Mit großem Stauraum und Folterprogramm

Mercedes-Benz E 63 AMG

Der Mercedes E63 AMG © Foto: mid

Gewaltiger Sound und ein knochentrockenes Fahrwerk machen den Mercedes-Benz E 63 AMG zu einem besonderen Fahrerlebnis. Aber immerhin der Kofferraum ist familientauglich.

Von Marcel Sommer

Donnern und Grollen. Das Gefühl, eine 557 Pferde zählende Herde prescht durch das heimische Schlafzimmer, gefolgt von einem infernalen Reifenquietschen. Papa hat sich das familienfreundliche T-Modell des neuen Mercedes-Benz E 63 AMG (108 409 Euro) inklusive Performance Package (8.306,20 Euro) und Driver´s Package (3.213 Euro) sowie den sportlichen Keramikbremsen (11.364 Euro) und dem Panorama-Schiebedach (2.082,50 Euro) gegönnt. Gesamtpreis: schlappe 133.374 Euro und 70 Cent.

Gewaltiger Sound

Garagenbesitzer werden ihn lieben - die Nachbarn nicht. Denn das erste Fluten der acht Zylinder, in denen die Kolben in den 5,5 Litern Hubraum durchstoßen, wird stets mit einem gewaltigen Motorensound begleitet. Die vier Edelstahlendrohre erzittern kurz und dröhnen auch dem letzten BMW-Fan ins Ohr: „Dieser AMG wäre wohl eine Testfahrt wert.“ Eine Testfahrt, die bei 10,0 Litern auf 100 Kilometern erst relativ spät an der Tankstelle enden könnte. Begleitet von einem Drehmoment bis zu 800 Newtonmetern. Es sorgt für ein beinahe zwanghaftes Grinsen der Insassen, sobald der Fahrer seinen rechten Fuß bis zum Bodenblech durchdrückt.

Üppiger Stauraum

Die Heckansicht des Mercedes E 63 AMG Foto: mid

Nicht nur bei regennasser Fahrbahn scheint der imaginäre Kraftverteiler permanent im Einsatz zu sein. Die angetriebenen Hinterräder sind fast überfordert. Hier scheint für das Hinterrad-Antriebsprinzip das Ende erreicht worden zu sein. Da hilft auch das Speedshift MCT Sieben-Gang Sportgetriebe mit seinen drei Fahrprogrammen nicht mehr viel. 695 Liter fasst das T-Modell in seinem Gepäckraum. Das Umlegen der Rücksitze verschafft ein Gesamtvolumen von satten 1.950 Litern. Im Vergleich zum Audi A6 Avant (1.660 Liter) und dem 5er BMW Touring (1.670 Liter) erstaunlich. Beim Betätigen des Griffes zum Umlegen der Rückbank fährt sich der Vordersitz automatisch ein wenig nach vorn. Nicht schlecht.

Terror auf der Schlaglochpiste

Gefoltert fühlen sich auch die Passagiere, sollte das Navigationssystem eine Route über eine Schlaglochstrecke führen. Die sportliche Federung, welche schon im Komfortmodus nahezu jeden Stoß an die Wirbelsäule weiterleitet, ist nach Belieben auch noch zwei Stufen härter einstellbar. Für die Rennstrecke hervorragend geeignet, für alles andere nur nach Zustimmung des Hausarztes. (mid)