Dudenhöffer kritisiert Teppichhändler-Methoden

Hoher Anteil an Eigenzulassungen

Rabatte gehören beim Neuwagenkauf dazu © dpa

Die Autohersteller frisieren den Neuzulassungszahlen immer mehr mit Eigenzulassungen. Selbst bei den Premiumherstellern schießen die Quoten in die Höhe.

Die Quote von Eigenzulassungen hat im Januar eine Höchstgrenze erreicht. Laut dem CAR-Institut der Universität Duisburg-Essen entfielen im ersten Monat des Jahres 35,1 Prozent aller neu zugelassenen Fahrzeuge auf so genannte Eigenzulassungen, die mit deutlich über 20 Prozent Rabatt in den Markt geschoben werden.

„Die schönen Neuzulassungszahlen im deutschen Automarkt sind damit zu großen Teilen „getürkt“, sprich hinter den Zahlen stehen keine echte Kunden, sondern eben die Autobauer und Händler“, so Ferdinand Dudenhöffer, Leiter des CAR-Instituts.

Auch Premiumhersteller mit hohen Eigenzulassungen

Seat und Kia lagen bei den Neuzulassungen vorn. Mit 53,2 und 51,3 Prozent wurde mehr als jeder zweite Neuwagen beim Kraftfahrt-Bundesamt angemeldet. Aber auch die Premiumhersteller sind kräftig dabei. Bei Audi lag die Quote bei 42,3 Prozent, Mercedes beförderte 40,1 Prozent Neuwagen ins Rennen. Im Durchschnitt betrugen die Rabatte 17,9 Prozent. Rabatt-Spitzenreiter war der Hyundai i30 mit 27,7 Prozent.

Das Niveau der Eigenzulassungen hat dabei die Käufe von Privatkunden überholt und schönt damit sehr deutlich die Neuzulassungsstatistik. Zugleich wird durch die Rabatte der Markt geschwächt. Auch wenn es die Kunden freut, hat Dudenhöffer Bedenken. „Wenn mehr als ein Drittel des Marktes aus Eigenzulassungen besteht kauft kein Kunde mehr zu normalen Konditionen“, so der Experte, „im deutschen Automarkt sind Teppichhändler-Methoden zum Alltag geworden.“ (AG/TF)

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Der diplomierte Religionspädagoge arbeitete neben seiner Tätigkeit als Gemeindereferent einer katholischen Kirchengemeinde in Berlin in der Sportredaktion der dpa. Anfang des Jahrtausends wechselte er zur Netzeitung. Seine Spezialgebiete waren die Fußball-Nationalelf sowie der Wintersport. Ab 2004 kam das Autoressort hinzu, ehe er 2006 die Autogazette mitgründete. Seit 2018 ist er als freier Journalist unterwegs.