19. Dezember 2014

Zweite Generation zuverlässiger Gebrauchter Mini mit Maxi-Problemen

Ein gebrauchter Mini kann Kummer bescheren. Fotos ▶
Ein gebrauchter Mini kann Kummer bescheren. © Mini

Der Mini ist ein teures Statement. Auch gebraucht sind zumindest die betagteren Fahrzeuge nicht unbedingt günstig.




Klein, knuffig, ein Frauenschwarm und Auto mit Premium-Anspruch noch dazu: An den kleinen Mini, den BMW mittlerweile in dritter Generation baut, haben viele große Erwartungen. Zumal er für einen Kleinwagen immer eher teuer war. Allerdings wird der Mini dem Ruf von BMW in Sachen Zuverlässigkeit oft nicht gerecht.


«Mini-Auto, Maxi-Macken»

«Mini-Auto, Maxi-Macken» urteilt der «TÜV Report 2015» über den knapp geschnittenen Dreitürer. Vor allem Ölverlust werde bei der Hauptuntersuchung (HU) quer durch alle Jahrgänge überdurchschnittlich häufig moniert. Auch defekte Spritpumpen und kurzlebige Getriebe nennt die Zeitschrift als Schwachpunkte der ersten Generation. Die ab 2006 gebaute zweite Auflage habe deutliche Fortschritte gemacht. Doch die Diesel haben öfter Probleme mit der Steuerkette, außerdem klappern die Panoramadächer, die zudem gerne mal undicht seien.

Die Pannenhelfer des ADAC sind weniger kritisch, denn sie müssen nur selten wegen des kleinen Mini ausrücken. Doch auch ihnen sind vereinzelt Steuerkettenschäden bei den Benzinern bis zum Baujahr 2007 aufgefallen. Außerdem sei das Motormanagement bei bis 2009 gefertigten Exemplaren anfällig, und defekte Lichtmaschinen machen gelegentlich Ärger.

Mini gar nicht mehr Mini

Schick, aber auch teuer war der Mini vom Start weg, und begründete so fast im Alleingang eine neue Fahrzeuggattung. Seither versuchen sich diverse Hersteller mit Lifestyle-Modellen im Kleinformat am Markt zu etablieren, doch dem Erfolg, den BMW mit dem Mini verzeichnete, fahren sie alle hinterher. So richtig mini ist Mini inzwischen nicht mehr. Die erste Generation war mit einer Länge von gut 3,60 Metern noch überschaubar, doch schon der Nachfolger packte eine gute Handbreit drauf - unter anderem zugunsten des Kofferraumvolumens, das um 10 auf 160 Liter wuchs. Doch in erster Linie kauft man einen Mini wohl wegen seines Aussehens und seiner Agilität.

Flotten Vortrieb verspricht der Mini Cooper S, der im Urmodell erst 120 kW/163 PS leistete, später auf 125 kW/170 PS kam und in der zweiten Generation ab 2010 sogar auf 135 kW/184 PS. Die zusätzlich geschärfte «John Cooper Works»-Version entwickelt 155 kW/211 PS. Die gemäßigten Modellvarianten leisteten mit Benzinmotor zunächst ab 66 kW/90 PS im Mini One, mit der zweiten Generation wurde auch ein 1,4-Liter-Benziner mit 55 kW/75 PS angeboten. Der Cooper kam erst auf 86 kW/116 PS, später dann auf 90 kW/122 PS. Die Diesel-Varianten decken eine Spanne zwischen 55 kW/75 PS im Mini One D der ersten Generation und 105 kW/143 PS im Cooper SD ab.

Älterer Mini ab 4250 Euro

Wer einen älteren Mini One sucht, bekommt laut den Marktbeobachtern von Schwacke für rund 4250 Euro ein Auto aus dem Baujahr 2003 mit einer durchschnittlichen Laufleistung von 140.000 Kilometern. Für einen stärkeren Mini Cooper von 2006 müssen um die 6750 Euro eingeplant werden (104.000 Kilometer), für ein entsprechendes Cabrio rund 8200 Euro.

Ein Mini One aus zweiter Generation von 2007 dürfte laut Schwacke mit 92.000 Kilometern auf der Uhr noch etwa 6950 Euro kosten, ein junger Mini Cooper von 2013 noch rund 14.900 Euro (20.000 Kilometer). Das Topmodell der zweiten Auflage - der 160 kW/218 PS starke Mini John Cooper Works GP - ist als Exemplar von 2013 mit 25.600 Euro gelistet. (dpa/tmn)



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