24. Februar 2016

Mark Fields auf World Mobile Congress Ford investiert verstärkt in selbstfahrende Autos

Ford-Chef Mark Fields in Barcelona.
Ford-Chef Mark Fields in Barcelona. © dpa

Ford will in Zukunft mehr Geld in selbstfahrende Autos stecken. Das kündigte Ford-Chef Fields auf dem World Mobile Congress in Barcelona an.




Ford will in den kommenden Jahren die Investitionen in Technologien für selbstfahrende Autos verdreifachen. Das kündigte Konzernchef Mark Fields auf der Mobilfunk-Messe Mobile World Congress in Barcelona an. Dabei gehe es zunächst etwa um Technik für Stau-Assistenten und vollautomatische Einparkhilfen.

"Wir stehen an der Schwelle einer Revolution der Mobilität. Und wir wollen Autobauer und Mobilitäts-Dienstleister sein", sagte Fields. Zur Kundenbindung startete der Konzern im Januar ein Programm, bei dem Teilnehmer verschiedene Vergünstigungen bekommen. In Deutschland gehört zu den Partnern des Programms der Carsharing-Anbieter der Deutschen Bahn, Flinkster. Außerdem wird Ford auch in Europa die Infotainment-Anlagen seiner Fahrzeuge mit der neuen Sync-3-Software. Sie unterstützt die Systeme von Apple und Google zum besseren einbinden ihrer Smartphones, Carplay und Android Auto.


Eigener Weg auch bei vernetzten Autos

Wie Fields in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa sagte, werde sich Ford zwar auf das Kerngeschäft als Autobauer konzentrieren, aber „gleichzeitig an Technologien für vernetzte und selbstfahrende Fahrzeuge arbeiten sowie an Diensten wie Carsharing oder Daten-Auswertung“, so Fields. „In einigen Fällen werden wir das allein machen, in anderen mit Partnern. Aber wir müssen immer einen eigenen Weg finden, damit die Kunden Ford als Marke erkennen“, fügte der Ford-Chef hinzu. Mit Blick auf das autonome Fahren sagte Fields, dass man eine Plattform für autonome Fahrzeuge sowie die Software entwickle, „die Daten von Sensoren verarbeitet uns als Gehirn des Autos die Steuerung übernimmt. Wir arbeiten schon seit über einem Jahrzehnt daran und werden darauf aufbauen. Unabhängig davon sind wir immer offen für Gespräche mit anderen“, sagte Fields.

Dabei sei nicht nur ein Unternehmen wie Google als Gesprächspartner interessant. „Wir sprechen mit vielen verschiedenen Unternehmen. Wir haben unser eigenes Entwicklungs-Programm - aber zugleich werden wir immer mit anderen reden und schauen, wohin das führen kann.“

Gesundheitszustand überwachen

Wie Fields betonte, soll das Auto perspektivisch auch in der Lage sein, den Gesundheitszustand des Fahrers zu überwachen. „Wir forschen an Wearables, mit denen das Auto in der Lage sein wird, ihren Gesundheitszustand zu überwachen. Alles kommt auf eine Frage zurück: Warum entscheidet man sich für einen Ford? Aber wir müssen uns dabei auf einzelne Ideen fokussieren, bevor man viele Sachen macht - aber nicht besonders gut.“

Auf die Frage, ob durch autonome Fahrzeuge die Autoverkäufe abnehmen werden, sagte Fields. „Es zeichnet sich ab, dass die Autodichte in Städten abnehmen wird, vielleicht auch wegen der Regulierung. Ich glaube aber, es ist noch zu früh, zu sagen, was die Folgen des Wandels sein werden. Man könnte auch argumentieren, die Autos werden dann mehr genutzt - und das könnte sogar gut für die Industrie sein.“ (AG/FM/dpa)



Lesen Sie mehr aus dem Ressort Autonomes Fahren



Mehr zur Marke Ford

Plattformwechsel zum FiestaFord verwandelt Kleinwagen Ka in Ka+

Ford gestaltet seinen Kleinsten völlig neu. Als Ka+ legt der Kleinwagen die Verwandtschaft zum Fiat 500 ab und orientiert sich nun am größeren Markenbruder Fiesta.


Kleinwagen erhält 18 PS mehrFord peppt Fiesta ST auf

Ford verstärkt die Leistung des Fiesta ST. Zum Generationen-Ende knackt der getunte Kleinwagen die 200 PS-Grenze.


ST-Line-Variante für zwei ModelleFord mit neuer Designlinie für Focus und Fiesta

Ford trimmt seine Modelle Fiesta und Focus und sportlich. Dafür legt der Autobauer eine neue Designline auf. Die neuen ST-Line-Varianten ersetzen dabei die bisherigen Sportausführungen.



Mehr aus dem Ressort

Johann Jungwirth
Dank zwölf KonzernmarkenDigitalchef sieht VW im Vorteil bei selbstfahrenden Autos

Johann Jungwirth sieht Volkswagen bei der Entwicklung selbstfahrender Autos im Vorteil gegenüber der Konkurrenz. Den Grund dafür sieht der Digitalchef der Wolfsburger in den zwölf Konzernmarken.


Ein autonom fahrendes Auto weicht einem Dummy aus.
Mit VW und ContinentalNiedersachsen plant Autobahn-Teststrecken für autonomes Fahren

Das Land Niedersachsen setzt sich für Teststrecken für autonom fahrende Autos auf den Autobahnen A2 und A7 ein. Die Teststrecke rund um Hannover soll bis 2018 mit der erforderlichen Technik ausgerüstet werden.


Autonomes Fahren
Zunächst auf AutobahnenVW rechnet spätestens 2020 mit autonomen Fahren

Der VW-Konzern will spätestens 2020 die ersten autonom fahrenden Autos auf den Markt bringen. Sie würden zunächst auf Autobahnen zum Einsatz kommen, wie der Leiter der Konzernforschung sagte.