28. August 2014

ADAC-Test in zwölf Metropolen Fahrradfahrer leben in Großstädten gefährlich

©

Radfahrer leben in Städten gefährlich. So endeten allein im Vorjahr 354 Fahrradunfälle tödlich. Der Weg zu einer fahrradfreundlichen Infrastruktur ist dabei noch weit, ergab ein Test des ADAC in zwölf deutschen Metropolen.




Fahrradfahren ist in deutschen Großstädten eine gefährliche Sache. Denn nach einem Test des ADAC in zwölf deutschen Großstädten sei der Weg zu einer fahrradfreundlichen Infrastruktur noch weit. Durchgeführt wurde der Test in Stuttgart, München, Dresden, Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig und Nürnberg.

Radfahrer würden nach den Ergebnissen der Tester meist nur befriedigende Rahmenbedingungen vorfinden. Dabei ist Handlungsbedarf geboten: So endeten nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes im Vorjahr 354 Fahrradunfälle tödlich, zugleich stieg die Zahl der Unfälle im Vorjahr von bis dahin 65.000 auf 71.420 an.


München und Stuttgart an der Spitze

Im Städtevergleich schneiden dabei die auch nur mit „durchschnittlich“ bewerteten Städte München und Stuttgart bei diesem Test am besten ab. Durchgeführt wurde die Untersuchung von der Planungsgemeinschaft Verkehr Hannover. Dabei liegen die Ergebnisse der mit „durchschnittlich“ bewerteten Städte nahe beieinander. Besonders in Dresden und Dortmund, den Schlusslichtern des Tests, ist Radfahren kein Spaß.

Größter Kritikpunkt der Tester waren „die Unfallhäufigkeit von Radfahrern, zu schmale Radwege, zu wenige beziehungsweise schlecht ausgestattete Abstellplätze sowie mangelnde Serviceangebote wie etwa Fahrrad-Verleihstationen oder Reparaturmöglichkeiten“, wie aus den an diesem Donnerstag vom ADAC bekannt gewordenen Untersuchungsergebnissen hervor. Keine der untersuchten Städte erhielten ein „gut“ oder „sehr gut“, dafür zehn Mal ein „durchschnittlich“ sowie zwei Mal ein „unterdurchschnittlich“.

Ein Ärgernis für Radfahrer sind nach den Testergebnissen die „überfüllten und oft veralteten Abstellmöglichkeiten“. Der ADAC fordert die Verkehrsplaner zur Reduzierung der Unfallzahlen von Radfahrern auf, in ihren Unfallanalysen neben dem Auto- auch den Radverkehr zu betrachten. So müssten die Belange aller Verkehrsteilnehmer betrachtet werden. (AG)



Lesen Sie mehr aus dem Ressort Ratgeber



Mehr aus dem Ressort

Handy hinterm Lenkrad
Zunächst nur als erzieherische MaßnahmeHandy-Sünder: Aufspüren per Radar

Auf Handy-Sünder im Auto kommen schwere Zeiten zu. Ein neuartiger Mobilfunk-Detektor erkennt, ob Autofahrer hinterm Lenkrad ihr Handy benutzen.


Nicht überall werden Neuwagenkunden gut beraten
HändlertestPorsche-Händler als Sieger in der Mittelmäßigkeit

Die Neuwagenhändler haben in einem umfangreichen Test ein nur bescheidenes Bild abgegeben. Drei Premiummarken teilen sich das Podium der Mittelmäßigkeit.


Sturmtief Xavier sorgte für viele Schäden
Unwetterbilanz 2016Stürmische Zeiten für Autobesitzer und Kfz-Versicherer

Die Schäden durch Unwetter und Stürme werden in diesem Jahr die Kfz-Versicherer noch stärker belasten als im Sommer 2016. Dort wurden allein im Juni mehr als die Hälfte des gesamten Schadenaufwandes für Unwetterschäden an Kraftfahrzeugen im vollen Jahr ausgezahlt.