8. Juni 2016

Plattformwechsel zum Fiesta Ford verwandelt Kleinwagen Ka in Ka+

Ford gestaltet den Ka völlig neu
Ford gestaltet den Ka völlig neu © Ford

Ford gestaltet seinen Kleinsten völlig neu. Als Ka+ legt der Kleinwagen die Verwandtschaft zum Fiat 500 ab und orientiert sich nun am größeren Markenbruder Fiesta.




Ford ersetzt den dreitürigen Kleinstwagen Ka durch einen geräumigeren Fünftürer. Der Neue kommt unter dem Namen Ka+ im Herbst zum Händler und will vor allem mit seinem guten Platzangebot und niedrigen Kosten punkte. Bestellbar ist er bereits Mitte Juni zu Preisen ab 9990 Euro.

Schon optisch grenzt sich der Ka+ von seinem Vorgänger ab. Setzte dieser mit niedlich-rundlichem Design und ausschließlich dreitüriger Karosserie nicht zuletzt auf stilbewusste Großstadt-Singles, wendet sich der Neue an eine eher praktisch orientierte Kundschaft. Mit 3,92 Metern Gesamtlänge überragt er seinen Ahn deutlich und reicht fast schon an den aktuellen Fiesta heran, dank des höheren Dachs bietet er aber vor allem im Fond mehr Raum. In der Tat haben in Reihe zwei nun tatsächlich drei Personen einigermaßen Platz, vor allem die Kopffreiheit fällt großzügig aus. Noch wichtiger: Der Einstieg gelingt durch die zwei groß ausgeschnittenen Fondtüren ebenfalls deutlich bequemer. Und auch der Kofferraum legt um fast 50 Liter auf 270 Liter zu.


Ford Ka+ wächst um 32 Zentimeter

Zu verdanken hat der Kleinstwagen das Wachstum seiner neuen Plattform. Unter dem Blech nämlich steckt nicht mehr wie zuvor der knapp 3,60 Meter kurze Fiat 500, sondern der deutlich größere Fiesta. Von dem stammen auch das bereits leicht angestaubt wirkende Cockpit-Design und das Fahrwerk – Ford verspricht vor diesem Hintergrund auch ein ähnliches Maß an Fahrspaß wie in dem Chef-Dynamiker unter den Kleinwagen.

Das Konzept des neuen Kleinstwagens stammt aus Brasilien, wo der Ka+ bereits seit 2015 angeboten wird – verwirrenderweise dort unter dem Namen „Ka“, den man hierzulande aufgrund des komplett neuen Konzepts jedoch nicht mehr nutzen wollte. „One Ford“ heißt die hinter dem Strategiewechsel stehende Idee: Der US-Konzern setzt zur Kostensenkung international unter diesem Motto seit einigen Jahren verstärkt auf sogenannte Weltautos – Modelle, die überall auf dem Erdball mit nur wenigen Modifikationen verkauft werden können. Das ehemals rein europäische Kompaktmodell Focus ist seit dieser Generation solch ein Modell, genauso die Mittelklassebaureihe Mondeo. Auch aus Südamerika hat man mit dem Mini-SUV Ecosport bereits ein Auto internationalisiert.

Ford Ka+ zielt nicht auf Lifestyle ab

Der Ford Ka+ bietet Platz für Fünf
Der Ford Ka+ bietet Platz für Fünf © Ford

Der kleine Crossover zeigt seit seinem Start 2014 aber auch, wie schwierig der Import exotischer Fahrzeuge in den anspruchsvollen europäischen Markt sein kann. Bereits rund ein Jahr nach Markteinführung musste das Modell noch einmal nachpoliert werden, Design, Fahrwerk und Innenraum entsprachen zunächst nicht den hiesigen Vorstellung. Auch der Ka+ kann sich mit den schicken Mitgliedern von Europas Lifestyle-Elite wie Fiat 500, Mini, Opel Adam und Co. zumindest in Sachen Design und Anmutung nicht messen. Will er aber auch gar nicht. Der Ka+ fährt eher in einer Liga mit Preiskampf-Modellen wie Suzuki Celerio, Nissan Micra, Mitsubishi Space Star oder dem Opel Karl.

Auch unter der Motorhaube gibt es daher Hausmannskost: zwei 1,2-Liter-Saugbenziner mit wahlweise 52 kW/70 PS oder 63 kW/85 PS. Beide Vierzylinder sind an ein manuelles Fünfganggetriebe gekoppelt. Als Verbrauch gibt der Hersteller 5,0 Liter an, die unter anderem mit Leichtlaufreifen ausgestattete Spritsparversion des stärkeren Motors soll mit 4,8 Litern auskommen. Die Höchstgeschwindigkeit liegt zwischen 159 und 169 km/h, der Spurt auf Tempo 100 dauert zwischen 13,3 und 15,5 Sekunden. (SP-X)



Lesen Sie mehr aus dem Ressort Neuwagen



Mehr zur Marke Ford

Hackett kommt für FieldsFord ernennt neuen Vorstandschef

Ford hat seinen Vorstandschef Mark Fields in den vorzeitigen Ruhestand geschickt. Der Nachfolger soll den Autohersteller durch technische Innovationen zu neuen Werten führen.


Nach Jobversprechen von TrumpAbschwung am Automarkt: Ford baut Stellen ab

Beim Treffen mit US-Präsident Trump war noch von einer Joboffensive die Rede. Doch nun tritt beim Autobauer Ford das Gegenteil ein: es werden massiv Stellen abgebaut - und nicht nur dort.


Unterwegs im Oldie der AmerikanerFord GT: Mit Topspeed in die Vergangenheit

Der Ford GT gehört zu einem der faszinierendsten Supersportwagen auf dem Markt - und das nicht nur wegen seines Preises. Doch das Original stellt den Boliden in den Schatten.



Mehr aus dem Ressort

Der neue BMW 8 wird ab 2018 das 6er Coupé ablösen
Serienmodell ab 2018BMW Concept 8 Series: Comeback in der Coupé-Oberklasse

BMW gibt auf dem Concorso d‘Eleganza einen Ausblick auf das neue Coupé der Oberklasse. Das Concept 8 Series wird das Sechser-Coupé beerben, die sportliche Variante eine Rückkehr nach Le Mans vorbereiten.


Mercedes frischt die S-Klasse auf
Facelift der Luxus-LimousineMercedes S-Klasse mit Abstandhaltern zur Konkurrenz

Das Beste oder nichts heißt der Slogan von Mercedes-Benz. Mit der Überarbeitung der S-Klasse sollen die beiden jüngeren Konkurrenten aus dem Freistaat Bayern auf Distanz gehalten werden.


Nissan hat den Micra völlig neu aufgestellt
Drei Motoren zur AuswahlNissan Micra erhält neuen Einstiegsbenziner

Nissan setzt einen vorläufigen Schlussstrich unter das Motorenangebot des Micra. Der neue Einstiegsbenziner komplettiert das Motorentrio des Kleinwagens – vorerst.