Möglichst ohne Aufstellmoment Des Bikers Nervenkitzel in der Kurve
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- Mit der Yamaha unterwegs © Foto: mid
Der Profi mag darüber lächeln, doch jahreszeitlich bedingt durchkurven auch viele Hobbby-Biker die Landschaft. An sie wenden sich unsere Kurventipps.
Kurven fordern dem Motorradfahrer einiges Können ab. In der Schräglage wirken Fliehkräfte auf die Biker ein, die Nervenkitzel und Fahrspaß versprechen, aber auch ein gewisses Risiko bergen. Ein ruhiger Fahrstil und die passenden Reaktionen sorgen für eine problemlose Kurvendurchfahrt. Extrem spätes Bremsen vor der Kurve sollte genauso vermieden werden wie aggressives Beschleunigen am Kehrenausgang. Mit einem runden, flüssigen Fahrstil ohne Korrekturen im Kurvenverlauf können Biker die Fahrt am besten genießen. Wichtig ist, dass der Bremsvorgang vor dem Einlenken in die Kurve beendet und das Tempo angemessen gedrosselt ist. Wenn angebremst in die Kehre gefahren wird, widerstrebt die Maschine möglicherweise dem Versuch, in Schräglage zu kippen und um die Kurve zu fahren. Experten sprechen vom sogenannten "Aufstellmoment". Der Fahrer muss dann enorme Gegenkraft aufwenden, um das Bike schräg zu halten.
Richtige Gangwahl
Neben einer reduzierten Geschwindigkeit ist auch der richtige Gang bei der Fahrt in die Kurve entscheidend. Optimal ist ein mittlerer Drehzahlbereich, bei dem problemlos aus der Kehre heraus beschleunigt werden kann. Ein zu kleiner Gang bremst das Bike über die Motorbremse zusätzlich ab, wodurch man bereits vor dem Scheitelpunkt der Kurve zu langsam ist und durch Beschleunigen oder Aufrichten die Maschine korrigieren muss.
Mit einem zu hohen Gang ist das Bike zu schnell, der Fahrer muss dies mit einer größeren Schräglage abfangen. Ist das nicht möglich, wird er gemeinsam mit dem Motorrad auf die Gegenfahrbahn oder in den gegenüberliegenden Straßengraben gedrückt.
Vorsicht in Doppel-S-Kehren
Stimmen Tempo und Gang, kann gefahrlos und stressfrei in die Kurve eingefahren werden. Der Scheitelpunkt dient der Orientierung. Bei einer Linkskurve erfolgt zuvor ein kurzer Lenkimpuls nach rechts, um näher an den Fahrbahnrand zu gelangen. Der Fahrer kippt dadurch nach links. In Rechtskurven verhält es sich spiegelverkehrt. Wie stark die Schräglage sein darf, hängt von der Fahrbahnbeschaffenheit und den Reifen ab.
Bei trockener Strecke sind laut der Zeitschrift "Motorrad" 30 Grad Schräglage problemlos möglich, bei Nässe sollte der Winkel entsprechend kleiner sein. Nach dem Scheitelpunkt richtet sich der Fahrer langsam wieder auf und beschleunigt aus der Kurve heraus. Besondere Vorsicht ist in engen Doppel-S-Kehren gefragt. Sie fordern einen schnellen Richtungswechsel. (mid)