16. November 2011

Fahrbericht Polarisierendes Design Mercedes GLK 200 CDI: Zuneigung auf den zweiten Blick

Das Design des Mercedes GLK wirkt sehr polarisierend.
Das Design des Mercedes GLK wirkt sehr polarisierend. © Daimler

Der Mercedes GLK hat Ecken und Kanten – und damit polarisiert der Geländewagen der Stuttgarter. Was der SUV kann, zeigt unser Fahrbericht mit 143 PS starkem Einstiegsdiesel.




Von Frank Mertens

"Mensch, ist der hässlich!" Die Reaktion der Nachbarin hätte nicht eindeutiger ausfallen können. Das Design des Mercedes GLK stieß bei ihr auf deutliche Ablehnung. Warum? Nun, das Äußere sei ihr schlicht zu unharmonisch, zu kantig. "Da gibt es schönere Autos."

Gut, man könnte dies als Einzelmeinung abtun. Doch damit würde man es sich zu einfach machen. Denn während der Testfahrten hörte man diese Meinung häufiger. Geschmäcker sind verschieden, keine Frage. Doch mit seinem Design provoziert der GLK den Betrachter. Entweder man mag ihn – oder man mag ihn nicht. Ein Dazwischen scheint es nicht zu geben.


Mercedes GLK mit 143 PS

Doch offensichtlich muss man sich an das Design des GLK gewöhnen. Auch dem Autor ging es zunächst nicht anders als der Nachbarin. Doch nach und nach änderte sich die Meinung zu diesem Geländewagen der Stuttgarter. Der ersten Abneigung folgte eine von Tag zu Tag steigende Zuneigung: Ja, dieses Auto hat Ecken und Kanten – und das ist gut so. Denn damit unterscheidet sich der GLK wohltuend von Fahrzeugen der Mitbewerber, die man erst beim Betrachten der Modellbezeichnung voneinander unterscheiden kann.

Seien wir ehrlich: Kann jemand beim Blick in den Rückspiegel auf Anhieb erkennen, ob da beispielsweise ein Audi Q3 oder ein Audi Q5 hinter einem fährt? Doch es gibt mehr als nur das Aussehen. Es kommt bekanntlich auf die inneren Werte an. Die sind nicht zu verachten. Der von uns getestete GLK 200 CDI BlueEfficiency ist mit einem 143 PS starken Commonrail-Diesel unterwegs.

Der Mercedes GLK kann es auch auf die sportliche Tour
Der Mercedes GLK kann es auch auf die sportliche Tour © Daimler

Ein Aggregat, das mehr als ausreicht. Es ist nicht nur ausgesprochen laufruhig, sondern bietet zugleich auch ausreichend Kraft, wenn man denn auch einmal etwas sportlicher mit diesem SUV unterwegs sein will. Sein maximales Drehmoment von 350 Newtonmetern liegt zwischen 1200 und 2800 Umdrehungen in der Minute an und den Sprint auf Tempo 100 legt der Einstiegsdiesel in völlig ausreichenden 10,3 Sekunden zurück. Die Spitzengeschwindigkeit ist bei 195 km/h erreicht.

Serienmäßig ist der GLK 200 CDI übrigens mit einem Sechsganggetriebe unterwegs, unser Testwagen war indes mit der 7G-Tronicplus ausgestattet. Das kostet zwar 2380 Euro Aufpreis, doch wenn man dieses Geld übrig hat, sollte man auf die Automatik nicht verzichten. Sie passt hervorragend zum GLK und bringt ihn ohne merkliche Zugkraftunterbrechung auf Touren.

Gute Verbrauchswerte des Mercedes GLK

7,5 Liter genehmigte sich der Mercedes GLK im Durchschnitt
7,5 Liter genehmigte sich der Mercedes GLK im Durchschnitt © Daimler

So beanstandungslos die 7G-Tronicplus ihren Job verrichtet, so gut arbeitet auch die Lenkung, die dem Fahrer eine gute Rückmeldung vermittelt. Das Fahrwerk ist ebenso wenig zu beanstanden: es ist zwar straff, aber keinesfalls unkomfortabel. Und der Verbrauch? Stimmen die vom Hersteller in Aussicht gestellten 7,4 Liter auf 100 Kilometer? Oder ist das nur Wunschdenken? Keineswegs.

Bei den Testfahrten genehmigte sich der GLK durchschnittlich 7,5 Liter, ein sehr guter Wert für ein Auto dieser Klasse. Zustande kommt er auch durch ein gut funktionierendes Start-Stopp-System. Wer besonders umsichtig fährt, dürfte den GLK auch unter sieben Liter bekommen.

Gewohnt luxuriöser Innenraum im Mercedes GLK
Gewohnt luxuriöser Innenraum im Mercedes GLK © Daimler

Der Innenraum ist so, wie man es von einem Mercedes erwarten kann: Die Materialien sehen nicht nur wertig aus, sondern fühlen sich auch so an. Die Instrumente sind klar strukturiert, entsprechend intuitiv zu bedienen – so muss es sein. Im Fond des GLK finden zwei Erwachsene bequem Platz, zu dritt wird es indes zu eng. Zudem sollte man auch nicht allzu lange Beine haben, denn wenn der Fahrer oder Beifahrer vor einem selbst großgewachsen ist, wünscht man sich auf längeren Strecken doch etwas mehr Kniefreiheit. Das Kofferraumvolumen von 450 Litern könnte auch etwas üppiger ausfallen. Bei der Fahrt in den Familienurlaub wünscht man sich doch etwas mehr Platz.

Der Spaß, den von uns getesteten GLK 200 CDI BlueEfficiency sein Eigen nennen zu können, beginnt bei 35.462 Euro. Doch wer sich dann noch für ein paar Nettigkeiten wie die Automatik (2380 Euro) oder das Navigationssystem Comand APS für 3117 Euro entscheidet, kommt locker auf einen Preis von über 40.000 Euro. Das ist eine Menge, doch dafür bekommt man auch ein rundum überzeugendes Auto, wenn man sich denn erst einmal mit ihm angefreundet hat.






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