19. Februar 2008

Motorräder zumeist für E10 geeignet

Die Suzuki Bandit ist für E10-Betankung geeignet
Die Suzuki Bandit ist für E10-Betankung geeignet © Foto: Suzuki

Motorräder werden einen erhöhten Anteil an Bioethanol besser vertragen als Autos. Halter sollten sicvh aber zur Vorsicht an den jeweiligen Hersteller wenden.




Von Heiko Haupt

Die für das Jahr 2009 angekündigte Erhöhung des Bioethanol-Anteils im Kraftstoff ist auch für Motorradfahrer ein Thema. Da bislang noch nicht von allen Herstellern Informationen zur Verträglichkeit der neuen Kraftstoffe vorliegen, sollten Halter von Motorrädern den jeweiligen Importeur oder Hersteller anschreiben. Das rät der Auto Club Europa (ACE) in Stuttgart. Grundsätzlich sei zwar davon auszugehen, dass Motorradmotoren die Beimischung besser vertragen als Automotoren. Es sei aber ratsam, eine schriftliche Unbedenklichkeitsbescheinigung einzuholen, um bei möglichen Motorschäden für Schadensersatzforderungen rechtlich abgesichert zu sein.


Serien-Harleys bis 1980 geeignet

Offizielle Angaben zur Verträglichkeit der ab 2009 geplanten zehnprozentigen Beimischung von Bioethanol zu den Spritsorten Normal und Super sind bei den Motorradherstellern bisher noch die Ausnahme. Harley-Davidson Deutschland in Mörfelden zählt zu den ersten Importeuren, die sich geäußert haben: Demnach können alle serienmäßigen Harley-Motoren ab Modelljahr 1980 problemlos mit zehn Prozent Bioethanol im Kraftstoff betrieben werden.

Motorräder vor diesem Modelljahr sollten allerdings mit Super Plus betankt werden, dessen Bioethanol-Anteil nicht von den jetzigen fünf auf zehn Prozent erhöht wird. Für Modelle der Schwestermarke Buell wird grundsätzlich der Betrieb mit Super Plus empfohlen - das gleiche gilt für leistungsgesteigerte Harley-Motoren.

1990 als entscheidendes Jahr

Keine Bedenken bei der Honda Fireblade
Keine Bedenken bei der Honda Fireblade © Foto: Honda

Von anderen Herstellern gibt es meist nur lückenhafte Informationen: «Bei BMW soll es keine Bedenken gegen den Betrieb mit einer zehnprozentigen Bioethanol-Beimischung geben», sagt ACE- Sprecher Rainer Hillgärtner. Das gleiche gelte für die Suzuki Bandit. Bei weiteren Suzuki-Modellen muss aber im Einzelfall entschieden werden. «Auch bei der Honda Fireblade gibt es keine Bedenken.» Von Yamaha wiederum gibt es nach Angaben des ACE keine Informationen.

«Man muss bislang wirklich im Einzelfall beim Hersteller nachfragen», sagt auch Michael Lenzen, Sprecher des Bundesverbands der Motorradfahrer (BVDM) in Mainz. Demnach wird oft angegeben, dass die Grenze der Verträglichkeit wie bei Harley-Davidson etwa beim Modelljahr 1980 liegt - in anderen Fällen wird das Jahr 1990 genannt.

Liste bald vervollständigt

Der BVDM will allerdings schon bald umfassende Informationen der Hersteller anbieten - diese wurden vom Verband gerade erst schriftlich um entsprechende Auskünfte gebeten. «Wir werden auf unserer Homepage Listen mit Informationen von etwa 15 relevanten Herstellern anbieten.» Die Informationen sollen in ein bis zwei Wochen bereitstehen, zu finden sind sie dann im Forum auf der Homepage des Verbandes unter www.bvdm.de.

Motorradfahrer sollten die Informationen zur Bioethanol- Verträglichkeit unbedingt berücksichtigen. Denn auch wenn vermutet wird, dass der Motor den neuen Kraftstoff problemlos verarbeitet, kann schon ein Kleinteil am Ende zu einem Schaden führen. Gefährdet sind durch das aggressivere Bioethanol nämlich unter anderem Dichtungen, die von dem Stoff angegriffen werden. «Und wenn auch nur eine Dichtung im Motor die Beimischung nicht verträgt, hat man ein Problem», sagt Achim Kuppinger, Motorrad-Experte der Dekra in Stuttgart. (dpa/gms)



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