19. Juni 2016

50 Hyundai ix35 Fuel Cell in München Brennstoffzellen-Anschub mit Carsharing BeeZero

Linde und Hyundai starten das erste Carsharing nur mit Wasserstoffautos
Linde und Hyundai starten das erste Carsharing nur mit Wasserstoffautos © Hyundai

Linde und Hyundai treiben die Brennstoffzellen-Technik an. Der Technologie-Konzern und der Autohersteller wollen per Carsharing nicht nur potenziellen Kunden Erfahrungen mit Wasserstoffautos näher bringen.




Von Thomas Flehmer

Hyundai und Linde begeben sich gemeinsam auf Pionierwegen. Während die meisten Autohersteller ihre Ergebnisse bei der Brennstoffzellentechnik frühestens im kommenden Jahr anbieten werden, gehen der Technologie-Konzern und der Autobauer aus Korea bereits den nächsten Schritt.

In München werden ab dem Sommer 50 Hyundai ix35 Fuel Cell den Auftakt des BeeZero genannten Carsharing ausschließlich mit Brennstoffzellen-Fahrzeugen bilden. „Wir wollen die Fahrzeuge in Kundenhand geben, damit die Kunden die neue und noch weitgehend unbekannte Technik kennen und schätzen lernen“, sagt Andreas Wittmann.


Pakete für die Mietdauer

Der Geschäftsführer der eigens für das Projekt gegründeten GmbH, einer hundertprozentigen Tochter von Linde, will dabei nicht nur mit dem Wasserstoff einen neuen Punkt im aufstrebenden Carsharing-Trend setzen, sondern auch mit der Mietweise.

„Die Fahrzeuge sollen nicht unbedingt für kurze Wege oder Minuten geordert werden, sondern für einen halben oder ganzen Tag oder gar für ein Wochenende“, sagt Wittmann. Dafür werden bestimmte Preis-Pakete angeboten. Ansonsten kostet die Stunde 5,50 Euro, der Kilometer übliche 29 Cent. Bestellt und Tür geöffnet wird per App.

Hyundai ix35 Fuel Cell emissionsfrei unterwegs

Anders als beim sonstigen Carsharing sind die Fahrzeuge nicht auf die Innenstadt beschränkt, sondern sollen als Reisefahrzeug zum Beispiel in die nahe liegenden Berge dienen. Angst vor fehlender Reichweite brauchen die Mieter dabei nicht zu haben, kann der Hyundai ix35 Fuel Cell doch bis zu knapp 600 Kilometer mit knapp sechs Kilogramm Wasserstoff zurücklegen. Alltäglich sind immer noch 450 Kilometer drin. Sollte die Reichweite dann trotzdem nicht reichen, stellt Linde eine Mobilitätsgarantie, damit das eigene Heim immer wieder erreicht werden kann.

Wer es wieder zurückschafft, kann das Fahrzeug in bestimmte Parkzonen der Bezirke oder Stadtbezirksteile Schwabing, Haidhausen und dem Glockenbachviertel abstellen. Besonders dort vermutet Linde die Kundschaft, die aus „Carsharing-Nutzern, die technikaffin sind und nachhaltig sein sein wollen“ besteht, wie Marketing-Manager Thomas Schaefer von der Linde-Tochter sagt, „sie denken grün, sind aber keine Ökoaktivisten.“ Mindestalter ist 22 Jahre.

Um grüne Aspekte zu setzen, wird nur regenerativ hergestellter Wasserstoff vom Energiepark Mainz und Leuna Biogas bezogen. Damit sind die Fahrzeuge dann wirklich emissionsfrei unterwegs.

Schnelles Ende mit eingeplant

Natürlich wollen Linde und Hyundai mit dem neuen Modell nicht nur die Welt schöner machen, sondern auch irgendwann mit Wasserstoff und Brennstoffzelle verdienen. Doch aller Anfang ist schwer und kostspielig. In Pep-Guardiola-Manier spricht Frank Meijer, bei Hyundai Motor Europe verantwortlich für das Thema Wasserstoff, von „Sonder-Sonder-Konditionen“ der Fahrzeuge für Linde.

Und auch Linde hofft, durch das Carsharing das Thema Wasserstoff und Brennstoffzelle in den Fokus zu bringen, um auch später zum Beispiel den Zuschlag für den Tankstellenbau zu erhalten. Aber auch ein negativer Ausgang ist laut Wittmann vorstellbar. Nach einer gewissen Zeit werde eine Bestandsaufnahme erfolgen. „Wenn es keinen Business Case gibt, dann wird die GmbH auch wieder enden.“



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