27. März 2015

Studie von Roland Berger Autonom fahrende Lkws erhöhen Sicherheit

Daimler arbeitet mit Nachdruck am Future Truck. Fotos ▶
Daimler arbeitet mit Nachdruck am Future Truck. © Daimler

Viele rechtliche Fragen sind noch offen: Dennoch sollten Hersteller und Zulieferer die Marktchancen nutzen, die autonom fahrende Lkw bieten. Damit könnten Unfälle reduziert und Betriebskosten gesenkt werden, heißt es in einer Studie von Roland Berger.




Noch sind viele rechtliche Fragen im Zusammenhang mit dem autonomen Fahren ungeklärt. Doch Hersteller und Zulieferer sollten die Marktchancen dieser neuen Technologie nutzen und ihr Produktangebot entsprechend ausbauen, heißt es in einer Studie von Roland Berger. So würde das autonome Fahren im LKW-Bereich in Zukunft dazu beitragen, Straßenunfälle zu reduzieren und die Betriebskosten für die Speditionen zu senken.

Deshalb, so prognostiziert Roland Berger, würden automatisierte Fahrfunktionen schrittweise in den Nutzfahrzeugmarkt einziehen, auch wenn autonomes Fahren auf deutschen Straßen wohl erst 2025 möglich sein dürfte. „Bereits heute sollte aber geklärt werden, welche Haftung OEMs, Zulieferer und Fahrer übernehmen müssen, sollte es trotz ausgereifter Technik zu einem Unfall kommen”, heißt es in der an diesem Freitag veröffentlichten Studie "On the road toward the autonomous truck - Opportunities for OEMs and suppliers".


Vier Trends verändern Lkw-Industrie

Laut den Beratern von Roland Berger würden bis zum Jahr 2025 die vier Trends Effizienz, Umweltschutz, Konnektivität und Sicherheit die LKW-Industrie verändern. Vor dem Hintergrund, dass 90 Prozent aller Unfälle auf Europas Straßen auf menschliches Versagen zurückzuführen sei, hat die EU-Kommission bereits beschlossen, für neu zugelassene Nutzfahrzeuge bis Ende 2015 ein Spurhaltesystem zur Pflicht zu machen. Ab 2018 wird zudem ein Notbremsassistenzsystem vorgeschrieben. Durch den Einsatz von Fahrassistenzsytemen könnte Lkw-Auffahrunfälle um über 70 Prozent reduziert werden.

"Konnektivität wird im LKW-Bereich eine immer wichtigere Rolle spielen. Denn hier geht es aus Gesetzgebersicht darum, die Sicherheit auf den Straßen zu erhöhen und die Anzahl der Unfälle deutlich zu reduzieren", sagt Sebastian Gundermann von Roland Berger. Zugleich könnten die Systeme zur Kostenreduktion beitragen, beispielsweise durch geringere Kraftstoffkosten und weniger Standzeiten.

© Daimler

Vor diesem Hintergrund fordert Roland Berger die LKW- Hersteller und Zulieferer auf, entsprechende Systeme zu entwickeln und bereitzustellen. Die Berater von Roland Berger gehen davon aus, dass sich die Wertschöpfungskette der Nutzfahrzeugindustrie in den kommenden Jahren weiter ausdifferenzieren werde, wobei die Hersteller Assistenzsysteme wie Abstands- und Notbremssysteme von den Zulieferern beziehen können. Mit serienreifen autonom fahrenden Lkws rechnen die Experten von Roland Berger erste nach dem Jahr 2025. Ein Hersteller wie Daimler beispielsweise arbeitet bereits intensiv an seinem Future Truck 2025 und hat ihn bereits in Aktion zuletzt auf der IAA Nutzfahrzeugmesse in Hannover im Vorjahr präsentiert. (AG/FM)



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