Grüne: Dobrindt in Abgasaffäre «hoffnungslos überfordert»

Mögliche Konsequenzen für Fiat

Alexander Dobrindt von der CSU.
Alexander Dobrindt von der CSU. © dpa

Die Grünen im Bundestag haben Bundeskanzlerin Angela Merkel aufgefordert, Verkehrsminister Dobrindt die Aufsicht über die Abgastests zu entziehen. Er sei hoffnungslos überfordert, so Verkehrsexperte Krischer.

Die Grünen im Bundestag haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) aufgefordert, ihrem Verkehrsminister die Aufsicht über die Abgas-Tests in der Diesel-Affäre zu entziehen. Alexander Dobrindt (CSU) sei «hoffnungslos überfordert» und wolle wahrscheinlich auch gar nicht aufklären, sagte der Grünen-Verkehrsexperte Oliver Krischer der Nachrichtenagentur dpa. Die Tests der Abgaswerte seien statt beim Kraftfahrtbundesamt besser bei Umweltministerin Barabara Hendricks (SPD) und dem Umweltbundesamt aufgehoben.

Eine von Dobrindt eingesetzte Untersuchungskommission hatte im Zuge des Abgas-Skandals bei Volkswagen ein halbes Jahr lang 53 Automodelle getestet. Die Ergebnisse waren aber nur teilweise veröffentlicht worden - es fehlten die CO2-Werte, die bei 30 getesteten Autos auffällig waren. Derzeit laufen weitere Überprüfungen. Am Donnerstag hatten Vertreter von Fiat, die der Verkehrsminister einbestellt hatte, ihm einen Korb gegeben.

Diskussion über Verkaufsstopp

«Die Absage von Fiat ist nur die Spitze des Eisbergs und zeigt, wie hilflos Dobrindt gegenüber den Konzernbossen agiert», sagte Krischer. Die Autoindustrie tanze ihm auf der Nase herum. «Ein Minister, der das Problem mitverursacht hat, ist für ernsthafte Aufklärung und Konsequenzen ungeeignet.»

Wie die Bild-Zeitung berichtet, droht Fiat nach der Absage im schlimmsten Fall der „der Verlust der Typenzulassungsgenehmigung“, wie es laut Aussagen des Blattes aus dem Verkehrsministerium hieß. „Wer sich weigert, bei uns saubere Autos zu verkaufen, verkauft bald gar keine Autos mehr in Deutschland“, zitiert Bild den CDU-Verkehrsexperten Patrick Schnieder. (AG/dpa)