13. Dezember 2016

Kooperation mit Fiat Chrysler Google denkt bei selbstfahrenden Autos um

Google lässt die Entwicklung selbstfahrender Autos ruhen
Google lässt die Entwicklung selbstfahrender Autos ruhen © dpa

Google stoppt die Entwicklung bei selbstfahrenden Autos ohne Lenkrad und Pedalen. Dafür treibt das Unternehmen einen Fahrdienst mit Fiat Chrysler an – und mit der eigenen Robotertechnik.




Die Google-Mutter Alphabet will laut einem Medienbericht die Entwicklung des eigenen selbstfahrenden Autos ohne Lenkrad und Pedale vorerst nicht weiter vorantreiben. Stattdessen solle es verstärkt um Kooperationen mit Autoherstellern bei traditionelleren Fahrzeugen gehen, schrieb der Silicon-Valley-Branchendienst «The Information» am Dienstag.

Dadurch mache man sich Hoffnungen, bereits Ende 2017 einen kommerziellen Fahrdienst mit selbstfahrenden Autos an den Start zu bringen, hieß es unter Berufung auf informierte Personen. Der Zeitplan dabei hänge aber von der Entwicklung des Prototyps mit Fiat Chrysler ab. Dabei werden nach früheren Ankündigungen zunächst 100 Minivans des Modells Chrysler Pacifica umgebaut, um Googles Roboterwagen-Technik in den Fahrzeugen unterzubringen.


Google-Auto seit 2014 unterwegs

Google hatte die kleinen elektrischen Zweisitzer aus eigener Entwicklung 2014 vorgestellt. Es hieß, in Zukunft sollen die Wagen komplett vom Computer gesteuert werden und ganz ohne Lenkrad und Pedale auskommen. Die Prototypen, die aktuell in der Google-Heimatstadt Mountain View sowie in Austin in Texas unterwegs sind, haben jedoch noch beides, unter anderem weil die Straßenverkehrsordnung dies verlangt.

Der langjährige Entwicklungschef Chris Urmson, der das Projekt im Sommer verließ, habe an den eigenen Autos weiterarbeiten wollen, schrieb «The Information». Urmson will nach Informationen des Tech-Blogs «Recode» jetzt ein eigenes Start-up für Roboterwagen-Software auf die Beine stellen.

Das Google-Roboterwagenprojekt mit dem internen Codenamen «Chauffeur» soll unterdessen laut Medienberichten demnächst zu einer eigenständigen Tochterfirma unter dem Alphabet-Dach werden. «The Information» hatte seinerzeit auch lange vor anderen Medien über Googles Pläne berichtet, ein Auto im eigenen Haus zu entwickeln. (dpa)



Lesen Sie mehr aus dem Ressort Autonomes Fahren



Mehr aus dem Ressort

Mercedes E-Klasse
Zweite Zusammenarbeit mit einem AutoherstellerDaimler und Uber fahren gemeinsam autonom

Daimler und Uber werden bei der Bereitstellung und dem Betrieb von selbstfahrenden Fahrzeugen eng zusammenarbeiten. Beide Unternehmen sind bereits beim autonomen Fahren seit Jahren aktiv.


Bei manchen dauert der Moment der Übernahme zu lange
Reaktionszeit beim autonomen FahrenDer zeitlich richtige Übernahmemoment

Im Notfall muss der Fahrer beim autonomen Fahren das Steuer selbst übernehmen. Nach einer Studie kann dieser Übernahmemoment sehr lange dauern – eventuell sogar zu lange.


Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt
Gesetzentwurf vorgelegtAutomatisierte Systeme dürfen Fahraufgaben übernehmen

Auf dem Weg zum autonomen Fahren ist es ein wichtiger Schritt. Mit einem Gesetzentwurf hat die Bundesregierung eine Gleichstellung von Computern und menschlichen Autofahrern geschaffen.