24. August 2010

Fahrbericht Honda CB 1300: Neuer Name, alte Stärke

Die Honda CB 1300
Die Honda CB 1300 © Honda

Wer meint, Hubraum sei nicht das Maß der Dinge, der ist noch nie auf der Honda CB 1300 unterwegs gewesen. Der Vierzylinder bietet eine beeindruckende bei einem glänzendem Handling.




Von Heiko P. Wacker

Geht es um großvolumige Vierzylinder, hat Honda schon immer ein glückliches Händchen bewiesen. Auch die aktuelle CB 1300 steht in der besten Tradition einer CB 750 Four von 1969, der 79er Bol d'Or oder der 1993 erschienenen CB 1000 Big One. Alle diese Motorräder vereinen klassisches Design mit einem bärigen Reihen-Vierzylinder, der sich im Falle der 12.490 Euro kostenden CB 1300 unter einer schicken Halbschale befindet.

Keine nackte Variante mehr

Die nackte Variante wird nicht mehr angeboten. Ihr stellte man 2005 eine halb verkleidete Schwester zur Seite, die als CB 1300 S mit verbesserten Tourenqualitäten punkten konnte. Vielleicht aber begründete sich der große Erfolg der leicht verhüllten Version auch in der gefälligen Optik, die sich stark an die legendäre CB 1100 RD von 1983 anlehnt.

Mittlerweile wurde aus der CB 1300 S die CB 1300 - der Name wurde geändert, die Halbschale blieb. Sie schützt beinahe den gesamten Oberkörper vor Wind und Regen. Zudem sind zwei praktische Seitenfächer für Haustürschlüssel, Mobiltelefon oder Digitalkamera integriert, ohne dass die Hülle zu dominant geworden wäre. Gleichzeitig wird der freie Blick auf den unveränderten Reihenvierer gewährt.

114 PS starker Motor

Und das ist ein Glück, besticht doch das 1 284 ccm große Herz der Maschine mit klaren Linien. Vor allem die hoch aufragenden Deckel der eng beieinander positionierten Nockenwellen bestimmen das Bild des 84 kW/114 PS starken Motors, der sein Leistungshoch bei 7 750 Umdrehungen erreicht. Damit liegt die aktuelle Variante zwei Pferdestärken unter der ersten 1300er CB mit Halbschale.

Das maximale Drehmoment von 116 Nm ist bei 6 000 Touren erreicht, was nicht nur einen sechsten Gang überflüssig macht, sondern auch eine wunderbar schaltfaule Fahrweise erlaubt: Die Maschine beschleunigt nach der Ortsdruchfahrt im fünften Gang zügig bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 230 hm/h .

Der Verbrauch der CB 1300 liegt bei 6,2 Litern Superbenzin auf 100 Kilometern, was in Kombination mit dem 21 Liter fassenden Tank eine Reichweite von rund 340 Kilometern erlaubt. Zu den laufenden Kosten gesellt sich die jährlich fällige Haftpflichtversicherung, für die beispielsweise bei der AXA 151,28 Euro verlangt werden.

Glänzendes Fahrwerk

In Sachen Fahrwerk vertraut Honda weiterhin auf bekannte Größen wie den soliden Doppelschleifenrahmen oder die konventionelle 43-mm-Kartuschengabel. Im Falle des 2010er-Modells punktet sie mit geschwärzten Gabel-Gleitrohren. Zudem wurde der größten CB im Programm ein modifiziertes LED-Rücklicht spendiert sowie ein neues Seitendeckel-Design. Schließlich finden die von der VFR 1200 F bekannten Schalterarmaturen Verwendung, die ergonomischer geformt sind.

Massive Umbauarbeiten seit der letzten Auflage sehen anders aus. Allerdings stand auch lediglich ein Feinschliff eines längst erwachsenen Motorrads auf dem Plan, das die Reihe der Big Bike-Legenden – auch preislich - selbstbewusst fortführt. Immerhin gehen moderne Technikdetails, ein stilsicherer Auftritt und kraftvolle Tourenqualitäten im Falle der CB 1300 eine hervorragende Partnerschaft ein. (mid)



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