1. November 2016

Fahrbericht Preis um die 13.000 Euro Kawasaki Z1000SX: Mehr Sportler, mehr Tourer

Die Kawasaki Z1000SX kommt in dritter Generation. Fotos ▶
Die Kawasaki Z1000SX kommt in dritter Generation. © Kawasaki

Die Kawasaki Z1000SX geht mittlerweile in die dritte Generation. Bei der Neuauflage ihrer Tausender hat der japanische Motorradhersteller auf eine höhere Alltagstauglichkeit geachtet, wie unser Testbericht zeigt.




Kawasaki setzt bei der dritten Auflage der Z1000SX auf eine verfeinerte Verbindung der Touren- mit der Sportwelt und auf eine höhere Alltagstauglichkeit. Für einen schärferen sportiven Touch führen zahlreiche optische Retuschen in Richtung der supersportlichen Ninja-Modelle. Insgesamt wahrt die Tausender aber den Stil und den Charakter der SX, wie auch der voraussichtliche Preis von zirka 13.000 Euro den bisherigen nur minimal übersteigt – trotz einer Vielzahl Überarbeitungen.

Am auffälligsten werden die Neuerungen durch die sportliche Front mit den neuen, nun gleichzeitig brennenden LED-Scheinwerfern dokumentiert, denen neuerdings ebenso helle wie energieeffiziente LED-Positionslichter assistieren und der SX ein schnittiges Gesicht verleihen.


Besserer Wind- und Wetterschutz

Nicht ganz so augenfällig, in der Praxis aber spürbar, ist der bessere Wind- und Wetterschutz für die Beine durch die breitere Verkleidung, während die höhere Scheibe – wie zuvor im Stand werkzeugfrei in drei Positionen justierbar – den Fahrtwind nicht rundum abhalten kann. Für einen Tourer sitzt es sich auf der Kawa recht sportlich, für einen Sportler sehr entspannt, auf jeden Fall integriert die SX ihren Fahrer ausgezeichnet. Die breitere Polsterauflage erhöht den Sitzkomfort vorn, neue ergonomische Haltegriffe für den Beifahrer mindern die Leidensfähigkeit indes kaum, die für längere Touren auf dem Soziusplatz mitgebracht werden muss.

Den Blicken weitgehend verborgen bleiben die Innovationen technischer Natur. Natürlich entspricht der flüssigkeitsgekühlte 1000er-Reihenvierzylinder nun den Euro 4-Vorgaben mit weniger schädlichen Abgasen, gleichzeitig bescheren Verfeinerungen der Motorsteuerung ein sanftes Ansprechen.

Das Cockpit der Kawasaki
Das Cockpit der Kawasaki © Kawasaki

Für die Entfaltung der gewaltigen Kraft von 105 kW/142 PS stehen zwei Fahrmodi zur Verfügung, vom linken Lenker wird entweder volle Brause oder 70 Prozent davon ausgewählt. Egal in welchem Modus gefahren wird, der Antrieb meistert nahezu jede Lebenslage überaus souverän: Die SX kann gemütlich niedertourig durch Ortschaften bummeln und gleichzeitig am Ortsausgang unter kundiger Hand richtig Feuer unterm Dach machen – nach einer druckvollen Mitte legt sie bei 7000 Touren ein paar Briketts nach und schiebt mächtig voran. Die Leistungsentfaltung geschieht dabei stets sehr nachvollziehbar und gleichmäßig, übrigens trotz Ausgleichswelle bewusst nicht komplett vibrationsfrei – die Japaner wollten einen brodelnden und kraftstrotzenden Charakter, der auch vom kräftigen knurrig-kehligen Auspuffsound unterfüttert wird.

Unterwegs mit Kurven-ABS

Ein kräftiges Update bekam das elektronische Motor- und Fahrwerkmanagement-Paket verpasst, von Kawasaki als Kurvenmanagement-System bezeichnet. Die Z1000SX bekommt 2017 nicht nur ein echtes Kurven-ABS, auch die dreistufige Traktionskontrolle und die Anti-Wheelie-Funktion profitieren von der sensiblen Datenaufbereitung durch einen Schräglagensensor. Aufgewertet zeigen sich die Stopper durch die Übernahme der Bremsentechnologie aus den Supersportlern ZX-10R und H2, die neue SX verzögert jederzeit ehrlich, wunschgemäß effektiv und punktgenau dosierbar.

Zusammen mit der guten Fahrerintegration und einem spurstabilen Fahrwerk ermöglicht dies ein ziemlich beherztes Tempo ohne ungutes Gefühl – die Kawa liegt jederzeit satt, stabil und Vertrauen erweckend auf dem Asphalt. Selbst im engen Kurvengeläuf legt die nicht gerade leichte SX eine erfreuliche Agilität an den Tag, und die Abstimmung der Federelemente sorgt auf nahezu allen Untergründen für einen ausgewogenen Fahrkomfort.

Gute Abstimmung

Mehr Alltagstauglichkeit für die Kawasaki Z1000SX
Mehr Alltagstauglichkeit für die Kawasaki Z1000SX © Kawasaki

Mit vielen kleinen Detailverbesserungen haben die Produktplaner die Alltags- wie Toureneigenschaften deutlich optimiert. Sei es das nun serienmäßige Haltesystem für die optionalen helmgeeigneten Koffer, das sich fast unsichtbar in die Silhouette einfügt, ein längeneinstellbarer Kupplungshebel oder die Ganganzeige im funktionsreichen Multiinstrument – die aktuelle Modellpflege haben die Japaner dazu genutzt, einige Kritikpunkte an den Vorgängermodellen auszumerzen. Was zu einem perfekten Tourer jetzt noch fehlt, sind eine serienmäßige Bordsteckdose, ein Hauptständer und Heizgriffe.

Alles in allem hat Kawasaki das Konzept der Z1000SX für 2017 aber sinnvoll weiterentwickelt und besser auf die beiden Einsatzzwecke abgestimmt: Mehr Komfort betont den Tourencharakter, die aufgewertete Elektronik die sportlichen Tugenden. Wer dynamisches Touren mit potenter Fahrdynamik und ausgewogenen Fahreigenschaften sucht, wird nicht rein zufällig bei Kawasakis Z1000SX fündig. (SP-X)






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