22. Januar 2017

Unternehmen vor 50 Jahren gegründet Hohe Jubiläumsziele für Hyundai

Die i30-Familie ist eine von Hyundais vier Bausteinen
Die i30-Familie ist eine von Hyundais vier Bausteinen © AG/Flehmer

Hyundai will bis 2021 zur stärksten asiatischen Marke in Europa heranwachsen. In Deutschland hat der Importeur diese Stellung bereits seit fünf Jahren inne, spürt aber den Hauch der Verfolger.




Von Thomas Flehmer

Das 50-jährige Jubiläum von Hyundai bringt besondere Ansprüche hervor. Das 1967 gegründete Unternehmen - mit acht Millionen weltweit erzielten Verkäufen fünftgrößter Autobauer hinter VW, Toyota, General Motors und der Renault-Nissan Allianz – setzt sich für den europäischen Markt hohe Ziele.

„Bis 2021 wollen wir in Europa zur stärksten asiatischen Marke heranwachsen“, sagte Jochen Sengpiehl, Hyundai-Vizepräsident Marketing, bei der Vorstellung der dritten Generation des i30 in Marbella. Derzeit liegt Hyundai mit 505.396 Verkäufen im Rekordjahr 2016 auf dem dritten Rang hinter Nissan und Toyota. Allein bis 2018 sollen sich die Verkäufe auf eine Million fast verdoppeln.


Vier Säulen zum Erfolg

Vier Säulen sollen dem Unternehmen dabei zum Sprung an die Spitze verhelfen. Zum einen die SUV-Familie, die mit dem sehr erfolgreichen Tucson sowie dem Santa Fe und Grand Santa Fe im Herbst Unterstützung mit einem völlig neuen Mini-SUV erhalten wird.

Zum zweiten Standbein avancieren die alternativen Antriebe. Mit dem ix35 Fuel Cell ist Hyundai bereits seit drei Jahren mit einem Wasserstoffauto am Start, im vergangenen Jahr deckten die Koreaner mit dem Ioniq, der als reines Elektroauto, als Hybrid und ab diesem Jahr auch als Plugin-Hybrid geordert werden kann, alle Alternativen ab. „Wir sind von ganz hinten bei den alternativen nach ganz vorn marschiert“, sagt Deutschland-Geschäftsführer Markus Schrick.

Im kommenden Jahr kommt ein neues Fahrzeug mit Brennstoffzelle auf den Markt, das bereits im März auf dem Autosalon in Genf Premiere feiern wird. „Auf einer neuen Plattform wird das Fahrzeug einen neuen Meilenstein für Hyundai darstellen“, so Sengpiehl. Bis 2020 sollen weitere 14 Modelle mit alternativen Antrieben folgen.

Weitere Varianten für Hyundai i30

Der Hyundai N wird bis zu 275 PS stark sein
Der Hyundai N wird bis zu 275 PS stark sein © Hyundai

Den dritten Baustein bildet die Digitalisierung des Auto, mit der Hyundai laut Sengpiehl „junge Leute“ zur Marke locken möchte. Apple Car Play oder Android Auto gehören schon zum Standard, im vereinigten Königreich hat Hyundai mit dem Projekt „Click to buy“ begonnen. Dabei stellt sich der Kunde sein Fahrzeug am heimischen PC oder Tablet zusammen.

Die vierte Säule vereinigt die i30 Familie als Hyundai-DNA für Europa. Nach der Einführung der Limousine Ende Januar folgt in Genf die Wagon genannte Kombi-Variante. In der zweiten Hälfte erblickt die sportliche N-Variante mit 250 und 275 PS auf der IAA in Frankfurt das Licht der Welt, im kommenden Jahr komplettiert der so genannte Fastback die Familie – laut Hyundai vergleichbar mit dem gerade vorgestellten Kia Stinger nur auf Kompaktmaße zusammengeschrumpft.

Hyundai in Deutschland seit 2012 stärkste asiatische Marke

Die Ziele, die Hyundai in Europa anpeilt, hat der deutsche Ableger schon lange erreicht. „Seit 2012 sind wir die stärkste asiatische Marke“, so Schrick. Mit 107.000 Verkäufen konnte der Importeur zwar 1000 Einheiten weniger verkaufen als 2015, liegt aber hinter Skoda und Renault mit einem Marktanteil von 3,2 Prozent weiterhin auf dem dritten Rang der Importeursliste.

Während Skoda mit einem Marktanteil von 5,6 Prozent das Ranking fast uneinholbar anführt, ist der Abstand zu Renault mit 0,4 Prozent noch knapp, auch wenn er schon mal knapper war. Hyundai Deutschland schaut aber nach hinten. Dort wächst mit Seat ein starker Konkurrent heran, der die drei-Prozent-Marke anpeilt. Und auch wenn die spanische VW-Tochter keine asiatischen Wurzeln hat, so soll der Platz auf dem Treppchen doch gehalten werden.

Steigende Privatverkäufe auf deutschem Markt

Der Tucson wird gerne gut ausgestattet verkauft
Der Tucson wird gerne gut ausgestattet verkauft © Hyundai

Trotz weniger Verkäufe ist Geschäftsführer Schrick aber trotzdem zufrieden, da die Kunden die Fahrzeuge zumeist mit den beiden höchsten Ausstattungsvarianten ordern und somit zusätzliche Geld in die Kasse beisteuern. „Beim Tucson werden sogar 45 Prozent mit den beiden höchsten Versionen geordert.“

Zudem liegen die Privatverkäufe bei 54 Prozent und bringen somit ebenso hohe Margen ein. Elf Prozent Flottenanteil, der in diesem Jahr auf 15 Prozent ansteigen soll, soll zugleich dazu beitragen, die Markenbekanntheit zu steigern, denn da hat Schrick noch ausbaufähiges Potenzial erkannt. Unter anderem mit verstärkten Leasing-Angeboten sollen die möglichen Interessenten gelockt werden.

„Wir wollen auf die Liste der Kunden kommen, die nach einem neuen Auto suchen“, sagt Schrick. Dann werden auch die Verkäufe steigen und wieder Luft zu den Verfolgern schaffen, sowie den Abstand zu Renault verkürzen. Und zugleich der Marke auf dem europäischen Markt Markt dazu verhelfen, bis zum 55. Jahr des Bestehens auf dem Thron der asiatischen Marken in Europa zu sitzen.



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