6. Januar 2016

Von der E-Klasse zum Volvo S90 Renaissance der Limousinen in Detroit

Noch ist die Mercedes E-Klasse abgeklebt.
Noch ist die Mercedes E-Klasse abgeklebt. © Mercedes

Nach der Messe ist vor der Messe. Während die Autohersteller auf der CES in Las Vegas die mögliche mobile Zukunft demonstrierten, dreht sich auf der Autoshow in Detroit alles um das Kerngeschäft.




Die Limousine ist immer noch die beliebteste Karosserie-Form in den USA. Da passt es, dass genau das klassische Stufenheckmobil auf der wichtigsten Automesse des Kontinents im Fokus steht. Auf der North American International Auto Show in Detroit (11. bis 24. Januar) feiert in diesem Jahr neben der Neuauflage der Mercedes E-Klasse gleich eine Handvoll ähnlich ambitionierter Konkurrenten Premiere.


Mercedes E-Klasse mit technischem Highlight

Nicht nur aus deutscher Sicht wichtigster Debütant ist Daimlers mittelgroße Limousinen-Baureihe. Nachdem 2014 bereits die kleinere C-Klasse beim Modellwechsel spürbar aufgewertet wurde, darf der exklusivere Business-Gleiter nun nicht nachstehen. Ein eleganteres Blechkleid und ein luxuriöser Innenraum lassen die E- nun zum ernsthaften Konkurrenten der S-Klasse werden.

Bei der Technik überflügelt der kleine den großen Bruder gar und bietet eine Funktion für kilometerlanges autonomes Fahren auf der Autobahn. Auf den Markt kommt die Limousine im Frühjahr, erst in der zweiten Jahreshälfte folgt der in Europa besonders beliebte Kombi.

Volvo S90 kommt zur Jahresmitte

Volvo setzt ausschließlich auf vier Zylinder
Volvo setzt ausschließlich auf vier Zylinder © Volvo

Ebenfalls zunächst ohne vergrößertes Ladeabteil muss der Volvo S90 auskommen. Die Limousine löst den leicht biederen S80 ab, setzt auf schicke Sachlichkeit und sparsame Motoren. Anders als bei den deutschen Business-Vertretern gibt es hier keine Sechs- oder Achtzylindermotoren, sondern lediglich Triebwerke mit vier Zylindern. Teilweise dafür doppelt aufgeladen und elektrisch unterstützt, so dass trotz geringen Normverbrauchs klassengerechte Fahrleistungen möglich sein sollen.

Dazu gibt es das markentypisch umfassende Programm an Assistenzsystemen und ein modernes Infotainment-System nach Vorbild es vor einem Jahr erneuerten Luxus-SUV XC90. Die Markteinführung gibt’s zur Jahresmitte, kurze Zeit später folgt der Kombi V90.

Hyundai installiert Luxusmarke Genesis

Der G90 ist das erste Modell der neuen Marke Genesis
Der G90 ist das erste Modell der neuen Marke Genesis © Hyundai

Konkurrenz erhalten Schwaben und Schweden aus den USA. Denn in Detroit will Fords Edel-Ableger Lincoln den Weg aus der Bedeutungslosigkeit starten. Überalterte Kundschaft und unglückliche Modellpolitik hatten der einst zumindest in der Heimat populäre Premiummarke zuletzt arg zugesetzt. Mit der Oberklasselimousine Continental soll nun eine neue Zeitrechnung starten. Optisch ein wenig an die britische Luxusmarke Bentley angelehnt und liebevoll eingerichtet, will der Viertürer wieder eine ernsthafte amerikanische Alternative zu Audi, BMW, Mercedes und Lexus werden - wie es kürzlich die General-Motors-Marke Cadillac vorgemacht hat. Nach Deutschland wird der Lincoln wohl eher nicht kommen. Dort bleibt der Mondeo das Limousinen-Flaggschiff. Dessen US-Variante Fusion erhält dort allerdings ein Lifting, das auch Hinweise auf die Anstehenden Änderungen beim Europa-Modell enthüllen dürfte.

Komplettiert wird der Reigen der edlen Limousinen-Debütanten von einem hoffnungsvollen Neustarter: dem Genesis G90. Die biblisch anmutende Marke wurde eigens vom koreanischen Volumenhersteller Hyundai aufgelegt, um künftig auch im einträglichen Premiumsegment wildern zu können. Der G90 ist das erste Modell unter dem Flügel-Logo, weitere sollen folgen.

BMW bringt M2

Das BMW M2 Coupé verfügt über 370 PS
Das BMW M2 Coupé verfügt über 370 PS © BMW

Auch wenn die Limousinen die Höhepunkte der diesjährigen Show sind: auch jenseits dieser Fahrzeugart gibt es Neuheiten. Aus deutscher Sicht interessant ist unter anderem der Audi A4 Allroad, ein Mittelklassekombi im Offroad-Stil. Wer es rasant statt robust mag, findet im BMW M2, die 272 kW/370 PS starke Sportversion des Kompakt-Coupés.

Dazu kommt der modellgepflegte Roadster Mercedes SLK mit leicht modifizierter Optik und neuem Namen. Künftig trägt der Klappdach-Zweisitzer die Bezeichnung SLC – was an die technische Verwandtschaft mit der C-Klasse erinnern soll. Porsche zeigt in Michigan den gelifteten 911 Turbo mit nun bis zu 427 kW/580 PS und gesunkenem Verbrauch. (SP-X)



Lesen Sie mehr aus dem Ressort Automessen



Mehr zur Marke Mercedes

Ausblick auf die neue A-KlasseMercedes lädt in den Darkroom

Die neue Mercedes A-Klasse wird im kommenden Jahr auf den Markt kommen. Sie will Benchmarks im Segment setzten. Nun gewährten die Schwaben einen ersten Ausblick.


Elektro-Vito kommt Mitte 2018Nun setzt auch Mercedes seine Transporter unter Strom

Die Van-Sparte von Mercedes wird ab Mitte 2018 seine Transporter elektrifizieren. Den Anfang macht der Vito. Als Spätstarter sehen sich die Schwaben indes nicht.


Elektrischer EQC ab 2019Daimler setzt auf Elektro in China

Nach Volkswagen forciert auch Daimler das Geschäft mit Elektroautos in China. Allerdings müssen chinesische Kunden noch ein wenig auf das erste rein elektrisch angetriebene Auto mit dem Stern warten.



Mehr aus dem Ressort

Toyota-Vizepräsident Didier Leroy präsentiert die Studie Concept-i
Tokyo Motor ShowTokio steht unter Strom

Auf der Tokyo Motor Show präsentieren die Hersteller vor allem Elektrostudien und Mobilität für alle. Allerdings feiert auch ein in Deutschland in der Kritik stehender Antrieb Premiere im Land der aufgehenden Sonne.


Mazda zeigt auf der Messe in Tokio erste Ausblicke auf den neuen Mazda3
Auf der Tokyo Motor ShowVorboten beim Mazda-Heimspiel

Mazda ebnet auf der Heimmesse in Tokio der Zukunft den Weg. Die Japaner stellen eine neue Motorengeneration vor sowie erste Aussichten auf die neue Kompaktklasse.


Toyota präsentiert die Studie Tj Cruiser
Studie Tj CruiserToyota mixt SUV und Transporter

Toyota präsentiert auf der Automesse in Tokio den Tj Cruiser. Die Studie ist eine Kreuzung ehemaliger Hummer-Modelle mit dem schon lange abgelegten Urban Cruiser.