Mercedes E-Klasse: Schaut sogar um die Ecke

Weltpremiere in Detroit

Die Mercedes E-Klasse, erstmals ungetarnt.
Die Mercedes E-Klasse, erstmals ungetarnt. © Daimler

Mercedes hat in Detroit die Weltpremiere der neuen E-Klasse gefeiert. An Selbstbewusstsein mangelte es beim Auftritt der Schwaben nicht.

Von Frank Mertens

Wer Monat für Monat, Jahr für Jahr neue Absatzrekorde aufstellt, der darf sich auch schon einmal etwas selbstbewusster geben. Entsprechend nachsichtig darf man mit den Superlativen sein, die Mercedes Montagnacht hiesiger Zeit bei der Präsentation der neuen E-Klasse in Detroit von sich gab. Nicht weniger als die „intelligenteste Business-Limousine der Welt“ soll die zehnte Generation der E-Klasse sein, wie es vollmundig im Pressetext heißt.

Ist so viel Selbstbewusstsein denn auch angebracht? Glaubt man dem Pressetext und den Erzählungen der Stuttgarter, dann geht diese neue E-Klasse einen großen Schritt in die Zukunft. Da sei zunächst einmal das klare, emotionale Design, über das Mercedes bereits im vergangenen Jahr in einem Workshop abhielt. Dabei haben die Designer nicht nur das äußere Erscheinungsbild der E-Klasse überarbeitet, sondern sie haben auch im Innenraum Hand angelegt und ihn noch exklusiver gemacht.

Mehr als nur nettes Design

Doch wer von seinem neuen Modell behauptet, es sei nicht weniger als die intelligenteste Business-Limousine der Welt, der muss schon deutlich mehr zu bieten haben, als ein gefälliges Exterieur- und Interior-Design. Die Innovationen finden sich dann auch unter dem ohne Frage ansehnlichen Blechkleid. So wartet die neue E-Klasse mit einer Vielzahl von Fahrassistenzsystemen auf, die dem Fahrer das Leben hinter dem Steuer erleichtern sollen. Mercedes geht auch hier in die Vollen und spricht in diesem Zusammenhang von einer E-Klasse, die „komfortables, sicheres Fahren auf bisher nicht erreichtem Niveau“ bietet.

Mercedes E-Klasse
Der neue Innenraum der E-Klasse Daimler

Damit meinen die Schwaben vor allem die Weiterentwicklung der teilautonomen Fahrfunktionen, die diese E-Klasse dem vollautonomen Fahren ein weiteres Stück näher kommen lassen. So kann der so genannte Drive Pilot als Abstands-Pilot Distronic auf Autobahnen und Landstraßen nicht nur wie bisher automatisch den korrekten Abstand zu vorausfahrenden Fahrzeugen halten, sondern ist dazu nun auch bis 210 km/h in der Lage. Erstmals ist das System in der neuen E-Klasse auch bis 130 km/h in der Lage, durch die Erkennung von umgebenden Fahrzeugen und Parallelstrukturen auch bei nicht eindeutigen Fahrbahnmarkierungen weiterhin aktiv ins Fahrgeschehen einzugreifen. Ein weiteres Schmankerl ist der aktive Spurwechsel-Assistent, der den Fahrer nach dem Betätigen des Blinkers selbst auf mehrspurigen Straßen aktiv auf die Nachbarspur bringt.

Autonomes Ein- und Ausparken

Mit Blick aufs autonome Parken ist Mercedes mit der E-Klasse wieder einen Schritt seinen Mitbewerbern voraus. Per Smartphone-App lässt der Remote Park-Pilot das Auto aus Garagen oder auch Parklücken ein- und ausparken, Der Fahrer kann von außen beobachten, wie das Fahrzeug sich aus engen Parklücken bugsiert. Der Fahrer muss sich jetzt nicht mehr ins Fahrzeuginnere quälen, wenn neben ihm andere Autos zu dicht geparkt haben. Daneben gibt es natürlich auch noch viele andere Assistenzsysteme wie einem aktiven Brems-, Seitenwind-, Attention- oder auch Kreuzungs-Assist. Mit dieser Vielzahl von Assistenten an Bord kann man jetzt besonders sicher unterwegs sein.

Nachdem Mercedes bislang die Car-to-Car-Kommunikation nur als Nachrüstlösung für Teile seine Fahrzeuge angeboten hat, geht sie mit der neuen E-Klasse den nächsten Schritt und bietet eine serienmäßige Car-to-X-Lösung an. Durch einen mobilfunkunterstützen Austausch mit anderen Fahrzeugen kann der Fahrer nun vorausschauend unterwegs sein. Er kann quasi um die Ecke schauen und beispielsweise ein hinter der Kurve befindliches Stauende erkennen, lange bevor er es erreicht hat.

An Platz gewonnen

Die neue Mercedes E-Klasse kann vieles besser als der Vorgänger.
Auch von der Seite sieht die E-Klasse gut aus Daimler

Die neue E-Klasse bietet im Innenraum auch noch etwas mehr Platz. So hat sie gegenüber dem Vorgängermodell einen um 6,5 Zentimeter (2,94 Meter) längeren Radstand und ist mit 4,92 Meter auch um 4,3 Zentimter länger geworden. Beides kommt den Passagieren im Innenraum zu Gute. Zum Marktstart wird die neue E-Klasse zunächst mit zwei Motoren erhältlich sein, dem E 200 Vierzylinder-Benzinmotor mit 184 PS sowie dem E 220 d mit 195 PS.

Sie kommen auf Durchschnittsverbräuche von 5,9 beziehungsweise 3,9 Liter. Später folgen noch ein Diesel mit 150 PS und Benziner mit 183 bis 245 PS. Topmotor wird ein Sechszylinder-Benziner mit 333 PS sein. Zu einem späteren Zeitpunkt folgt zudem noch der E 350e Plug-in-Hybrid. Mit ihm setzen die Schwaben ihre im Vorjahr begonnene Hybrid-Offensive fort.