22. Februar 2017

Umfrage von Greenpeace 61 Prozent der Deutschen für Fahrverbote für ältere Diesel

Feinstaubalarm in Stuttgart, ab 2018 gibt es Fahrverbote für ältere Diesel.
Feinstaubalarm in Stuttgart, ab 2018 gibt es Fahrverbote für ältere Diesel. © dpa

Nach einer Umfrage der Umweltschutzorganisation Greenpeace befürwortet das Gros der Deutschen ein Fahrverbot für ältere Dieselfahrzeuge. Vor allem Frauen sprachen sich dafür aus.




Das Ergebnis fiel eindeutig aus. Nach einer repräsentativen Emnid-Umfrage im Auftrag der Umweltschutzorganisation Greenpeace spricht sich eine Mehrheit der Deutschen für ein Fahrverbot für ältere Dieselfahrzeuge aus. So antworteten 61 Prozent von 3041 Befragten auf die Frage „Sind Sie der Meinung, dass Dieselfahrzeuge mit hohem Schadstoffausstoß im Straßenbetrieb nicht mehr in Stadtteilen mit besonders schlechter Luftqualität fahren sollten?“ mit Ja. Nur 35 Prozent sind dagegen.

Dabei besteht zwischen jüngeren und älteren Befragten bei diesem Thema kein Unterschied. Während 63 Prozent der 14 bis 29 Jährigen mit Ja antworteten, waren es bei den über 60-Jährigen 61 Prozent. Während bei den Männern 55 Prozent der Befragten für Fahrverbote waren, waren es bei den Frauen 66 Prozent.


Baden-Württemberg macht den Vorreiter

„Die meisten Menschen akzeptieren, dass es saubere Luft nur mit weniger alten Diesel in der Stadt geben wird“, sagt Greenpeace-Sprecher Niklas Schinerl. „Ein verantwortungsvoller Verkehrsminister muss konsequent ökologische Formen der Mobilität fördern. Deutschlands Städte brauchen besseren ÖPNV, mehr Radwege, und sie brauchen weniger Dieselautos.“

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hält die geplanten Diesel-Fahrverbote in Stuttgart für falsch. Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität sollten "nicht die Mobilität einschränken oder die Bürger und die innerstädtische Wirtschaft belasten", teilte sein Ministerium am Dienstag in Berlin mit. Es sei nicht wirkungsvoll, Autos mit Verboten zu belegen, die nur ein- oder zweimal im Monat in die Stadt führen. Schadstoffe ließen sich besser reduzieren, wenn etwa Taxis, Busse, oder Behördenfahrzeuge, die ständig in der Stadt unterwegs seien, mit "alternativen Antrieben" ausgerüstet würden.

Die Landesregierung Baden-Württembergs hatte am Dienstag beschlossen, ab 2018 alte Dieselmodelle aus Teilen Stuttgarts mit besonders schlechter Luft fern zu halten. Zufahrt sollen nur noch Fahrzeuge mit EU6-Abgasnorm erhalten. (AG/FM)



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