11. März 2011

Fahrbericht Bis zu 30 Prozent sparsamer Mercedes C-Klasse: Neuer Einstieg

Das T-Modell der Mercedes C-Klasse
Das T-Modell der Mercedes C-Klasse © AG/Flehmer

Mercedes hat die C-Klasse stark überarbeitet. Neben neuen Motoren verschaffen die optischen Änderungen an Front- und Heck der Limousine und dem T-Modell einen attraktiveren Auftritt.




Von Thomas Flehmer

Die Zeiten, in denen der Selbstzünder des 190 noch zärtlich Metzgerdiesel genannt wurde, sind lange vorbei. Das damalige Modell war das Einstiegs-Fahrzeug in die Mercedes-Welt, das sich auch kleinere Unternehmer leisten konnten. Über 8,5 Millionen Mal seit 1982 wurden der 190er und die später genannte C-Klasse an den Mann oder die Frau gebracht. 1,2 Millionen Autofahrer allein fahren das aktuelle Modell, das nun eine Auffrischung erfahren hat.


Über 2000 Neuteile

Über 2000 Neuteile hat Mercedes beim umfassenden Facelift eingesetzt. Dabei wurden Front und Heck der neuen Designsprache des Unternehmens angepasst. Besonders die Kühlermaske wurde sportlich markanter konfiguriert und zieht die ersten Blicke auf sich. Die Pfeilung der aus Aluminium bestehenden Motorhaube wurde verändert, die Scheinwerfer neu gestaltet.

So verwandelt sich die volumenstärkste Baureihe von Daimler von vom biederen Personentransporter in ein sportlich markantes Gefährt. Die Sportlichkeit übertrieben haben die Designer aber beim Heck, zumindest wenn das AMG-Sportpaket geordert wird. Der angedeutete Heckspoiler fällt doch arg stark ins Prollige ab.

Entspannung im Innenraum

Die Limousine der Mercedes C-Klasse hat einen sportlicheren Auftritt erhalten
Die Limousine der Mercedes C-Klasse hat einen sportlicheren Auftritt erhalten © Daimler

Im Innenraum wurde die Instrumententafel neu gestaltet. Die einzelnen Instrumente sind gut ablesbar. Aber der Innenraum an sich macht einen ausgezeichneten Eindruck, egal, ob in der Ausstattung-Variante Elegance oder der sportlicher angehauchten Avantgarde-Linie. Wer will, kann erstmals auch per Telematik inder C-Klasse ins Internet gehen.

Entspannung ist angesagt, denn die Sitze nehmen die Körper sehr gut auf. Im Fond müssen sich die Insassen etwas beschränken. Beinfreiheit ist zwar gegeben, aber nicht im üppigen Maße. Bei der Kopffreiheit sieht es ähnlich aus. Hier nähert sich das Großhirn doch stark dem Dachhimmel an. Viel Platz bieten dagegen die Kofferräume, sowohl in der Limousine als auch beim traditionell T-Modell genannten Kombi, in dem zwischen 485 und 1500 Liter verstaut werden können.

BlueEfficiency serienmäßig

Eleganz im Innenraum der Mercedes C-Klasse
Eleganz im Innenraum der Mercedes C-Klasse © Daimler

Neu im Motorenprogramm ist der C350 mit 225 kW/306 PS. Die Leistung des Sechszylinders wurde im Vergleich zum Vorgänger um 34 PS verstärkt, der Verbrauch nahm dagegen um gleich 3,1 Liter – umgerechnet 31 Prozent - ab. 6,8 Liter benötigt der 1670 Kilogramm schwere Benzin-Direkteinspritzer.

Serienmäßig sind bei allen Benzinern und Selbstzündern nun Stopp-Start an Bord, sodass die gesamte Baureihe mit ihren sechs Dieseln und vier Benzinern das firmeneigne Label BlueEfficiency erhalten hat.

Harmonisches Fahrwerk

Das T-Modell der Mercedes C-Klasse ist zwei Zentimeter länger als die Limousine
Das T-Modell der Mercedes C-Klasse ist zwei Zentimeter länger als die Limousine © AG/Flehmer

Dabei fährt sich der immerhin 4,59 Meter lange C-Klässler – der Kombi ist zwei Zentimeter länger - sehr harmonisch und überrascht angenehm. Selbst in sportlich genommenen Kurven geben sich Fahrwerk und Lenkung ebenso wenig eine Blöße wie die serienmäßige Siebengang-Automatik. Und sechs Sekunden für den Sprint zur 100 km/h-Marke sind nicht zu verachten.

Wer es etwas langsamer angehen lässt, wählt den C 250 CDI mit 500 Newtonmetern Drehmoment, die bei 1600 Kurbelwellenumdrehungen anliegen. 7,1 Sekunden dauert es dann, bis die Geschwindigkeit von 100 km/h erreicht sind. Dafür stehen für den 150 kW/ 204 PS starken Diesel dann lediglich zwischen 4,8 und 5,3 Liter Verbrauch auf der Uhr.

Zehn neue Fahrassistenten

Die Preise für die Mercedes C-Klasse beginnen bei 32.695 Euro
Die Preise für die Mercedes C-Klasse beginnen bei 32.695 Euro © Daimler

Eine Aufwertung erfuhr die C-Klasse durch den Einsatz von insgesamt zehn neuen Fahrassistenzsystemen, die sonst in den höheren Baureihen zum Einsatz kommen. Vom adaptiven Fernlicht-Assistenten über das Pre-Safe-System bis zum Abstandstempomaten kann alles für den Einsatz geordert werden, wenn das nötige Kleingeld zur Verfügung steht.

Denn zuvor müssen mindestens 32.695 Euro für den Basisbenziner C180 investiert werden. Der Sechszylinder beginnt bei 46.529 Euro – jeweils für die Limousine. Für den Kombi müssen mindestens 34.361 Euro für den Basisbenziner aufgebracht werden, der Einstieg in die dann aber weniger leistungsstarke Dieselwelt beginnt 120 Euro später. Und der Sechszylinder-Kombi startet erst bei 48.195 Euro. Und die Aufpreisliste ist lang. Denn auch bei den Preisen sind die Zeiten des ehemaligen Fleischer-Diesels längst vorbei.






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