginn wird schnell klar, was "designverschuldeter Platzmangel" heißt. Während die Passagiere vorn noch über ausreichend Platz verfügen, ist hintere Reihe Großgewachsenen nicht zu empfehlen. Der Kofferraum fasst mit seinen 251 Litern voll bepackt die Badeklamotten für den familiären Strandausflug - nicht mehr und nicht weniger. Pärchen ohne Kinder oder Begleitung können sich jedoch über eine ebene Ladefläche mit einem Stauraum bis zu 830 Litern freuen. Da passt dann auch schon mal das Selbstmontagepäckchen einer schwedische Kommode hinein.

Quälend zur Höchstgeschwindigkeit

Umgeklappt bietet der Juke 830 Liter Stauraum Foto: Nissan

Der 81 kW/110 PS durchzugsstarke 1,5-Liter Dieselmotor sorgt mit seinen maximal 240 Newtonmetern für ausreichend Dampf an der Vorderachse. Sein serienmäßiges ESP bekommt daher bei nasser Fahrbahn besonders viel zu tun. Bei der Beschleunigung auf 100 km/h lässt sich der Juke allerdings recht viel Zeit. Mit 11,2 Sekunden ist mit ihm im Auto-Quartett kaum ein Stich zu holen. Gleiches gilt auch für seine nur mit viel Mühe zu erreichende Höchstgeschwindigkeit von 175 km/h. Doch darauf kommt es bei dem sogenannten Crossover-Modell auch nicht an. Denn bei ihm fährt vor allem das Auge mit. Und das strahlt ja schließlich nicht nur bei der Außenansicht. (mid)