16. Juli 2017

10. WM Lauf der Formel E Schaeffler-Pilot di Grassi hofft fürs Finale aufs richtige Wasser

Lucas di Grassi macht die Formel E spannend
Lucas di Grassi macht die Formel E spannend © Abt Sportsline

Schaeffler-Pilot Lucas di Grassi hat vor den finalen beiden Läufen der Formel E den Rückstand auf Spitzenreiter Sebastien Buemi verkürzt. Nun hofft der Rennfahrer für die Rennen in Montreal aufs richtige Wasser.




Lucas di Grassi hat vor den beiden letzten Läufen der dritten Saison der Formel E die Führung im Gesamtklassement verpasst. Der Pilot vom Team Abt Schaeffler Audi Sport belegte am Sonntag auf dem 1,9 Kilometer langen Stadtkurs von New York den fünften Platz und verkürzte immerhin den Rückstand auf Spitzenreiter Sebastien Buemi auf zehn Punkte. Der Schweizer vom Team Renault e.dams fehlte aufgrund anderer Verpflichtungen bei den beiden Rennen in New York. Der Titelverteidiger wird aber in zwei Wochen beim elften und zwölften WM-Lauf in Montreal an den Start gehen.

Den Sieg am Sonntag sicherte sich Sam Bird. Der Brite von DS Virgin Racing hatte bereits den neunten WM-Lauf am Vortag für sich entschieden. Auf den zweiten Rang fuhr Mahindra-Pilot Felix Rosenqvist vor seinem Teamkollegen Nick Heidfeld. Der Mönchengladbacher belegte damit zum fünften Mal in dieser Saison den dritten Rang. Heidfeld hat sich zum Ziel gesetzt, in dieser Saison Platz drei im Gesamtklassement zu belegen, wie er im Interview mit der Autogazette vor dem Rennen in New York gesagt hatte.


Ein WM-Punkt für Daniel Abt

Vortagessieger Sam Bird hatte am Sonntag auch das Qualifying für sich entschieden und startete von der Pole Position. Doch schon nach der ersten Kurve übernahm Berlin-Sieger Felix Rosenqvist das Kommando. Und gerade in dieser Kurve setzte sich das Pech von Daniel Abt fort. Für den 24-Jährigen, der am Samstag aufgrund von Problemen am Batteriemanagement in der letzten Runde auf dem dritten Rang liegend seinen Elektroboliden abstellen musste, fuhr nach einer Berührung mit seinem Teamkollegen in der ersten Kurve in die Box und konzentrierte sich später auf den WM-Punkt für die schnellste Runde.

Dagegen war für Maro Engel war das Rennen schnell beendet. Der Münchner, der am Samstag noch einen WM-Punkt für die schnellste Runde ergattert hatte, fuhr in der siebten Runde an die Box. Bis dahin hatte Engel erneut die schnellste Runde absolviert, bis Abt sich dann in der 33. Runde wenigstens einen WM-Zähler rettete.

Saisonfinale in zwei Wochen

Daniel Abt hatte viel Pech am Wochenende
Daniel Abt hatte viel Pech am Wochenende © Abt Sportsline

Derweil gesellte sich Nick Heidfeld zum Führungsduo und sorgte für weitere Spannungsmomente. In der elften Runde zog Bird wieder vorbei und hielt die beiden Mahindra-Fahrer auf Distanz. Derweil begab sich di Grassi auf die Aufholjagd. In der 14. Runde zog der Brasilianer an Tom Dillmann vorbei, eine Runde später kassierte er Oliver Turvey und machte vom fünften Rang aus Jagd auf das Führungsquartett.

Die Reihenfolge – als Vierter hielt sich Buemi-Ersatz Pierre Gasly hervorragend – hatte auch nach dem Fahrzeugwechsel Bestand. Dabei hatte di Grassi als Fünfter bereits 20 Sekunden Rückstand auf Bird, der souverän seine Runden abspulte, sodass eine mögliche Aufholjagd vereitelt wurde und sich di Grassi vor dem Finale in Kanada in zwei Wochen weiterhin in der Rolle des Verfolgers befindet. Das Ziel von d Grassi ist dabei klar. Er möchte bei den Abschlussrennen in Montreal den Titel holen. „Es wird schwierig, aber wir werden alles versuchen. Psychologisch wichtig ist, dass ich es in Montreal aus eigener Kraft schaffen kann: Wenn ich beide Rennen gewinne, bin ich Champion. Dann muss nicht groß gerechnet werden. Genau das werden wir versuchen", sagte di Grassi.

Dass es in Kanada zu zwei Siegen langt, ist ein schwieriges Unterfangen. Doch man hätte in New York gesehen, wie "unberechenbar die Formel E ist: Vor diesem Wochenende war Sam Bird in der Meisterschaft nirgendwo, und dann gewinnt er beide Rennen. Ich muss nur herausfinden, welches Wasser er getrunken hat, und vor Montreal einfach dasselbe trinken...“

Zufrieden mit dem Rennen zeigte sich auch Georg Schaeffler, der Aufsichtsratschef des Schaeffler-Konzerns, der in New York selbst dabei war. "Jetzt haben wir in zwei Wochen in Montreal noch die Chance, beide Titel zu holen. Nachdem wir in der ersten Saison jeweils Dritter und in der zweiten Saison in beiden Wertungen Zweiter waren, wäre das natürlich die Krönung“, so Schaeffler. (AG/TF)



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