Donnerstag, 17.05.2012 - 10:46 Uhr
2. August 2010

BMW R 1200 RT Komfortable Reisemaschine

Die überarbeitete BMW R 1200 RT
Die überarbeitete BMW R 1200 RT © Foto: BMW

Mit der R 1200 RT des Jahrgangs 2010 liefert BMW viele gute Gründe für den Kauf des Tourenmotorrades. Doch günstig ist das Vergnügen nicht.


Von Werner Wagner

Es muss nicht immer die Radikalkur sein, wenn man ein überarbeitetes Motorrad an den Start schickt. Das kann und will die Industrie allein schon aus Kostengründen nicht leisten. Aber in bestimmten Zyklen muss den potenziellen Kunden auch wieder etwas Neues geboten werden. Als gute Verkaufsargumente dienen dabei auch diverse kleine Verbesserungen, die - sofern sie sinnvoll und gelungen sind - in der Summe ein besseres Bike ergeben.

Sinnvolle Veränderungen

BMW hat es mit der R 1200 RT des Jahrgangs 2010 genau so gemacht: Hier und da und dort wurde geändert und modifiziert. Augenscheinliche Neuerungen gegenüber dem etwas in die Jahre gekommenen Vorgängermodell sind die anders gestaltete Windschutzscheibe, die nun aufgeräumter wirkenden Schalter am Lenker, die klarer ablesbaren Instrumente im Cockpit, die dynamischer gestylte Abdeckung der Zylinderköpfe und geringfügige Überarbeitung der nun schnittigeren Verkleidung. Obendrein kann ein MP3-Player ans Audiosystem angestöpselt werden.

Zu den nicht sichtbaren Änderungen gehören der aus dem HP2-Sporttriebwerk übernommene DOHC-Ventilantrieb, das neue elektronisch einstellbare Fahrwerk ESA II sowie Überarbeitungen in der Auspuffanlage. Nach wie vor leistet der Zweizylinder-Motor mit 1170 ccm Hubraum 81 kW/110 PS, dafür ist das maximale Drehmoment der überarbeiteten Version von 115 auf 120 Nm bei 6000 U/min gestiegen. Keine schlechte Maßnahme, denn der Tourer ist mit 259 Kilogramm Leergewicht ein ordentlicher Brocken, bei dessen Beschleunigung jede Extraportion Schub dankbar angenommen wird.

Souverän on Tour

Im Normalbetrieb - also bei der mal gemächlicheren, mal etwas sportlicheren Tour - ist zur Vorgängerin subjektiv kein Unterschied festzustellen. Übermotorisiert ist die RT immer noch nicht. Was Fahrverhalten, Lenkbarkeit, Stabilität, Handlichkeit und Bremsen angeht, erfüllt die BMW alle Erwartungen und erledigt die geforderten Aufgaben sicher und souverän. Wie es von einem Tourer des gehobenen Segments erwartet werden darf, macht die R 1200 RT auch längere Etappen zu einer vergnüglichen, stressfreien Angelegenheit. Und sollte es auf solchen Fahrten regnen, stellt man sich die Windschutzscheibe per Knopfdruck in die ideale Position und fährt einfach entspannt weiter, dem Wetter zum Trotz.

Wer nicht zu hektisch am Gasgriff dreht, wird beim Verbrauch kaum mehr als 5,0 Liter Superbenzin auf 100 Kilometer notieren und so dank des 25-Liter-Tanks Etappen von weit über 400 Kilometern zurücklegen können, ohne dass die Reservewarnung zum Tankstopp mahnt. Das gehobene Segment repräsentiert der Reiseboxer sowohl bei der Ausstattung als auch in der Anschaffung. Serienmäßig bekommt der Käufer für den stattlichen Preis von 16.200 Euro unter anderem die elektrisch verstellbare Scheibe, zwei Seitenkoffer, eine elektronische Wegfahrsperre, ein Integral-ABS und eine Gepäckbrücke.

Gute Gründe für den Wechsel

Gesondert bezahlt werden müssen das 1470 Euro teure Touring-Paket (unter anderem mit elektronischer Fahrwerkseinstellung ESA, Heizgriffen, Sitzheizung, Tempomat und Bordcomputer), das 420 Euro teure Safety-Paket (mit Stabilitätskontrolle ASC und Reifendruckkontrolle) und das Audiosystem für 1340 Euro, so dass die 20.000-Euro-Grenze problemlos erreicht werden kann.

Die bisherige R 1200 RT war schon kein schlechtes Motorrad, die aktuelle Version ist ihr jedoch durch die vielen kleinen Verbesserungen ein wenig überlegen. BMW hat wieder einmal bewiesen, dass sie immer noch Einiges finden, das geändert werden kann und in der Summe gute Gründe liefert, mit dem aktuellsten Modell zu liebäugeln. (mid)


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