5. Dezember 2016

Unterwegs mit 2.0 TDI mit 150 PS VW Tiguan: Souverän durch jede Jahreszeit

Optisch sieht der neue VW Tiguan dynamischer aus als sein Vorgänger. Fotos ▶
Optisch sieht der neue VW Tiguan dynamischer aus als sein Vorgänger. © AG/Mertens

Das SUV-Segment wächst und wächst, ist aber auch hart umkämpft. Wer sich hier durchsetzen will, der muss den Kunden schon einiges bieten. Der neue VW Tiguan fährt hier seiner Konurrenz weit voraus, wie unser Fahrbericht zeigt.




Von Frank Mertens

Das SUV-Segment ist das Segment mit den derzeit höchsten Wachstumsraten. Derzeit liegt es bei rund 30 Prozent – und der Trend hält unverändert an. Entsprechend setzt der VW-Konzern große Hoffnung in den neuen Tiguan. Diese Hoffnungen sind nicht unbegründet. Denn das, was die neue Generation des kompakten Geländewagens der Wolfsburger zu bieten hat, vermag zu überzeugen.

Bereits beim ersten Blick auf das neue Design erkennt man die Unterschiede. Der Neue wirkt frischer, schlicht dynamischer als das Vorgängermodell. Die Zeiten seines doch altbacken erscheinenden Auftritts gehören damit der Vergangenheit an. Ja, der neue Tiguan, das kann man sagen, sieht richtig ansehnlich aus.


Ansprechender Innenraum

Doch das kann man auch von einem Auto erwarten, dessen Preis bei immerhin 34.750 Euro für den von uns getesteten 2.0 TDI mit 150 PS, Doppelkupplungsgetriebe und Allradantrieb in der Ausstattungsvariante Trendline liegt. Wer so viel Geld für ein Auto ausgibt, der darf auch einiges erwarten – und er wird nicht enttäuscht. So wie sich der optische Auftritt von außen zum Positiven geändert hat, bietet auch der Innenraum keinen Grund zu Beanstandung. Die Materialien sehen gut aus, fühlen sich wertig an und die Bedienelemente sind so intuitiv zu bedienen. Das lernt man immer wieder aufs Neue zu schätzen, wenn man in ein Fahrzeug der Wolfsburger einsteigt.

Das Cockpit im Tiguan
Das Cockpit im Tiguan © AG/Mertens

Das trifft auch auf das Raumgefühl zu. Zwar wurde der Tiguan mit Frontantrieb um 3,3 Zentimeter auf nun 1,63 Meter tiefer als der Vorgänger gelegt, dafür legte er in der Breite um drei Zentimeter auf nunmehr 1,84 Meter und in der Länge um sechs Zentimeter auf 4,48 Meter zu. Darüber können sich die Passagiere im Innenraum freuen. Ihnen steht ausreichend Platz auch im Fond zur Verfügung, wo auch großgewachsene Mitreisende bequem Platz vorfinden. So muss es sein. Dass der Tiguan auch ein Auto für Familien ist, zeigt der Blick in den ebenfalls größer gewordenen Kofferraum: mit einem Fassungsvolumen von bei umgelegter Rückgang von 1655 Litern (+145 Liter) und 520 Litern im Normalzustand steht ausreichend Stauraum für den Fahrt in den Skiurlaub bereit.

Ohne Probleme in den Schnee

Wer mit dem Tiguan vor hat, ihn auch mal in die Berge oder auch einmal abseits befestigter Straßen zu bewegen, der kann dies getrost tun. Mit dem Allradantrieb, bei VW 4Motion genannt, kann man solche Abstecher ohne Probleme antreten. Für die Offroad-Klientel bietet VW dann auch ein entsprechendes Offroad-Paket mit Unterfahrschutz und einer Front mit größerem Böschungswinkel an. Dafür werden je nach Ausstattungslinie 330 bis 520 Euro aufgerufen. Doch grundsätzlich ist und bleibt dieses SUV – wie die meisten seiner Segment-Genossen – ein Lifestyle-Vehikel für die Stadt. Sehen und gesehen werden ist die Devise. Einer der großen Vorteile des neuen Tiguan ist auch die gute Rundumsicht, die man gerade bei der Fahrt in der Stadt und beim Einparken zu schätzen lernt. Dieser Aspekt trägt wie auch die erhöhte Sitzposition zu einem guten Gefühl bei.

Das Heck des neuen Tiguan
Das Heck des neuen Tiguan © AG/Mertens

Doch kommen wir zu den Fahrleistungen des Zweiliter-Diesels. Mit seinen 150 PS fühlt man sich in diesem SUV ausreichend gut motorisiert. Der Vierzylinder stellt dabei ein maximales Drehmoment von 340 Nm zur Verfügung, das zwischen 1750 und 3000 Umdrehungen anliegt. Damit lässt es sich in diesem 1,6 Tonnen schweren Fahrzeug kraftvoll anfahren. In 9,3 Sekunden lässt es sich von auf Tempo 100 beschleunigen und die Höchstgeschwindigkeit ist bei 201 Kilometer erreicht. All dies erledigt der Tiguan in Kombination mit dem Siebengang-DSG ohne Anstrengungen.



Trotz seiner hohen Karosserieform kann man mit diesem Tiguan auch flotter durch Kurven fahren und so es auch mal etwas sportlicher angehen lassen. Wankbewegungen sind aufgrund der guten Fahrwerksabstimmung so gut wie keine feststellbar. Und der Verbrauch: Er wird mit 5,7 Liter im Drittelmix angegeben. Bei den Testfahrten kamen wir indes mit einem erhöhten Stadtanteil auf 7,7 Liter. Ein Wert, der für ein solches Fahrzeug noch in Ordnung ist. In der Summe seiner Eigenschaften hinterlässt der neue Tiguan einen guten Gesamteindruck – und man versteht, weshalb die Macher eine Menge von ihrer in diesem Jahr wichtigsten Modellneuheit erwarten.



Lesen Sie mehr aus dem Ressort Fahrberichte



Mehr aus dem Ressort

Der Land Rover Discovery ist noch ein Vertreter der alten Geländewagenschule
Echte Geländewagen-GefühleLand Rover Discovery: Harter Kerl unter Weichspülern

Mit dem Discovery hält noch ein echter Geländewagen die Fahne im SUV-Segment oben. Doch auch der Vertreter alter Werte musste Kompromisse eingehen – allerdings zum Vorteil aller.


Kia hängt den Optima Sportwagen ans Kabel
Mittelklasse mit Plugin-HybridKia Optima Sportswagon PHEV: Lohnenswerte Alternative

Kia will seine Palette umweltfreundlicher Antriebe bis 2020 auf 14 Modelle ausbauen. Als Alternative zu einem Diesel in der Mittelklasse bietet sich der Optima Sportswagon Plugin-Hybrid geradezu an.


Der Renault Talisman Grandtour ist sehr elegant ausgefallen
Kombi mit 160 PSRenault Talisman Grandtour: Mehr als ein Wortspiel

Renault hat den Talisman mit den traditionellen Tugenden der französischen Reiselimousine in die Neuzeit gebeamt – und das auch der Kombivariante. Der Laguna-Nachfolger nähert sich den deutschen Platzhirschen an – auch wenn so manches noch nicht an Bord ist.