9. März 2016

Im VW-Abgasskandal Deutsche unzufrieden mit Aufklärung von Dobrindt

Die Deutschen sind unzufrieden mit der Aufklärung von Dobrindt.
Die Deutschen sind unzufrieden mit der Aufklärung von Dobrindt. © dpa

Nach einer Umfrage von Greenpeace ist das Gros der Deutschen unzufrieden mit der Aufklärungsarbeit von Bundesverkehrsminister Dobrindt im VW-Abgasskandal. 64 Prozent sehen sie als „schlecht“ oder „sehr schlecht“ an.




Im VW-Abgasskandal sind die Deutschen unzufrieden mit der Aufklärungsarbeit von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU). Nach einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS-Emnid im Auftrag von Greenpeace antworten 64 Prozent von insgesamt 1007 Befragten mit „eher schlecht“ (45 Prozent) oder „sehr schlecht“ (19 Prozent“, wie aus der am Mittwoch von der Umweltschutzorganisation publizierten Umfrage hervorgeht.

Nur drei Prozent halten die Aufklärungsarbeit von Dobrindt nach dem Bekanntwerden des Abgasskandals bei Europas größtem Autobauer für „sehr gut“, 17 Prozent halten sie für „eher gut“. Die Umfrage von TNS-Emnid nach zwischen dem 18. Und 22. Februar statt.


Greenpeace spricht von verschleppter Aufklärung

Aus Sicht von Greenpeace würde Dobrindt die Aufklärung des Skandals verschleppen, wie es in einer Presseerklärung von Greenpeace heißt. „Der Verkehrsminister muss endlich die Rohdaten seiner Nachmessungen veröffentlichen, damit das ganze Ausmaß des Branchenbetrugs offenbar wird“, sagte Greenpeace-Verkehrsexperte Daniel Moser.

Wie die Umweltschutzorganisation mitteilte, hätten Aktivisten aus Protest wegen der ausbleibenden Aufklärung an diesem Mittwoch das Namensschild des Bundesverkehrsministeriums ausgetauscht und eine Plakatwand angebracht, auf der neben dem Schriftzug "Politische Vertretung" die Logos der deutschen Autobauer VW, Daimler, BMW und Opel zu sehen waren. „Dobrindt schützt nicht die Bevölkerung vor gefährlichen Abgasen, sondern die Autokonzerne davor, die Grenzwerte einhalten zu müssen“, so Moser.

Auf die Frage „Welche Interessen sollte Verkehrsminister Dobrindt im Abgasskandal vorrangig vertreten?“ antworteten 49 Prozent der Befragten mit „Die Interessen der Verbraucher“ und 43 Prozent waren der Auffassung „Die Interessen von Verbrauchern und Automobilkonzernenin gleichem Maße“. Fünf Prozent waren der Meinung, dass Dobrindt „Die Interessen der Automobilkonzerne“ vorrangig zu vertreten habe. Hier finden Sie die kompletten Ergebnisse der Umfrage. (AG/FM)



Lesen Sie mehr aus dem Ressort Unternehmen



Mehr zur Marke VW

Streit um «Zukunftspakt» beigelegtVW plant Führungsrolle bei elektrischer vernetzter Mobilität

In diesem Jahr will VW die Umrüstung der manipulierten Diesel-Fahrzeuge abschließen. Mit einer Produktoffensive in diesem Jahr soll dann der Grundstein für eine glänzende Zukunft gelegt werden.


Nach ÜberarbeitungVW E-Golf verteuert sich

VW hat die Überarbeitung des E-Golfs eingepreist. Mit der Erhöhung der elektrischen Reichweite stieg auch der Basispreis des Kompakten an.


IG Metall moniert VerstoßVW-Markenchef Diess prüft Gewerkschaftsbonus

Herbert Diess prüft mögliche Vorteile der Gewerkschaftszugehörigkeit bei Beförderungen. Laut der IG Metall verstößt der VW-Markenchef dabei gegen das Arbeitsrecht.



Mehr aus dem Ressort

Tavares versprichtPSA will Opel nicht zu französischem Autobauer machen

Opel soll auch nach einer möglichen Übernahme ein deutsches Unternehmen bleiben. Das versprach PSA-Chef Carlos Tavares bei der Vorlage der Jahreszahlen in Paris. Schließlich würde es Kunden geben, die kein französisches Auto fahren wollten.


Allianz-Präsident Carlos Ghosn
Automanager bleibt aber PräsidentGhosn gibt Vorstandsamt bei Nissan auf

Carlos Ghosn trennt sich von einem seiner vielen Ämtern in der Renault-Nissan-Mitsubishi-Allianz. Trotz des Verzichtes als Co-Vorstandschef bei Nissan bleibt der 62-Jährige weiterhin an der Spitze des zweitgrößten Autoherstellers in Japan.


PSA-Chef Carlos Tavares
Nach Gesprächen mit PSA-SpitzeOpel-Arbeitnehmervertreter vertrauen Tavares Aussagen

PSA-Chef Carlos Tavares will im Zuge einer möglichen Übernahme Opel als eigenständiges Unternehmen belassen. Auch die bestehenden Vereinbarungen mit den Arbeitnehmern sollten unangetastet bleiben.