8. August 2017

Prämie über 2000 Euro Auto-Experte für staatliche Förderung bei Diesel-Umrüstung

Dudenhöffer fordert staatliche Umrüstprämie
Dudenhöffer fordert staatliche Umrüstprämie © Daimler

Zahlreiche Autohersteller locken derzeit mit Tauschprämien vom Diesel auf eine andere Antriebsart. Der Automobil-Experte Ferdinand Dudenhöffer fordert die Regierung auf, tatkräftig zu handeln.




Eigentlich sollten Millionen von Dieselautos auf deutschen Straßen sauberer sein als sie es sind. Um den Ausstoß von Stickoxid durch Dieselautos zu verringern, hat der Automobil-Experte Ferdinand Dudenhöffer nun eine staatliche Umrüst- und Abwrackprämiere ins Gespräch gebracht. Demzufolge soll das Bundesfinanzministerium für schmutzige Dieselautos 2000 Euro zahlen, wenn diese verschrottet oder umgebaut werden.

Um bei den im Verkehr befindlichen Dieselfahrzeugen den Stickoxidausstoß deutlich zu verringern, muss laut Dudenhöffer ein SCR-Kat installiert werden. „Jeder Fahrer von Diesel-Pkw in Deutschland erhält einen Gutschein in Höhe von 2000 Euro um Hardware-Umrüstungen bei seinem Fahrzeug durchführen zu lassen. Der Gutschein wird nur ausgezahlt, wenn die Umrüstung tatsächlich durchgeführt wurde“, so der Wissenschaftler.


Erhöhte Steuer für Diesel-Fahrer

Die Auszahlung und vorläufige Finanzierung könnte zunächst das Bundesfinanzministerium übernehmen. Zugleich sollen die Dieselfahrzeug-Besitzer diese Aktion über eine erhöhte Kraftstoffsteuer für Diesel zum Teil refinanzieren. Dudenhöffer schlägt zu diesem Zweck eine Gleichbesteuerung von Benzin- und Dieselkraftstoff vor. Parallel solle aber auch die Kfz-Steuer für Benziner und Diesel angeglichen werden, was Dieselbesitzer wiederum steuerlich leicht entlasten würde.

Dudenhöffer rechnet vor, dass etwa 10 Millionen Diesel-Pkw in Deutschland betroffen wären. Dem Staat würden für eine solche gut zweieinhalb Jahre dauernde Aktion also Kosten in Höhe von 20 Milliarden Euro entstehen. 10 Milliarden Euro ließen sich durch die Mehreinnahmen der höheren Kraftstoffsteuer gerieren, während durch die geänderte Kfz-Steuer wiederum 1,8 Milliarden Euro verloren gingen.

Fahrverbote dann kein Thema mehr

In seinem Vorschlag sieht der Auto-Experte gleich mehrere Vorteile vereint. Seiner Ansicht nach wären Diesel-Besitzer nicht benachteiligt, sondern künftig gleichgestellt. Nach dem Verursacherprinzip würden zudem die Dieselfahrer an den Kosten für ihre unsauberen Autos beteiligt, müssten dafür aber keine Fahrverbote mehr fürchten.

Für die Autohersteller sollen hingegen keine zusätzlichen Kosten entstehen. Außerdem könnte die Gleichbesteuerung von Benzinern und Dieseln als Weichenstellung für einen besseren Übergang zur E-Mobilität dienen. (SP-X)



Lesen Sie mehr aus dem Ressort Politik



Mehr aus dem Ressort

Bundeskanzlerin Angela Merkel (Mitte) beim Dieselgipfel
Finanzierungslücke bleibt bestehenAutoimporteure lehnen Beteiligung am Dieselfonds ab

Der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller hat eine vom Verband der Automobilindustrie gewünschte Beteiligung am Dieselfonds abgelehnt. Verkehrsminister Schmidt bemängelte die Haltung.


Diesel-Protest von Greenpeace.
Umfrage der GfKNur Minderheit für Dieselfahrverbote

Gerade einmal 14 Prozent der Deutschen sprechen sich für ein Dieselfahrverbot aus. Ein Drittel hält die Diskussion über die Schadstoffbelastung für übertrieben.


Diesel-Protest von Greenpeace.
Diesel-Subvention für saubere VerkehrsformenBlaue Plakette statt Fahrverbote

Die Einführung einer blauen Plakette kehrt nach dem erneuten Dieselgipfel auf die Tagesordnung zurück. Diese Maßnahme würde ein generelles Fahrverbot zunächst aufheben.