26. August 2011

Fahrbericht Erweiterung der Klientel Hyundai i40 cw: Selbstbewusster Neueinsteiger

Der Hyundai i40 cw ist Neueinsteiger in der Mittelklasse.
Der Hyundai i40 cw ist Neueinsteiger in der Mittelklasse. © Hyundai

Hyundai besetzt die Mittelklasse mit dem i40 neu. Der Kombi soll vor allem Geschäftskunden erfreuen, die Preise des koreanischen Herstellers haben sich aber anders gestaltet als vor Hyundais Markteintritt in Deutschland vor 20 Jahren.




Von Thomas Flehmer

Das Lob kommt seit einiger Zeit von vielen und auch aus berufenem Munde. Nicht zuletzt VW-Chef Martin Winterkorn bezeichnet den Hyundai-Konzern als ernsten Konkurrenten im Kampf um die Krone der Autobauer. 20 Jahre nach dem Markteintritt in Deutschland ist das Unternehmen aus Korea von einem belächelten Außenseiter zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten für die Etablierten herangewachsen. Mit dem in Deutschland nicht unbedingt erfolgreichen Sonata-Nachfolger peilt Hyundai ab Mitte September mit dem i40 cw nun auch eine fast neue Zielgruppe an.


Aufffallende Rundungen beim Hyundai i40

Denn der Mittelklassekombi soll nicht nur dem VW Passat Konkurrenz machen, sondern vor allem das Flottengeschäft von Hyundai in Deutschland erweitern, das bisher etwa zehn Prozent des Gesamtumsatzes ausmacht. Aus diesem Grund wurde die Markteinführung des Kombis vorgezogen, die gerade die in Deutschland zu vernachlässigende Limousine folgt im November.

Sehr schnittig sieht der i40 cw, den Geschäftsführer Werner H. Frey von Hyundai Deutschland als "Meilenstein für die Marke" bezeichnet, von der Seite aus. Eine recht tief nach unten gezogene Dachlinie sorgt für den sportlichen Schnitt, der Bereich zwischen C- und D-Säule sorgt ein wenig für asiatisches Flair. Dabei ist der Mittelklassekombi im Designcenter Rüsselsheim entstanden. Doch im internationalen Designteam setzte sich der koreanische Ursprung auch am Heck durch. Die rundlichen Überhänge sind so sonst in Westeuropa nicht zu sehen und wirken verspielt. "Man muss ein wenig verspielt sein", sagt aber Außendesigner Niels Kasten, "um aufzufallen und die Marke ins Bewusstsein zu bringen." Die Linie scheint eine Mischung aus Opel Insignia und Renault Laguna zu sein.

Viel Platz im Hyundai i40

Der Innenraum des Hyundai i40 ist klar definiert
Der Innenraum des Hyundai i40 ist klar definiert © Hyundai

Sportlichen Charakter verspricht auch die Front, die den markentypischen Hexagon-Kühlergrill beherbergt. Der große Lufteinlass und die Nebelscheinwerfer sorgen für ein Lächeln, bei den Frontscheinwerfern mit einprägendem Tagfahrlicht ließen sich die Designer von Falken-Augen, bei den Heckleuchten von den Flügeln des Greifvogels inspirieren.

Im Innenraum sind die Wurzeln der früheren koreanischer Vertreter verschwunden. Die Instrumente sind klar ablesbar, die Mittelkonsole selbsterklärend, die Sitze bequem und Halt gebend. Bei einem Radstand von 2,77 Metern können selbst groß gewachsene Personen bequem sitzen, mindestens genauso gut wie beim Platzhirschen im Segment aus Wolfsburg. Trotz der abfallenden Dachlinie gibt es keine Berührungsängste mit dem Dach. Und auch im Kofferraum steht genügend Platz zur Verfügung. Das Volumen beträgt zwischen 553 und 1719 Liter, die transportiert werden können.

Kleiner Diesel des Hyundai i40 reicht für die Stadt aus

Zumeist wird der Hyundai i40 als Diesel geordert werden
Zumeist wird der Hyundai i40 als Diesel geordert werden © Hyundai

Zum Transport – so glaubt Hyundai nicht überraschend – wird hauptsächlich der 1.7 CRDi als Zugpferd benutzt. Diesen gibt es in zwei Leistungsstufen, einmal mit 85 kW/116 PS und einmal mit 100 kW/136 PS. Der kleinere Diesel ist sicher dem Stadtverkehr zuzuordnen. Zwar sollen die 260 Newtonmeter bereits bei 1250 Umdrehungen in der Minute anliegen, doch ganz so spritzig fühlt es sich nicht an. Also Überholvorgänge sollten auf der Landstraße sorgfältig entschieden werden.

