Schließsystem Keyless erfreut Autodiebe

Test des ADAC

Keyless-Schließsysten sind unsicher, so der ADAC.
Keyless-Schließsysten sind unsicher, so der ADAC. © ADAC/Arnulf Thiemel

Das Schließsystem Keyless ist ohne Frage komfortabel. Der Fahrer muss damit keine Tasten mehr auf seinem Funkschlüssel betätigen, um das Auto zu öffnen. Doch damit geht ein Sicherheitsrisiko einher.

Sie sind komfortabel – und erleichtern das Öffnen des Autos. Gemeint ist das Schließsystem Keyless. Wer über dieses System verfügt, braucht auf seinem Funkschlüssel keine Tasten mehr drücken, um sein Fahrzeug zu öffnen. Doch dieses Komfort-Schließsystem ist für Diebstähle weitaus anfälliger als ein herkömmliches Schließsystem, wie der ADAC jetzt nach einer Untersuchung an mehr als 20 Modellen unterschiedlicher Hersteller mitteilte.

Sekundenschnelles Öffnes des Fahrzeugs

So könnten mit einer selbstgebauten Funk-Verlängerung mit dem Keyless-Schließsystem ausgestattete Autos sekundenschnell geöffnet und weggefahren werden, warnte der Automobilclub. Dabei hinterlässt diese Art des Diebstahls auch keine Einbruchsspuren.

„Die offenkundige Sicherheitslücke bei den Komfort-Schlüsseln erleichtert Dieben ihr Handwerk ungemein: Die Funkverbindung zwischen Schlüssel und Auto kann problemlos über mehrere hundert Meter verlängert werden“, so der ADAC.



Das Keyless-System kann auch geknackt werden, ob sich der Fahrer in unmittelbarer Nähe zum Fahrzeug befindet. Für Diebe reicht es aus, dass sich der Schlüssel im Haus oder der Jackentasche des Fahrers befindet, um die Wegfahrsperre oder auch Alarmanlage zu überwinden, sagen die ADAC-Experten. Aufwändig sei es für Autodiebe nicht, sich die für den Diebstahl erforderlichen Geräte zu besorgen – dafür reichen handelsübliche Elektronikbauteile aus. Deshalb fordert der Automobilclub Autofahrer zu besonderer Wachsamkeit bei der Aufbewahrung des Schlüssels und mahnt die Autohersteller an, die Fahrzeugelektronik besser abzusichern. So etwas sei in anderen IT-Bereichen längst Standard. Der ADAC fordert die Hersteller auf, mit entsprechenden Nachrüstlösungen Abhilfe zu schaffen. (AG/FM)

Vorheriger ArtikelFord Ranger: Im Matsch fühlt er sich richtig wohl
Nächster ArtikelMercedes-AMG bringt den GLC mit 367 PS
Nach dem Sport- und Publizistikstudium hat er sein Handwerk in einer Nachrichtenagentur (ddp/ADN) gelernt. Danach war er jahrelang Sportjournalist und hat drei Olympische Spiele (Sydney, Salt Lake City, Athen) als Berichterstatter begleitet. Bereits damals interessierten ihn mehr die Hintergründe als das bloße Ergebnis. Seit 2005 berichtet er über die Autobranche. Neben der Autogazette verantwortet er auch den redaktionellen Teil des Magazins electrified (Print und Online).