Dabei macht das Fahrwerk samt Lenkung einen sehr ordentlichen Eindruck. Die Lenkung ist direkt und keinesfalls schwammig, die sechs Gänge lassen sich einlegen und die Straßenschäden in der Stadt werden sauber ausgebügelt. Belohnt wird der sparsame Fahrer mit einem Durchschnittsverbrauch über 4,3 Liter, was einem – auch im Hinblick auf die Kfz-Steuer gesehen – mit 113 Gramm CO2-Ausstoß auf einem Kilometer ein glänzendes Ergebnis hervorbringt. Und 190 km/h als Höchstgeschwindigkeit und eine Beschleunigung von 12,9 Sekunden reichen vollkommen aus.

Einstiegspreis für den Hyundai i40 bei 23.390 Euro

Der Kofferraum des Hyundai i40 fasst bis zu 1700 Liter
Der Kofferraum des Hyundai i40 fasst bis zu 1700 Liter © Hyundai

Die 20 PS im stärkeren Diesel machen da den Kohl auch nicht fett. Aber über Land lassen sich die 330 Newtonmeter, die zwischen 2000 und 2500 Umdrehungen anliegen, besser einsetzen. 0,2 Liter mehr Diesel fließen dann bei 100 Kilometern durch die Schläuche, mit 119 Gramm CO2-Ausstoß profitiert aber auch die stärkere Maschine von einer besseren Einstufung bei der Kfz-Steuer. Die beiden Benziner werden auch aus steuerlichen Gründen nur untergeordnete Rollen spielen.

Auch wenn der Einstiegspreis von 23.390 Euro für den 1,6 Liter großen Benziner in der Basisversion Comfort verlockend ausfällt, so wird für die meisten Käufer die Hürde bei 28.990 Euro für den i40 1.7 CRDi mit 136 PS und der zweiten Variante Style liegen, die Topvariante Premium beginnt bei 32.580 Euro.

Von deutschen Autoherstellern gelernt

Der Hyundai i40 startet bei 23.390 Euro
Der Hyundai i40 startet bei 23.390 Euro © Hyundai

Doch – und da hat Hyundai von den deutschen Herstellern stark gelernt – bietet das Unternehmen nunmehr auch zahlreiche Sicherheitssysteme wie den Einparkassistenten oder Spurwechselwarner an. Rund 6000 Euro könnten dann noch den Besitzer wechseln und den Preis in Richtung der 40.000 Euro treiben. So scheint auch in dieser Hinsicht das Lob aus berufenem Munde auf fruchtbaren Boden gefallen zu sein.

Zur Bilderschau






Mehr zur Marke Hyundai

SUV ab November erhältlichSpätstarter Hyundai Kona: Das fünfte Standbein

Hyundai hat seiner SUV-Familie einen sportlichen Charakter verliehen. Der kleine Kona hat nicht nur vom Aussehen große Chancen im äußerst trendigen Segment der B-SUV.


Weltpremiere des Kona in MailandHyundai surft ins Segment der Mini-SUV

Hyundai steigt in das trendige Segment der Mini-SUV ein. Am Abend lüfteten die Verantwortlichen das Tuch von dem Kona, dem nicht nur durch seine schillernden Farben gewisse Erfolgschancen zugerechnet werden müssen.


Rabatte beim NeuwagenkaufFast 34 Prozent Preisnachlass für Hyundai i40

Die Rabatte auf dem deutschen Automarkt sind im April im Vergleich zum Vormonat leicht zurückgegangen. Mit einem durchschnittlichen Preisniveau von 14,2 Prozent liegen sie aber nach wie vor auf einem hohen Niveau.



Mehr aus dem Ressort

50 Kilometer rein elektrischPorsche Panamera Turbo S E-Hybrid: Der Familien-Spyder

Porsche setzt seine Elektrifizierung fort. So stellt der Panamera Turbo SE-Hybrid das Topmodell der Baureihe dar. Es soll sich mit einem Verbrauch von 2,9 Liter begnügen. Hört sich gut an. Doch wie schaut die Realität aus?


Briten bringen weiteres SUVRange Rover Velar: Sportlichkeit als große Stärke

SUV liegen bei den Kunden im Trend. Das Segment boomt. Davon profitiert auch Land Rover. Nun bringen die Briten mit dem Velar die vierte Range-Rover-Baureihe auf den Markt.


Porsche Panamera Sport Turismo neu Aufmacher Porsche
Nach Limousine nun auch als KombiPorsche Panamera Sport Turismo: Der schönere Panamera

Braucht man das? Einen Kombi von Porsche? Braucht man nicht, ist die erste Reaktion. Doch wenn man erst einmal im neuen Sport Turismo gesessen hat, ändert man schnell seine Meinung. Auch wegen seines Designs.